Für Unternehmen wird 2026 ein Jahr, in dem Cyberangriffe durch Künstliche Intelligenz deutlich an Dynamik gewinnen. Gleichzeitig erhöhen neue Vorschriften wie NIS-2, der Cyber Resilience Act und die EUDI-Wallet den Druck auf Organisationen.
Digitale Souveränität rückt ebenfalls in den Fokus, da Städte und Kommunen digitale Dienstleistungen anbieten möchten, ohne von ausländischen Cloud-Anbietern abhängig zu sein.
Die Sicherheitsfirma KOBIL hat auf Basis aktueller Analysen von Gartner drei zentrale Trends identifiziert, die den IT-Sicherheitsdiskurs im kommenden Jahr prägen werden.
SuperApps und autonome KI erfordern Sicherheitskonzepte von Anfang an
SuperApps, die mehrere Mini-Anwendungen auf einer Plattform bündeln, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gartner prognostiziert, dass bis 2027 die Hälfte der Weltbevölkerung täglich SuperApps nutzen wird. Agentic AI, also autonome KI-Agenten, ergänzt dieses Modell, indem sie selbstständig Aufgaben erledigt und auf sensible Daten zugreift.
Damit steigen auch die Risiken. Ohne durchgängige Sicherheitskonzepte, wie Zero-Trust-Ansätze, verifizierte digitale Identitäten und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, können SuperApps und autonome KI schnell zu Einfallstoren für Cyberangriffe werden. Unternehmen müssen ihre Anwendungen daher von Beginn an auf Sicherheit ausrichten.
Konsolidierte Plattformen ersetzen Tool-Wildwuchs
Viele Organisationen arbeiten derzeit mit einer Vielzahl einzelner Sicherheitswerkzeuge. Diese Fragmentierung führt nicht nur zu Ineffizienz, sondern erhöht auch das Risiko für Angriffe. Neue Regularien wie NIS-2, EUDI-Wallet und der Cyber Resilience Act verstärken die Notwendigkeit, Sicherheitsarchitekturen zu konsolidieren.
Zentrale Plattformen ermöglichen es, Identitätsmanagement, Kommunikation, Transaktionen sowie Monitoring und Vorfallmanagement effizient zu steuern. Dies vereinfacht Audits, erhöht die Nachvollziehbarkeit und reduziert Sicherheitsrisiken.
Digitale Souveränität wird strategisch entscheidend
Die Abhängigkeit von globalen Technologieanbietern hat 2025 erneut Schwachstellen offengelegt. Unternehmen erkennen zunehmend, dass Daten- und Cloud-Souveränität ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor ist. Gartner prognostiziert, dass bis 2030 mehr als drei Viertel der Unternehmen außerhalb der USA Strategien zur digitalen Souveränität verfolgen werden.
Regulatorische Rahmenbedingungen wie der EU Data Act verstärken diesen Trend. Kontrolle über Daten, Identitäten und digitale Prozesse innerhalb europäischer Rechtsräume wird 2026 zu einem zentralen Kriterium für Unternehmen, die langfristige Sicherheit und Stabilität gewährleisten möchten.
Fazit
Die IT-Sicherheitslandschaft 2026 wird durch drei Faktoren geprägt: die wachsende Bedeutung von SuperApps und Agentic AI, die Konsolidierung von Sicherheitslösungen und die zunehmende Relevanz digitaler Souveränität. Unternehmen müssen ihre digitalen Prozesse ganzheitlich, regelkonform und auf europäischer Basis absichern, um Risiken zu minimieren und operative Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.