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26.03.19 - 26.03.19
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27.03.19 - 27.03.19
In Messe München

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01.04.19 - 05.04.19
In Hannover

SMX München
02.04.19 - 03.04.19
In ICM – Internationales Congress Center München

ACMP Competence Days München
10.04.19 - 10.04.19
In Jochen Schweizer Arena GmbH, Taufkirchen bei München

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Ein Flieger bricht aus Formation aus

Der Innovationstrichter, das mehrstufige analytische Ausfiltern der richtigen Ideen aus einer großen Masse galt lange Zeit als Maßstab. Angesichts steigendem Fachkräftemangel ist dies eine unhaltbare Ressourcenverschwendung. Lean Startup liefert effektivere Wege zu Innovationen, die funktionieren.

Innovation als Lotterie

Innovation wird oft als eine Art Lotteriespiel empfunden. Dabei wird der reinen Zufälligkeit von Treffern durch verschiedene Methoden nachgeholfen. Es bleibt aber bei der mehrstufigen Filterung und der Ausbildung des Innovationstrichters als beherrschendes Prinzip:

Viele Ideen generieren, einige wenige in die Projekte schicken und auf einzelne erfolgreiche Produkte hoffen.

Unter der Annahme von statistischer Unabhängigkeit ist dies das Beste was man tun kann. Zusätzlich wird der blinde Fleck, die Voreingenommenheit ein Stück weit ausgeschaltet. Aber Masse ist nicht immer Klasse.

Erste Effizienzverbesserungen

Erste Verbesserungen im Sinne des Lean Startup Konzeptes von Eric Ries liefert Dr. R. Sprenger mit der Formel „start many, try cheap, fail early“, die zwei wichtige Aspekte angeht.
Durch das „try cheap“, das kostengünstige Ausprobieren mit potentiellen Kunden, wird eine größere Marktnähe gegenüber der Filterung im Desk Research erreicht. Zusätzliche Effektivität entsteht durch das „fail early“, den Fokuswechsel von der Verifizierung der richtigen auf das Falsifizieren der ungeeigneten Ideen.

Kernprobleme des Trichters

Es bleibt aber beim „start many“ als Ausgangspunkt des 3-stufigen Prozesses. In einer VUCA-Welt mit zunehmender Veränderungsgeschwindigkeit (Velocity), Ungewissheit (Uncertainty), Komplexität (Complexity) und Mehrdeutigkeit (Ambiguity), ist dies und das dahinter liegende Lotterieprinzip in Frage zu stellen.

Die Komplexität der Themen erfordert eine Mindesteindringtiefe um fundierte Aussagen treffen zu können. Dies bedeutet die Notwendigkeit einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema und damit Bindung dieser Ressourcen für eine signifikante Zeitdauer.

Die benötigten Ressourcen in diesem Prozess sind Menschen mit der Kombination aus Sachverstand und Offenheit für Neues. Diese sind aber noch rarer als Fachkräfte im Allgemeinen.

Bei erfolgreichen Geschäftsideen geht es immer weniger um die geniale technische Idee als das durchdachte Gesamtkonzept. Die Mehrdeutigkeit der Erfolgsparameter einer Innovation führt zwangsläufig zur Forderung nach Diversität in den Produktteams.

In Summe steigt der Aufwand für einen „Start many“ Ansatz also exponentiell an: Viele diverse Teams für einen signifikanten Zeitraum an je einer isolierten Idee arbeiten zu lassen kann und sollte sich heute niemand mehr leisten.

Fokus statt Gießkanne

Erfolgreiche Geschäftsideen beruhen selten auf einer singulären Idee. Vielmehr ist des die geschickte Kombination von Ideen in ein schlüssiges Geschäftsmodell, die zum Erfolg führt.
Etablierte Unternehmen sind Teil eines Öko-System, das sie nach C. Christensen bei disruptiven Vorgängen im Markt an einer rechtzeitigen Neuorientierung hindert. Gleichzeitig stellt es aber einen Wert dar, der zum entscheidenden Vorteil werden kann. Dazu ist bei der Konzeptentwicklung zu prüfen, welche Elemente des Ökosystems direkt genutzt werden können, welche geeignet zu transformieren und weiter zu entwickeln sind und welcher man sich besser entledigt.

Eine Idee schafft keine dauerhafte Alleinstellung. Die entsteht vielmehr aus einer besonderen Fähigkeit sie zu entwickeln, sie zu fertigen, sie auszuliefern oder zu verkaufen. Dahinter stecken oft langfristig aufgebaute Kompetenzen. Stärken auf die man bauen kann, so man sie erkennt, weiterentwickelt oder neu interpretiert.

Aber wie kann Fokussierung in der Innovation funktionieren? Wie kann man sich auf etwas fokussieren, das man noch nicht kennt?

Mit Lean Startup aus der Sackgasse

Das Lean Startup Konzept liefert einen Lösungsansatz. Eine Idee definiert nicht mehr das Ziel des Projekts sondern dient nur noch als Auslöser und Startpunkt.

Eine abstrakte, eher geschäftliche als technische Formulierung des Problems aus Kundensicht als Arbeitshypothese gibt dem Team Autonomie, eine Mission und minimale Restriktionen. Aus dem objektiven Abgleich mit der Geschäftsstrategie und dem Ecosystem als SWOT-Analyse ergibt sich die für etablierte Unternehmen so wichtige Chancen-Risikobewertung und die Erweiterung des Blickwinkels auf notwendige Veränderungsprozesse.

Ein interdisziplinäres Team schafft von Anfang an eine Vision für ein Produkt das der Kunde braucht, der Vertrieb verkaufen, der Service ausliefern und die Produktion auch Herstellen kann. Es entsteht ein vollständiges, in sich schlüssiges Geschäftsmodell und eine Keimzelle für eine motivierte Mannschaft.

Lean Startup überprüft die vielen Ideen des „start many“ Ansatzes innerhalb des Projekts statt isoliert voneinander. Es maximiert die Lerneffekte und die Effizienz des Teams. Getreu dem J. Schumpeter zugeschriebenen Satz: „Wenn es so nicht geht, dann anders“. Das Denken kreist nicht mehr um die Nutzung einer möglicherweise nutzlosen Idee sondern fokussiert auf den Nutzen für den Kunden.
Das Beobachten von Lead Usern kann dabei den Innovationshub und damit den resultierenden Wettbewerbsvorsprung erhöhen. Der Zugang zu Ihnen, den etablierte Unternehmen in der Regel besitzen, ist oft schon der entscheidende Wettbewerbsvorteil.

Die agile Projektarbeit sollte mit ausreichenden Freiräumen ausgestattet werden und auf die ganzheitliche Betrachtung des Geschäftsmodells gerichtet sein. Sie können dann guten Gewissens alles auf ein Karte setzen, denn damit haben sie einen Joker.

Thomas Pförtner


Thomas Pförtner, pfoertner-net.de

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