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Jobverlust wegen KI?

Junge Beschäftigte fürchten um ihre berufliche Zukunft durch KI

Künstliche Intelligenz sorgt bei Beschäftigten in Deutschland vor allem mit Blick auf die langfristige Jobsicherheit für Unsicherheit.

Junge Beschäftigte fürchten um ihre berufliche Zukunft durch KI

Besonders junge Berufstätige und Auszubildende befürchten, dass KI ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt künftig deutlich verändern könnte.

Das zeigt eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der WEB.DE-Redaktion. Dafür wurden zwischen dem 14. August und 30. September 2026 jeweils 5.000 Erwerbstätige ab 18 Jahren befragt.

Aktueller Arbeitsplatz wird überwiegend als sicher gesehen

Unmittelbare Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes haben die meisten Befragten nicht. Insgesamt 73 Prozent gaben an, sich nur geringfügig Sorgen darüber zu machen, dass Künstliche Intelligenz ihren aktuellen Job überflüssig machen könnte. 26 Prozent stuften ihre Sorge als eher gering ein, weitere 47 Prozent als sehr gering.

Deutlich kleiner ist die Gruppe derjenigen, die eine konkrete Gefahr sehen. 14 Prozent äußerten große Sorgen um ihren derzeitigen Arbeitsplatz.

Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei den 18- bis 29-Jährigen machen sich 32 Prozent große Sorgen um ihren aktuellen Job. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 24 Prozent. Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil deutlich. Bei den 40- bis 49-Jährigen liegt er bei 13 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen bei acht Prozent und bei den über 65-Jährigen bei sieben Prozent.

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Zukunftssorgen sind stärker als die Angst vor dem aktuellen Jobverlust

Noch deutlicher wird die Unsicherheit beim Blick auf einen möglichen späteren Jobwechsel. 19 Prozent der Befragten befürchten, aufgrund von KI in ihrem Berufsfeld künftig keine neue Stelle mehr zu finden. 64 Prozent sehen dieses Risiko dagegen als gering an.

Auch hier sind jüngere Erwerbstätige besonders skeptisch. Von den 18- bis 29-Jährigen rechnen 37 Prozent mit größeren Schwierigkeiten bei einer künftigen Jobsuche. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 29 Prozent. Danach nimmt die Sorge weiter ab und liegt bei den 40- bis 49-Jährigen bei 21 Prozent. Unter den 50- bis 64-Jährigen sind es noch 13 Prozent, bei den über 65-Jährigen zehn Prozent.

Die Ergebnisse deuten damit auf einen Unterschied zwischen der Einschätzung des eigenen aktuellen Arbeitsplatzes und den Erwartungen an die weitere berufliche Entwicklung hin.

Besonders Auszubildende blicken skeptisch nach vorn

Eine auffällige Gruppe sind Menschen, die sich noch in der Ausbildung befinden. 45 Prozent der Auszubildenden machen sich große Sorgen um ihre späteren beruflichen Chancen durch den Einsatz von KI. Mit 44 Prozent ist allerdings fast genauso groß der Anteil derjenigen, die diese Sorge als gering einschätzen.

Unter den bereits Berufstätigen fällt das Bild wesentlich ausgeglichener aus. Unabhängig davon, ob die Befragten eine Berufsausbildung, einen Hochschulabschluss oder keinen Abschluss haben, liegt der Anteil mit großen Zukunftssorgen zwischen 17 und 21 Prozent.

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Berufliche Stellung beeinflusst die Wahrnehmung

Auch die berufliche Position spielt eine Rolle. Beamtinnen und Beamte sehen ihren Arbeitsplatz am wenigsten durch KI gefährdet. Nur vier Prozent äußerten große Sorgen um ihre aktuelle Stelle, während 90 Prozent die Gefahr als gering einschätzen.

Bei Arbeiterinnen und Arbeitern ist die Unsicherheit deutlich größer. 29 Prozent sehen eine hohe Gefahr für ihren aktuellen Arbeitsplatz. Bei Angestellten sind es zwölf Prozent, bei Führungskräften 15 Prozent.

Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der Frage nach der späteren Jobsuche. 84 Prozent der Beamtinnen und Beamten sehen hier nur geringe Risiken. Bei Arbeitern liegt dieser Anteil dagegen bei 47 Prozent. Angestellte kommen auf 61 Prozent, Führungskräfte auf 65 Prozent.

KI wird damit vor allem als langfristige Veränderung wahrgenommen

Die Umfrage von Civey im Auftrag von WEB.DE zeigt somit weniger eine flächendeckende Angst vor einem unmittelbaren Arbeitsplatzverlust als eine wachsende Unsicherheit über die langfristige Entwicklung einzelner Berufsfelder.

Besonders jüngere Beschäftigte stehen dabei unter einem anderen Druck als ältere Arbeitnehmer. Sie haben einen größeren Teil ihres Berufslebens noch vor sich und müssen ihre Qualifikationen möglicherweise stärker an veränderte Anforderungen durch KI anpassen. Gerade für Berufseinsteiger und Auszubildende stellt sich daher die Frage, welche Tätigkeiten und Kompetenzen auch in einem zunehmend automatisierten Arbeitsumfeld gefragt sein werden.

(red/Web.de)

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