Die Beziehung deutscher Büroangestellter zu ihrer Arbeit hat sich laut dem aktuellen HP Work Relationship Index leicht verbessert.
KI-Nutzung und Weiterbildung prägen die Mitarbeiterzufriedenheit in Deutschland

Gleichzeitig bleibt die berufliche Unsicherheit hoch. Die Studie zeigt zudem, dass KI-Nutzung, Weiterbildung und übertragbare Fähigkeiten für viele Beschäftigte zunehmend zu Instrumenten werden, um mit Veränderungen im Arbeitsleben umzugehen.
Nur leichte Erholung bei der Arbeitszufriedenheit
Für die Untersuchung hat HP weltweit mehr als 19.000 Menschen in 15 Ländern befragt. In Deutschland bewerten 21 Prozent der Büroangestellten ihre Beziehung zur Arbeit als gesund. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Gleichzeitig bleibt die Situation für einen erheblichen Teil der Beschäftigten angespannt. 38 Prozent befinden sich laut Studie weiterhin in einer kritischen Zone mit einer ungesunden Beziehung zur Arbeit. Hinzu kommt, dass 60 Prozent der deutschen Befragten einen Jobwechsel derzeit als zu riskant einschätzen.
Die Ergebnisse deuten damit weniger auf eine Rückkehr zu stabilen Arbeitsbedingungen als auf eine Anpassung an anhaltende Unsicherheit hin.
Beschäftigte setzen stärker auf übertragbare Fähigkeiten
Statt ausschließlich auf klassische Karrierewege zu setzen, richten viele Beschäftigte ihren Blick auf Fähigkeiten, die sich auch in anderen beruflichen Situationen einsetzen lassen. Die Hälfte der deutschen Büroangestellten misst sogenannten Transferable Skills inzwischen größere Bedeutung bei als dem klassischen Aufstieg innerhalb eines Unternehmens.
Auch zusätzliche Einkommensmöglichkeiten spielen eine Rolle. Besonders bei jüngeren Beschäftigten zeigt sich dieser Trend. 32 Prozent der zur Generation Z gehörenden Befragten in Deutschland gehen laut HP einer Nebentätigkeit nach.
Damit versuchen Beschäftigte offenbar, ihre beruflichen Möglichkeiten breiter aufzustellen und weniger von einem einzelnen Arbeitsplatz abhängig zu sein.
KI wird häufiger Teil des Arbeitsalltags
Parallel dazu nimmt die Nutzung von KI am Arbeitsplatz deutlich zu. Der Anteil der deutschen Büroangestellten, die vom Arbeitgeber bereitgestellte KI-Anwendungen täglich oder wöchentlich einsetzen, stieg laut Studie von 32 auf 49 Prozent.
Dabei zeigt sich ein Zusammenhang zwischen regelmäßiger KI-Nutzung und der Einstellung zur Arbeit. Beschäftigte, die täglich mit KI arbeiten, berichten häufiger von einer positiven Beziehung zu ihrer Arbeit und einem höheren Engagement.
Mit der zunehmenden Nutzung entstehen allerdings auch neue Unsicherheiten. Wer KI-Agenten einsetzt, geht häufiger davon aus, dass die eigene berufliche Rolle künftig schwerer zu definieren sein wird. 43 Prozent dieser Nutzer äußern diese Einschätzung, bei Beschäftigten, die ausschließlich generative KI verwenden, sind es 27 Prozent.
Auch die Sorge vor einer Verdrängung durch KI oder durch Kollegen mit größeren KI-Kenntnissen ist bei Agentennutzern stärker ausgeprägt. 43 Prozent sehen hier ein entsprechendes Risiko, gegenüber 27 Prozent bei den Nutzern ausschließlich generativer KI.
Mehr KI-Kompetenz ersetzt menschliche Fähigkeiten nicht
Adrian Müller, Vice President und Managing Director von HP Deutschland, sieht in den Ergebnissen einen Zusammenhang zwischen technischer Entwicklung und kontinuierlichem Lernen.
„Doch die Ergebnisse legen nahe, dass größere KI-Kompetenz den wahrgenommenen Bedarf an menschlichen Fähigkeiten nicht reduziert. Vielmehr wächst das Bewusstsein für die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit und kontinuierlichem Lernen“, sagt Müller.
Die zunehmende Verbreitung von KI führt demnach nicht dazu, dass menschliche Fähigkeiten an Bedeutung verlieren. Vielmehr verändert sich die Frage, welche Kompetenzen Beschäftigte benötigen und wie sie diese weiterentwickeln können.
Technik bleibt ein Faktor für die Arbeitsqualität
Neben KI untersucht der Work Relationship Index auch, welche technischen Voraussetzungen Beschäftigte für gute Arbeitsbedingungen benötigen. 54 Prozent der deutschen Befragten nennen schnellere und zuverlässigere Geräte als wichtigen Faktor. Für 39 Prozent ist eine bessere Verbindung zwischen verschiedenen technischen Lösungen relevant.
Weitere 32 Prozent wünschen sich Technologien, die störungsarmes Arbeiten ermöglichen. 31 Prozent sehen Tools zur Entwicklung neuer Fähigkeiten als wichtigen Bestandteil ihrer Arbeitsumgebung.
Damit rückt auch die Rolle der IT stärker in den Mittelpunkt der Arbeitsorganisation. Moderne Technologie beeinflusst nicht nur technische Abläufe, sondern zunehmend auch Produktivität, Weiterbildung und die Wahrnehmung der eigenen Arbeit.
Adrian Müller fasst die Ergebnisse so zusammen: „Es geht darum, Arbeit einfacher und besser zu machen. Technologie sollte entlasten und nicht zusätzlich belasten.“
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine doppelte Aufgabe: Sie müssen neue Technologien sinnvoll in Arbeitsprozesse integrieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass Beschäftigte die notwendigen Kompetenzen für deren Nutzung entwickeln. Der HP Work Relationship Index zeigt dabei, dass technische Ausstattung, Weiterbildung und die Fähigkeit zur Anpassung zunehmend miteinander verbunden sind.
(red/HP)





