Anzeige

Cyberangriff

Zum Start des europäischen Aktionsmonats zur Cybersicherheit ist der Praxisreport Mittelstand 2020 zur IT-Sicherheit in KMU erschienen. Die repräsentative Studie unter Schirmherrschaft des Bundeswirtschafs-ministeriums zeigt deutliche Unterstützungsbedarfe im Digitalschutz. 12 Prozent der Betriebe fürchten um die eigene Existenz bei Cyberangriffen.

  • In Folge von Covid-19 steigen IT-Sicherheitsbedarfe
  • 12 Prozent fürchten um Existenz bei Cyberangriffen
  • Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand schützt künftig auch Kleinstunternehmen

Fast die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland (46 Prozent) vermeldete in den vergangenen Monaten Cyberangriffe auf ihr Unternehmen, das zeigt der DsiN-Praxisreport Mittelstand 2020, der am Dienstag den 6. Oktober im Rahmen der it-sa 365 erstmalig vorgestellt wird. In drei von vier Fällen (74 Prozent) führten die Angriffe zu schädlichen Auswirkungen, in vier Prozent der Fälle sogar zu schweren Belastungen innerhalb des Betriebs. Trotz dieser Ausgangslage reagieren nur wenige Unternehmen aktiv mit einer Verbesserung ihre digitalen Abwehrbereitschaft. Ein Viertel der Betriebe (25 Prozent) verfügt über keinerlei Datensicherungen, ein Drittel (35 Prozent) hat keine Krisenreaktionspläne und nur jedes fünfte Unternehmen achtet laut DsiN-Praxisreport auf verschlüsselte E-Mails (22 Prozent).

Zugleich gewinnt die Digitalisierung flächendeckend weiter an Bedeutung. Der Einsatz von Cloudlösungen hat im zwölfmonatigen Erhebungszeitraum bis April 2020 weiter zugenommen und liegt nun bei 47 Prozent (2018: 41 Prozent). Auch der Einsatz digitaler Verkaufsplattformen zeigt einen Zuwachs gegenüber 2018 um drei Prozent und liegt nun bei 44 Prozent. „Wir sehen eine zusätzliche Digitalisierung des Mittelstands, die durch Corona nochmal an Fahrt gewinnt. Dadurch entstehen zusätzliche Angriffsflächen, die den Nachholbedarf an sicheren IT-Lösungen und Vorkehrungen weiter steigen lässt“ so DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger.

Auffällige Schwachstellen der digitalen Abwehrbereitschaft zeigt der Report auch in der Schulungspraxis von Mitarbeitern. Fast die Hälfte der Betriebe (47 Prozent) verzichtet auf sämtliche Hinweise und Informationen über sicheres Verhalten am Arbeitsplatz. Bei kleinen und kleinsten Betrieben kommt hinzu, dass eigene Zuständige für IT-Sicherheitsfragen fehlen. In jedem zweiten Betrieb unter 10 Mitarbeitern kümmert sich die Geschäftsleitung (49 Prozent) selbst um die IT-Absicherung. Bei Unternehmen von 201 bis 500 Mitarbeitern liegt die IT-Sicherheit nur noch bei fünf Prozent der Betriebe in der unmittelbaren Hand der Geschäftsleitung.

Aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums verdeutlicht diese Entwicklung, dass Angebote für mehr IT-Sicherheit stärker nachgefragt und angewendet werden müssen: „Mit der neuen Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand, TISiM, sorgt das Bundeswirtschaftsministerium dafür, dass gerade kleine Betriebe, Selbstständige, das Handwerk sowie Freiberufler darin unterstützt werden, IT-Sicherheit in Betrieben umzusetzen.“ so Thomas Jarzombek, Beauftragter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für Digitale Wirtschaft und Start-Ups. Die Transferstelle TISiM wurde Anfang des Jahres vom Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufen. Am 6. Oktober zur it-sa 365 startet sie mit ihrer Pilotphase für mehr Cybersicherheit im Mittelstand. 

Über den DsiN-Praxisreport Mittelstand 2020:

Der DsiN-Praxisreport Mittelstand beruht auf einer repräsentativen Erhebung von 1.038 abgeschlossenen Umfragen des DsiN-Sicherheitscheck im Zeitraum von April 2019 bis April 2020. Der DsiN-Sicherheitscheck wurde auf Grundlage der SAP HANA Entwicklungs- und Integrationsplattforum erstellt und ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen eine erste Übersicht zu sicherheitsrelevanten Fragestellungen und Lösungsansätzen, und ist hier abrufbar. Der Praxisreport ist ein DsiN-Handlungsversprechen der SAP Deutschland.


Artikel zu diesem Thema

Security Awareness
Okt 03, 2020

Cybersecurity-Awareness steigert die IT-Sicherheit

Der Nutzen von Cybersecurity-Awareness, insbesondere von Phishing-Simulationen, wird…
CyberSecurity Radar
Okt 01, 2020

Oktober – der Cybersecurity-Monat

Der Oktober ist ein durchaus interessanter Monat. Als „National Cybersecurity Awareness…
Cyberangriff - Virus Detected
Sep 29, 2020

Angriffe aufspüren bevor großer Schaden entsteht

Malware, Ransomware oder Phishing: Unternehmen sind zunehmend von Angriffen bedroht, die…

Weitere Artikel

Ukraine Hack

Der Angriff und das Defacement von Webseiten der ukrainischen Regierung

Am Freitagmorgen wurden mehrere Webseiten der ukrainischen Regierung und Botschaft angegriffen. Im Folgenden finden Sie einen Kommentar von John Hultquist, VP of Intelligence Analysis, Mandiant, zu diesem Vorfall.
Cyberangriff

Noch vor Pandemie: Cyberangriffe die größte Gefahr für Unternehmen

Manager und Sicherheitsfachleute weltweit sehen in Cyberangriffen die größte Gefahr für Unternehmen. Im am Dienstag veröffentlichten «Risikobarometer» des zur Allianz gehörenden Industrieversicherers AGCS liegen kriminelle Hacker mit ihren Aktivitäten auf…
Windows

Über 3 Millionen unsichere Windows-PCs am Netz

In deutschen Haushalten gibt es rund 48 Millionen Computer, die mit dem Betriebssystem Windows laufen. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass Privatnutzer ihre Altgeräte erneuert und sogar mehr Geräte gekauft haben.
Corona Hacker

Dridex-Malware: Geschmacklose Omikron Phishing-Kampagne

„Eine bösartige Phishing-Kampagne verhöhnt die Opfer, nachdem sie ihre Geräte mit Dridex-Malware infiziert“, so Lawrence Abrams von BleepingComputer.
Malware

Malware-Downloads erfolgten im Jahr 2021 meist über Cloud-Apps

Mehr als zwei Drittel der Malware-Downloads im Jahr 2021 stammen von Cloud-Apps. Google Drive wurde dabei als die App mit den meisten Malware-Downloads identifiziert und löst damit Microsoft OneDrive ab.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.