Studie

Jede zweite Führungskraft findet Entscheidungsprozesse so kompliziert wie nie zuvor

Mehr als die Hälfte (52 %) aller Führungskräfte in Deutschland trifft Entscheidungen heute weniger sicher als vor der Pandemie. Das zeigt eine aktuelle Studie von Opinium im Auftrag von Treasure Data.

Die Umfrage, für die 500 Entscheidungsträger:innen in ganz Deutschland befragt wurden, untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Entscheidungen von Führungskräften. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Führungskräfte im Durchschnitt fast die Hälfte ihrer Arbeitszeit (47 %) mit geschäftskritischen Entscheidungen verbringen. Darüber hinaus geben 45 Prozent der Befragten an, dass die Entscheidungsfindung nun mehr Zeit in Anspruch nimmt als vor der Pandemie.

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Die Studienergebnisse zeigen jedoch auch, dass die zusätzliche Zeit in der Mehrheit der Fälle nicht zu einer Steigerung der Effektivität geführt hat: Während 37 Prozent sagen, dass ihre Entscheidungen nun effektiver sind als vor der Pandemie, hat die überwiegende Mehrheit (57 %) keinen Unterschied bemerkt. Ein kleiner Teil (6 %) glaubt sogar, dass ihre Entscheidungen jetzt weniger effektiv sind. „2022 jährt sich die Pandemie zum zweiten Mal und in dieser Zeit mussten wichtige Entscheidungen oftmals in rasantem Tempo getroffen werden. Dadurch ist der Druck auf viele Führungskräfte gestiegen“, sagt Andrew Stephenson, Director of Marketing EMEA bei Treasure Data. „Da sich das Betriebsumfeld für viele Unternehmen verändert hat und auch weiterhin verändert, sollten nun auch die Entscheidungsprozesse neu gedacht und optimiert werden.“ 

Pandemie führt zu größerer Unsicherheit bei Führungskräften

Obwohl fast alle (93 %) Führungskräfte angeben, dass sie geschäftskritische Entscheidungen selbstbewusst oder sehr selbstbewusst treffen, zeigt die Studie auch, dass dieses Vertrauen im Laufe der Pandemie einen Dämpfer erlitten hat. Denn die Angst vor Fehlern ist groß: 45 Prozent machen sich Sorgen, die falschen Entscheidungen zu treffen. Dies deutet darauf hin, dass der Entscheidungsprozess infolge der Pandemie mit mehr Schwierigkeiten verbunden ist als noch vor zwei Jahren. Und tatsächlich bestätigt die Hälfte aller Befragten (51 %), dass die Entscheidungsfindung nun komplizierter ist als je zuvor.

Infolgedessen steigt auch der Druck auf Entscheidungsträger:innen: Fast die Hälfte (48 %) gibt zu, dass der Druck in Bezug auf die zu treffenden Entscheidungen zugenommen hat. Ein Drittel sagt zudem, dass sie schnell Entscheidungen treffen müssen, ohne Zeit zum Überlegen zu haben (34 %). Ein weiterer Grund für das gesunkene Vertrauen ist unter anderem, dass nicht genügend Daten als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung stehen (25 %). Auch führt Gegenwind oft zur Verunsicherung: 27 Prozent sind verunsichert, wenn Kolleg:innen andere Ansichten vertreten. All diese Faktoren führen dazu, dass 38 Prozent der Befragten häufig die falschen Entscheidungen treffen.

Schwierigkeiten bei der effektiven Nutzung der Daten

Noch vor den Meinungen von Kolleg:innen sagen 49 Prozent, dass Daten bei der Entscheidungsfindung die wichtigste Rolle spielen. Drei von fünf (65 %) Führungskräften sind der Meinung, dass qualitativ hochwertige Daten ihnen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Die Auswirkungen der Pandemie haben diese Wertschätzung nochmals verstärkt: Für 65 Prozent hat die Pandemie die Bedeutung von Daten noch einmal besonders hervorgehoben. Interne Daten (85 %), Kund:innendaten (84 %) und Risiko-/Sicherheitsdaten (83 %) werden als wichtigste Entscheidungsstützen angesehen. Dennoch erhebt nur etwa die Hälfte der Befragten tatsächlich hochwertige Daten in diesen Bereichen und verfügt auch über die Fähigkeiten, diese effektiv zu nutzen. Jede:r fünfte Befragte erfasst wiederum keine Kund:innendaten (18 %) oder keine Risiko-/Sicherheitsdaten (20 %). 

Es besteht also eine große Diskrepanz zwischen der Bedeutung, die den Daten zugeschrieben wird, und der Qualität ihrer Erhebung und Nutzung. 46 Prozent fühlen sich bei der Interpretation und Nutzung von Daten bei der Entscheidungsfindung nicht sicher, während 53 Prozent sagen, dass sie nicht über die richtigen Instrumente verfügen, um Daten zu interpretieren und damit fundierte Entscheidungen zu treffen. „Die Unfähigkeit, effektive Entscheidungen zu treffen und Daten zuverlässig und schnell zu interpretieren, kann dramatische Auswirkungen auf das Geschäft haben – von Problemen bei der Akquise neuer bis hin zum Verlust bestehender Kundinnen und Kunden“, sagt Stephenson. „Datenkompetenz und ihr Einsatz sind dabei von entscheidender Bedeutung. Unternehmen müssen jetzt handeln, um blinde Flecken zu beseitigen, damit sie in diesem Jahr bessere Entscheidungen treffen können.“

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Druck nimmt mit steigender Unternehmensgröße zu

Darüber hinaus zeigt die Studie einen Zusammenhang zwischen Druck und Unternehmensgröße, wobei die Führungskräfte großer Unternehmen besonders unter Druck stehen:

  • Zwei Drittel (65 %) der Führungskräfte mittlerer und großer Unternehmen geben an, dass sie seit Beginn der Pandemie mehr Druck verspüren, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bei Klein- und Kleinstunternehmen sind es 55 Prozent.
     
  • 53 Prozent der mittleren und großen Unternehmen finden die Entscheidungsfindung nun komplizierter ist als je zuvor, verglichen mit 46 Prozent der Klein- und Kleinstunternehmen. 
     
  • Während nur 30 Prozent der Klein- und Kleinstunternehmen angeben, dass sie häufig falsche Entscheidungen treffen, liegt diese Zahl bei den mittleren und großen mit 42 Prozent deutlich höher.

Weitere Informationen:

Der vollständige Studienreport „Effektive Entscheidungen in unsicheren Zeiten“ steht hier zum Download zur Verfügung. 

Über die Umfrage:

Die Umfrage wurde zwischen dem 7. und 19. Oktober 2021 von Opinium im Auftrag von Treasure Data durchgeführt. Die Stichprobe bestand aus 1.536 Entscheidungsträger:innen in Großbritannien, Frankreich und Deutschland und umfasste verschiedene Branchen, Unternehmensarten und -größen. In jedem dieser Länder wurden mindestens 500 Entscheidungsträger:innen befragt.

Im Rahmen unserer Untersuchung definierten wir die Unternehmensgrößen wie folgt:

  • Großunternehmen: ab 250 Beschäftigte
  • Mittlere Unternehmen: 50–249 Beschäftigte
  • Kleinunternehmen: 11–49 Beschäftigte
  • Mikro- bzw. Kleinstunternehmen: bis zu zehn Beschäftigte

www.treasuredata.com/de
 

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