Beschäftigte setzen neue Prioritäten

Flexibilität vor Gehalt – das will die Mehrheit

Gehalt

Der Wunsch nach mehr zeitlicher Freiheit im Job wächst. Das zeigt die aktuelle Studie „State of Hybrid Work 2025“ des Unternehmens Owl Labs.

Demnach wäre mehr als jede zweite beschäftigte Person in Deutschland bereit, für flexiblere Arbeitszeiten auf einen Teil des Gehalts zu verzichten.

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Die Ergebnisse verdeutlichen einen Wandel in der Arbeitswelt: Zeitliche Autonomie wird für viele zunehmend wertvoller als ein höheres Einkommen.

Flexible Arbeitsbedingungen genießen generell große Bedeutung. 82 Prozent der Befragten halten flexible Arbeitszeiten für wichtig, 74 Prozent nennen flexible Arbeitsorte als entscheidenden Faktor. Doch die Studie geht noch einen Schritt weiter und fragt, wie weit Beschäftigte tatsächlich gehen würden, um diese Flexibilität zu erhalten.

Die Antwort fällt deutlich aus: 56 Prozent wären bereit, mindestens fünf Prozent ihres Einkommens einzubüßen, um ihre Arbeitszeiten freier gestalten zu können. 21 Prozent würden ein Minus von fünf Prozent akzeptieren, 17 Prozent sogar zehn Prozent. Elf Prozent wären bereit, 15 Prozent ihres Gehalts abzugeben, sieben Prozent würden 20 Prozent oder mehr in Kauf nehmen.

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Auch beim Arbeitsort zeigt sich eine ähnliche Bereitschaft: 52 Prozent würden für mehr räumliche Flexibilität mindestens fünf Prozent ihres Einkommens eintauschen.

Zeit als neue Währung

Die Zahlen deuten auf eine Verschiebung der Prioritäten hin. Für viele Beschäftigte steht nicht mehr ausschließlich das Einkommen im Mittelpunkt, sondern die Möglichkeit, den eigenen Tagesablauf selbstbestimmt zu gestalten. Flexibilität wird dabei als konkreter Mehrwert wahrgenommen, für den man bereit ist, finanzielle Kompromisse einzugehen.

Vor allem die Kontrolle über die eigene Zeit scheint entscheidend zu sein. Sie ermöglicht es, berufliche Anforderungen besser mit privaten Verpflichtungen oder persönlichen Bedürfnissen zu verbinden.

Microshifting als nächster Schritt

Während Homeoffice und hybride Modelle inzwischen in vielen Unternehmen etabliert sind, zeichnet sich laut Owl Labs bereits eine weitere Entwicklung ab: das sogenannte Microshifting. Dabei geht es nicht nur um die Wahl des Arbeitsortes, sondern um die flexible Aufteilung der Arbeitszeit in kleinere Einheiten über den Tag hinweg.

55 Prozent der befragten Arbeitnehmenden zeigen Interesse an diesem Modell. Besonders hoch ist die Zustimmung bei Menschen mit Care-Verantwortung: 65 Prozent von ihnen können sich vorstellen, Microshifting zu nutzen.

Frank Weishaupt, CEO von Owl Labs, betont die strukturelle Bedeutung solcher Modelle: „Flexibilität bedeutet eine Anpassung an Realitäten. Besonders für Menschen mit Care-Verantwortung ist sie keine Option, sondern strukturelle Voraussetzung für die Erwerbsteilhabe.“ Weiter erklärt er: „Gerade deshalb sind Konzepte wie Microshifting entscheidend: Sie helfen Menschen dabei, anspruchsvolle Aufgaben dann anzugehen, wenn sie am effektivsten sind, und schafft den nötigen Freiraum, der für Ausgeglichenheit sorgt.“

Ob Gehalt oder Freiheit – für einen wachsenden Teil der Arbeitnehmenden steht fest: Mehr Zeitsouveränität kann wichtiger sein als ein höheres Einkommen.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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