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Mental Health bei Freelancern

Finanzielle Sorgen treiben Freelancer trotz Erschöpfung in Projekte

Mehr als die Hälfte der befragten Freelancer hat bereits Projekte trotz psychischer Erschöpfung angenommen oder weitergeführt.

Finanzielle Sorgen treiben Freelancer trotz Erschöpfung in Projekte

Eine Umfrage der Plattform freelancermap zeigt, dass dahinter häufig finanzieller Druck und die Sorge vor ausbleibenden Aufträgen stehen.

Wirtschaftliche Unsicherheit belastet die Psyche

Für viele Selbstständige ist es offenbar schwierig, bei gesundheitlicher Überlastung eine Pause einzulegen. Von den mehr als 550 befragten freelancermap-Mitgliedern gaben 55 Prozent an, schon einmal trotz psychischer Erschöpfung an einem Projekt festgehalten zu haben. 62 Prozent dieser Gruppe nannten finanzielle Gründe dafür, nicht ablehnen zu können. Nur 13 Prozent führten einen hohen beruflichen Anspruch als Motivation an.

Die größten Belastungsfaktoren sind die unsichere Auftragslage, die 69 Prozent der Befragten nannten, sowie die wirtschaftliche Entwicklung mit 53 Prozent. Weitere 47 Prozent sorgen sich um die Höhe und Verlässlichkeit ihres Einkommens. Unter denjenigen, die trotz Erschöpfung weiterarbeiteten, befürchteten zudem 14 Prozent, dadurch Kundinnen und Kunden oder ein Projekt zu verlieren.

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Mehr Belastung bei unsicherer Auftragslage

Die wirtschaftliche Situation steht auch mit der Entwicklung der psychischen Belastung in Zusammenhang. Von den Befragten, die eine unsichere Auftragslage als Problem angaben, berichteten 62 Prozent von einer Zunahme ihrer psychischen Belastung im vergangenen Jahr. Bei den übrigen Teilnehmenden lag dieser Anteil bei 39 Prozent.

Arbeiten trotz gesundheitlicher Beschwerden ist allerdings kein ausschließliches Problem von Selbstständigen. Laut dem DGB-Index Gute Arbeit 2024 gingen 63 Prozent der Beschäftigten im vergangenen Jahr zur Arbeit, obwohl sie sich richtig krank fühlten.

Selbstbestimmung als wichtiger Ausgleich

Trotz der finanziellen und psychischen Herausforderungen sehen viele Freelancer auch Vorteile ihrer Arbeitsform. Drei Viertel der Befragten nennen Autonomie und freie Zeiteinteilung als wichtige Faktoren für ihre psychische Gesundheit. 52 Prozent schätzen die Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten. Für 33 Prozent trägt auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben mit Familie und Freundeskreis zum Wohlbefinden bei.

Thomas Maas, CEO von freelancermap, sieht darin sowohl eine Stärke als auch eine Grenze der Selbstständigkeit: Die Freiheit, die eigene Arbeit zu gestalten, könne finanzielle Unsicherheit nicht ausgleichen. Klare Vereinbarungen zu Projektumfang und Fristen könnten jedoch helfen, die Zusammenarbeit verlässlicher zu planen.

(red/freelancermap)

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