Fester Bestandteil des Arbeitsalltags

Angst vor KI? Nicht bei Freelancern

Freelancer

Künstliche Intelligenz hat sich innerhalb weniger Jahre von einer experimentellen Technologie zu einem alltäglichen Werkzeug für Selbstständige entwickelt.

Das zeigt die aktuelle Freelancer-Studie 2026 der Plattform freelance.de, für die rund 3.300 Freelancer befragt und Marktdaten ausgewertet wurden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass KI inzwischen in vielen Projekten und Arbeitsabläufen fest verankert ist.

Anzeige

Regelmäßige Nutzung auf hohem Niveau

Mehr als die Hälfte der befragten Freelancer setzt KI-Anwendungen mittlerweile täglich ein. Weitere 23 Prozent nutzen entsprechende Werkzeuge mindestens einmal pro Woche. Damit arbeitet die große Mehrheit der Selbstständigen regelmäßig mit KI-Technologien, während nur ein kleiner Teil vollständig darauf verzichtet.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung innerhalb kurzer Zeit. Während 2024 noch weniger als jeder fünfte Freelancer KI täglich nutzte, hat sich dieser Anteil innerhalb von zwei Jahren nahezu verdreifacht. Nach dem starken Wachstum der vergangenen Jahre scheint sich die Nutzung inzwischen auf einem konstant hohen Niveau einzupendeln.

unnamed 41

(Bildquelle: freelance.de)

Anzeige

Freelancer treiben die technologische Entwicklung mit voran

Die schnelle Verbreitung von KI unter Selbstständigen überrascht Branchenbeobachter kaum. Freelancer können neue Technologien häufig schneller testen und in ihre Arbeitsabläufe integrieren als größere Unternehmen, die oft komplexe interne Prozesse und regulatorische Anforderungen berücksichtigen müssen.

Im Zusammenhang mit der Studie weist KI-Experte Tristan Post vom AI Strategy Institute darauf hin, dass viele Unternehmen noch mit der Einführung generativer KI beschäftigt sind, während bereits die nächste Entwicklungsstufe intelligenter Systeme bevorsteht.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Unterstützung statt Konkurrenz

Die Mehrheit der Freelancer betrachtet KI nicht als Gefahr für die eigene berufliche Zukunft. Nur knapp ein Viertel der Befragten sieht in der Technologie ein potenzielles Risiko für die eigene Tätigkeit.

Stattdessen wird KI überwiegend als Hilfsmittel wahrgenommen, das repetitive Aufgaben vereinfacht und die Produktivität steigert. Viele Anwender nutzen die Technologie, um ihre bestehenden Fähigkeiten zu ergänzen und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten.

Zum Einsatz kommt KI vor allem bei Aufgaben, die täglich anfallen. Dazu gehören die Recherche von Informationen, die Entwicklung neuer Ideen sowie die Erstellung und Bearbeitung von Texten und anderen Inhalten.

Die Technologie übernimmt dabei meist unterstützende Funktionen. Die eigentliche fachliche Bewertung und kreative Arbeit verbleibt weiterhin bei den Selbstständigen selbst.

Datenschutz und Haftungsfragen bleiben Herausforderungen

Trotz der hohen Akzeptanz bestehen weiterhin Unsicherheiten. Als größte Herausforderungen nennen die Befragten Fragen rund um den Datenschutz sowie die Gefahr fehlerhafter Ergebnisse. Auch steigende Erwartungen von Kunden werden von vielen Freelancern als Folge der zunehmenden KI-Nutzung wahrgenommen.

Hinzu kommen rechtliche Fragestellungen, etwa zur Haftung bei Fehlern oder zum Umgang mit urheberrechtlich geschützten Inhalten. In diesen Bereichen sehen viele Selbstständige noch Klärungsbedarf.

Auswirkungen auf Honorare noch unklar

Offen bleibt für zahlreiche Freelancer auch die Frage, wie sich KI langfristig auf Preise und Honorare auswirken wird. Mehr als ein Drittel der Befragten kann derzeit nicht einschätzen, ob die Technologie ihre Stundensätze positiv oder negativ beeinflussen wird.

Während einige Tätigkeiten durch Automatisierung schneller erledigt werden können, entstehen gleichzeitig neue Anforderungen an Fachwissen, Qualitätskontrolle und den professionellen Einsatz von KI-Werkzeugen.

Die Studienergebnisse zeigen, dass Freelancer ihre Rolle in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft weiter festigen. Gerade in Bereichen wie Informationstechnologie, Engineering und Digitalisierung greifen Unternehmen weiterhin auf externe Experten zurück, um flexibel auf neue Anforderungen reagieren zu können.

Die hohe Bereitschaft, neue Technologien zu übernehmen und produktiv einzusetzen, dürfte dabei ein wichtiger Faktor bleiben. Künstliche Intelligenz entwickelt sich für viele Freelancer zunehmend vom Experimentierfeld zu einem festen Bestandteil des beruflichen Alltags.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.