Öffnet in einem neuen Tab
IT-Sicherheit in Deutschland

IT-Sicherheitsmarkt wächst 2027 auf 15,8 Milliarden Euro

Die Ausgaben für IT-Sicherheit in Deutschland steigen weiter: Für 2026 erwartet der Digitalverband Bitkom ein Marktvolumen von 14,3 Milliarden Euro, im Jahr 2027 sollen es bereits 15,8 Milliarden Euro sein.

IT-Sicherheitsmarkt wächst 2027 auf 15,8 Milliarden Euro

Grundlage der Prognose sind Berechnungen des Marktforschungsunternehmens IDC, die ein anhaltend zweistelliges Wachstum erwarten lassen.

Sicherheitssoftware dominiert die Ausgaben

Mit 7,8 Milliarden Euro entfällt 2026 der größte Teil der Investitionen auf Sicherheitssoftware. Das entspricht einem Wachstum von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Marktanteil von rund 55 Prozent. Zu den Einsatzbereichen zählen unter anderem der Schutz von Endgeräten und Cloud-Umgebungen, Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie die Erkennung von Cyberangriffen.

Für IT-Sicherheitsdienstleistungen werden voraussichtlich 5,3 Milliarden Euro ausgegeben, ein Plus von 7,3 Prozent. Dazu gehören Beratungsleistungen, die Integration von Sicherheitslösungen und Managed Security Services. Hardware wie Firewalls und spezialisierte Sicherheitsgeräte erreicht ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro. Mit einem Zuwachs von 14,6 Prozent verzeichnet dieses Segment 2026 das stärkste relative Wachstum.

Anzeige

Software bleibt wichtigster Wachstumstreiber

Auch für 2027 rechnet Bitkom auf Basis der IDC-Daten mit steigenden Ausgaben in den meisten Marktsegmenten. Besonders deutlich soll die Nachfrage nach Sicherheitssoftware zulegen.

SegmentPrognose 2026Prognose 2027
Sicherheitssoftware7,8 Mrd. Euro8,9 Mrd. Euro
IT-Sicherheitsdienstleistungen5,3 Mrd. Euro5,7 Mrd. Euro
Sicherheits-Hardware1,2 Mrd. Euroknapp 1,2 Mrd. Euro

Für Software erwartet der Verband 2027 ein Wachstum von 14,6 Prozent, bei Dienstleistungen sollen die Ausgaben um 8,4 Prozent steigen. Bei Hardware wird nach den hohen Beschaffungen des Jahres 2026 dagegen ein Rückgang um 4,2 Prozent prognostiziert.

Sicherheitsrisiken erhöhen den Handlungsdruck

Die steigenden Ausgaben stehen vor dem Hintergrund erheblicher wirtschaftlicher Schäden durch Cyberkriminalität. Laut der Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2026“ verursachen Datendiebstahl, Spionage und Sabotage in Deutschland jährlich Schäden von mindestens 211 Milliarden Euro. 76 Prozent davon sind demnach auf Cyberangriffe zurückzuführen.

Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung, verweist auf die Auswirkungen solcher Angriffe über einzelne Unternehmen hinaus: Betroffen seien auch Kunden, Lieferketten und kritische Infrastrukturen.

Anzeige

Anteil am IT-Budget bleibt unverändert

Trotz des wachsenden Marktvolumens hat sich der Anteil der Sicherheitsausgaben an den gesamten IT-Budgets bislang nicht erhöht. Unternehmen investieren durchschnittlich weiterhin 18 Prozent ihres IT-Budgets in Sicherheit. Damit liegen sie unter dem vom Bitkom und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfohlenen Richtwert von 20 Prozent.

Zusätzliche Anforderungen ergeben sich aus dem Cyber Resilience Act und der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie. Nach Einschätzung von Dehmel schafft der steigende Bedarf an leistungsfähigen und vertrauenswürdigen Sicherheitslösungen zugleich Chancen für Anbieter aus Deutschland und Europa.

(red/Bitkom)

Anzeige