Fragmentierte IT-Landschaften und die Vielzahl spezialisierter Tools erschweren die Umsetzung von Zero Trust. Abhilfe schafft die zentrale Orchestrierung von Identitäten, Rollen und Abhängigkeiten – auf einer konsolidierten Plattform.
Eine Firewall gegen Angriffe von „draußen“ aufzubauen – das reicht für IT-Sicherheitsarchitekturen heute längst nicht mehr aus. Cloud-Dienste, hybride Infrastrukturen und vernetzte Partnernetzwerke verlangen nach einem Zero-Trust-Ansatz. Er basiert auf der Annahme, dass Bedrohungen sowohl außerhalb als auch innerhalb des Netzwerks existieren. Kein Nutzer, kein Gerät, keine Anwendung genießt automatisches Vertrauen. Stattdessen wird jede Zugriffsanfrage kontinuierlich verifiziert.
Bei der Umsetzung von Zero Trust in Unternehmen gibt es häufig aber ein großes Problem, das dem Konzept zuwiderläuft: die fragmentierte IT-Landschaft. Zero Trust bleibt graue Theorie, wenn für jeden Prozess und jedes Problem ein neues, spezialisiertes Tool hinzugefügt wird; wenn Identitäten über verschiedene Systeme verteilt sind, Authentifizierung je nach System unterschiedlich erfolgt und Policies nicht konsistent durchgesetzt werden können.
In vielen Unternehmen existieren digitale Identitäten parallel: Jeder Mitarbeiter hat ein Active-Directory-Konto, separate Accounts für Cloud-Anwendungen, weitere Zugänge für Kommunikationstools und Identitäten für Signatursysteme. Jede Anwendung verwaltet Identitätsinformationen eigenständig, mit unterschiedlichen Datenständen. Jede neue Schnittstelle ist ein potenzielles neues Einfallstor für Cyberangriffe. Es reicht, wenn eine davon kompromittiert wird, damit die gesamte IT-Struktur in Gefahr gerät.
Eine konsolidierte Plattform als Grundlage für Zero Trust
Zero Trust ist kein Feature, das sich nachträglich hinzufügen lässt. Es ist eine Architektur, die ganzheitlich gedacht werden muss. Und wie jede Architektur braucht es ein Fundament. Diese Basis muss eine zentrale Plattform sein: Auf ihr werden Identitäten, Zugriffsrechte, Richtlinien, Kommunikationskanäle und Prozess-Tools zusammengeführt und durchgängig gesteuert. Denn wenn alle sicherheitsrelevanten Komponenten zentral orchestriert werden und verfügbar sind, verringert das die Angriffsfläche erheblich. Gleichzeitig verschlankt es betriebliche Prozesse und erleichtert Mitarbeitern den Arbeitsalltag: Sie müssen sich nicht länger mit unterschiedlichsten Logins, Authentifizierungsmechanismen und Benutzeroberflächen auseinandersetzen. Das spart Zeit, Nerven und verringert die Fehleranfälligkeit.
Identitätsmanagement neu gedacht
Zero Trust verlangt kontinuierliche Verifikation. Identität wird zum neuen Sicherheitsperimeter, der unter allen Umständen geschützt werden muss. Dafür braucht es nicht nur starke Authentifizierung, sondern auch Echtzeit-Überwachung und Korrelation von Ereignissen. In fragmentierten Umgebungen mit unterschiedlichen Datenformaten und Silos ist das nahezu unmöglich.
Eine integrierte Plattform löst dieses Problem, indem sie alle sicherheitsrelevanten Ereignisse in einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführt. Eine Single Source of Truth für alle Identitäten im Unternehmen. So lassen sich Anomalien nicht nur schneller erkennen, sondern auch im Kontext bewerten. Ein fehlgeschlagener Login ist in einem Einzelsystem harmlos – tritt er aber gleichzeitig mit einem ungewöhnlichen Datenabruf in einer anderen Anwendung auf, ergibt sich ein Muster für potenziellen Missbrauch. Mit geeigneten KI-basierten Sicherheitslösungen lässt sich dann in Echtzeit gegensteuern.
Schluss mit Privilege Creep und Zombie-Accounts
Die (unabsichtliche) Anhäufung von Zugriffsrechten gehört in fragmentierten Landschaften zur Tagesordnung. Ein Mitarbeiter wechselt die Abteilung, behält aber Zugriffe aus der alten Rolle. Ein Projekt endet, die Berechtigungen bleiben bestehen. Niemand im Unternehmen hat den vollständigen Überblick über sämtliche jemals erteilte administrativen Privilegien.
Das ist nicht nur ineffizient, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Besonders kritisch wird es, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen oder externe Partner gekündigt werden. Wird die Deaktivierung nicht über alle Tools hinweg koordiniert, können Zugänge unentdeckt aktiv bleiben. Mit solchen „Zombie Accounts“ haben ehemalige – im schlimmsten Fall feindlich gestimmte – Angestellte faktisch weiterhin Zugriff auf Unternehmensdaten und -systeme.
Zero Trust ist kein Feature, das sich nachträglich hinzufügen lässt. Es ist eine Architektur, die ganzheitliche gedacht werden muss.
Ismet Koyun, KOBIL Gruppe
Eine zentrale Plattform verhindert das. Rollen und Berechtigungen werden zentral definiert und automatisch durchgesetzt. Bei einem Rollenwechsel greifen automatisierte Workflows: Alte Rechte werden entzogen, neue vergeben – konsistent über alle Systeme. Auch beim Offboarding werden alle Zugänge zentral und automatisiert gelöscht. Zudem ermöglicht diese Orchestrierung flexible Zugriffsmodelle: Berechtigungen werden nur für definierte Zeiträume gewährt beziehungsweise erhöht und automatisch wieder entzogen.
Einheitliche Basis für Compliance und Governance
Ein weiterer Vorteil der Plattformarchitektur: die regulatorische Nachvollziehbarkeit. Vorgaben wie DSGVO, eIDAS oder DORA verlangen, dass Organisationen jederzeit belegen können, wer wann worauf zugegriffen hat und ob die Zugriffskontrolle den geltenden Standards entsprach.
In einer zentralen Plattform sind diese Informationen Teil des Systems. Jede Aktion – vom Login über die Dokumentenfreigabe bis zur digitalen Signatur – wird revisionssicher protokolliert. Löschund Auskunftspflichten lassen sich automatisiert erfüllen. Audit-Trails sind jederzeit abrufbar. Security-Teams müssen keine Daten aus verschiedenen Quellen manuell abgleichen, sondern erhalten ein einheitliches Lagebild. Compliance wird so zur „Nebenwirkung“ einer guten Sicherheitsarchitektur – ohne zusätzlichen administrativen Aufwand.
Auf dem Weg zu lückenlosem Vertrauen
Mit einer konsolidierten All-in-One-Lösung bekommen Unternehmen ein Tool, das gleich mehrere entscheidende Probleme löst. Sie beschleunigt die Digitalisierung, bringt Ordnung in die unternehmensweiten digitalen Prozesse und minimiert Sicherheitsrisiken – bei voller Einhaltung regulatorischer Vorgaben.
Wie eine solche Lösung in der Praxis aussehen kann, zeigt die Enterprise- Plattform KOBIL mPower. Sie zentralisiert Unternehmensprozesse und bringt alle Anwendungen in einem einzigen Hub zusammen. Jeder Mitarbeiter erhält eine sichere digitale Identität, mit der er wichtige Dokumente rechtssicher unterschreiben, authentifizieren und sich überall sicher anmelden kann – vom On- bis zum Offboarding, und ohne sich hunderte Passwörter merken zu müssen. Jede Organisation kann damit ihre eigene sichere Kommunikationsplattform und ihr eigenes Chat-System aufbauen, damit sensible Informationen geschützt bleiben. Das Zero-Trust-Prinzip steht by Design im Mittelpunkt, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.
Eine einheitliche Plattform bietet Unternehmen die große Chance, eine verbindliche, sichere und einfache Digitalisierung zu ermöglichen. Mit orchestrierten Identitäten, Kommunikationskanälen und Workflows schaffen sie Vertrauen, Effizienz und Sicherheit – die Basis für eine neue digitale Zukunft.