Mit der zunehmenden Nutzung von Cloud-Diensten, Remote Work und KI-Systemen wird der Schutz von Unternehmensdaten komplexer.
Wie KI den Schutz sensibler Unternehmensdaten verbessern kann

Künstliche Intelligenz kann dabei nicht nur neue Risiken schaffen, sondern auch dabei helfen, sensible Informationen zu erkennen, Sicherheitsvorfälle einzuordnen und Schutzmaßnahmen an die jeweilige Situation anzupassen.
Daten automatisch erkennen und einordnen
Eine zentrale Aufgabe besteht zunächst darin, überhaupt zu erkennen, welche Informationen besonders schützenswert sind. Klassische Verfahren setzen dabei teilweise auf manuelle Klassifizierung oder fest definierte Regeln.
KI kann diese Arbeit automatisieren, indem sie Inhalte analysiert und anhand ihres Kontexts einordnet. Dabei lassen sich auch Informationen erkennen, die in veränderter Form auftauchen. Vertrauliche Inhalte können beispielsweise aus einem Dokument übernommen und anschließend in einer E-Mail, einem Screenshot oder einem anderen Dateiformat weitergegeben werden.
Dadurch lässt sich die Zahl fehlerhafter Klassifizierungen reduzieren und der Aufwand für Mitarbeiter verringern.
Auffälliges Verhalten im Kontext bewerten
Auch bei der Erkennung von Sicherheitsvorfällen kann KI eine Rolle übernehmen. Systeme können große Mengen an Protokollen und Monitoring-Daten analysieren und dabei nach ungewöhnlichen Mustern suchen.
Ein Vorteil liegt darin, dass Informationen aus unterschiedlichen Systemen miteinander in Beziehung gesetzt werden können. Eine einzelne Aktivität muss nicht zwangsläufig verdächtig sein. In Kombination mit weiteren Vorgängen kann sie jedoch auf einen laufenden Angriff hindeuten. KI kann solche Zusammenhänge schneller erkennen und Sicherheitsverantwortlichen eine umfassendere Bewertung liefern.
Schutzmaßnahmen müssen zum Risiko passen
Starre Sicherheitsrichtlinien stoßen zunehmend an Grenzen, wenn Daten ständig zwischen Mitarbeitern, Anwendungen, Cloud-Diensten und verschiedenen Standorten ausgetauscht werden. Hinzu kommen KI-Agenten, die eigenständig auf Informationen zugreifen und Aktionen ausführen können.
Zu restriktive Regeln können Arbeitsabläufe behindern, während zu großzügige Vorgaben Sicherheitslücken entstehen lassen. KI kann hier den jeweiligen Kontext einer Aktivität berücksichtigen und das damit verbundene Risiko bewerten.
Abhängig von den Daten und dem konkreten Vorgang können Aktivitäten beispielsweise zugelassen oder blockiert werden. Ebenso lassen sich zusätzliche Freigaben verlangen oder Schutzmaßnahmen wie eine Verschlüsselung aktivieren.
Weniger Warnmeldungen, mehr Priorisierung
Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Auswertung von Sicherheitswarnungen. Klassische Systeme erzeugen teilweise eine große Zahl einzelner Meldungen, die von Security-Teams geprüft und priorisiert werden müssen.
KI kann solche Hinweise zusammenführen, nach Zusammenhängen gruppieren und mit zusätzlichen Informationen anreichern. Dadurch können sich Sicherheitsteams stärker auf Vorgänge mit tatsächlicher Relevanz konzentrieren.
Auch bei der Umsetzung von Maßnahmen kann KI unterstützen. Werden beispielsweise neue KI-Anwendungen in einem Unternehmen eingesetzt, können entsprechende Assistenten Vorschläge für Sicherheitsrichtlinien erstellen. Diese lassen sich anschließend von den Verantwortlichen prüfen und an die eigenen Anforderungen anpassen.
Sicherheitsbewusstsein im Arbeitsalltag stärken
KI kann außerdem eingesetzt werden, um Mitarbeiter für Sicherheitsrisiken zu sensibilisieren. Trainings lassen sich stärker auf die jeweiligen Kenntnisse und Aufgabenbereiche einzelner Beschäftigter ausrichten. Auch realitätsnahe Phishing-Simulationen können dazu beitragen, typische Fehler sichtbar zu machen.
Darüber hinaus kann die Unterstützung direkt in Arbeitsabläufe integriert werden. Wird beispielsweise eine E-Mail mit einem Anhang an einen externen Empfänger weitergeleitet, kann ein System auf mögliche Risiken hinweisen. Beim Kopieren oder Herunterladen sensibler Daten kann es zudem auf notwendige Schutzmaßnahmen wie Verschlüsselung aufmerksam machen.
KI wird Teil der Sicherheitsarchitektur
Forcepoint sieht KI deshalb nicht nur als zusätzliches Risiko, sondern auch als Werkzeug für den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Fabian Glöser, Manager Sales Engineering bei Forcepoint in München, erklärt: „KI macht Sicherheitsteams effizienter und effektiver.“
Aus seiner Sicht können Sicherheitsteams dadurch Routineaufgaben reduzieren und sich stärker auf kritische Fälle sowie die Weiterentwicklung ihrer Sicherheitsstrategie konzentrieren. Mit der wachsenden Zahl von Cloud-Diensten, Remote-Arbeitsplätzen und KI-Agenten dürfte damit auch die Frage wichtiger werden, welche Aufgaben bei der Datensicherheit automatisiert werden können und wo weiterhin menschliche Entscheidungen erforderlich sind.
(red/Forcepoint)







