Anzeige

Startup

Nach dem coronabedingten Einbruch der Gründungstätigkeit verspricht 2021 ein gutes Gründungsjahr zu werden. Rückenwind erhalten Firmengründer vor allem durch den konjunkturellen Aufschwung und die Erholung am Arbeitsmarkt in Deutschland. 

Eine Firmengründung ist jedoch mit einer ganzen Reihe an Aufgaben verbunden. Mit den folgenden Schritten bekommen Jungunternehmer das Wichtigste in den Griff – von finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten bis hin zu effektiven Wachstumsstrategien.

1. Unternehmensform auswählen

Am Anfang steht die Entscheidung über die Unternehmensform sowie der entsprechende Eintrag beim Finanzamt beziehungsweise im Handelsregister. Die einfachste und häufigste Rechtsform in Deutschland ist das Einzelunternehmen. Bei der Gründung durch zwei oder mehrere Partner kommt je nach Geschäftsausrichtung entweder eine Personengesellschaft (natürliche Personen) oder eine Kapitalgesellschaft (juristische Person) in Frage. Die wichtigsten Personengesellschaften sind die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die offene Handelsgesellschaft (OHG) sowie die Kommanditgesellschaft (KG). Zu den Kapitalgesellschaften zählen unter anderem die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die Aktiengesellschaft (AG). 

Die Unternehmensform wirkt sich vor allem auf die Haftungsmodalitäten aus, aber auch auf Steuern und administrative Aspekte. Welche Unternehmensform sich für die jeweilige Gründungssituation am besten eignet, lässt sich gemeinsam mit einem Steuerberater oder Anwalt klären. 

2. Geschäftskonto eröffnen

Der nächste Schritt ist die Eröffnung eines Geschäftskontos. Als Einzelunternehmer reicht das Privatkonto aus. Doch mit einem separaten Konto lassen sich private und geschäftliche Einnahmen und Ausgaben besser voneinander trennen. Wichtig ist auch, die Zahlungsform der künftigen Kunden an das Unternehmen festzulegen. Um bargeldlose Zahlungen akzeptieren zu können, braucht die junge Firma einen Zahlungsabwickler, für den Online-Verkauf von Waren einen Zahlungsgateway-Anbieter. Es gibt auch Dienstleister, die beides übernehmen.

3. Cashflow-Management

Wichtig ist, dass die Einnahmen pünktlich eingehen, damit Lieferanten bezahlt werden können und Geld für Investitionen vorhanden ist. Diese Aufgabe kann einen Jungunternehmer schnell überfordern. Um einen umfassenden Überblick über die monatlichen Ein- und Ausgaben zu erhalten, empfiehlt es sich, einen Steuerberater zu beauftragen. Aber auch die Jungunternehmer selbst sollten die Grundlagen des Cashflows kennen, um sicherzustellen, dass mehr Geld eingeht als ausgegeben wird. Eventuelle finanzielle Engpässe lassen sich so ebenfalls einkalkulieren und Cashflow-Pläne für den Notfall entwickeln – etwa die Verlängerung eines Kredits. 

4. Umgang mit überfälligen Zahlungen 

Zahlungsverzug seitens der Kunden oder Lieferanten zählt zu den Hauptgründen für Cashflow-Probleme. Es gibt jedoch Möglichkeiten, für fristgerechte Zahlungseingänge zu sorgen. Wer eine überfällige Rechnung anmahnt, sollte genau und korrekt benennen, wann er die Rechnung gestellt hat und welche Zahlungsbedingungen gelten. Wichtig ist auch, deutlich zu machen, bis wann der Zahlungseingang erwartet wird. Dabei sollte der Gläubiger immer freundlich, aber bestimmt auftreten und hartnäckig bleiben.

5. Berichte zur finanziellen Situation des Unternehmens

Im Sinne einer korrekten Buchhaltung müssen Unternehmen regelmäßig Berichte über ihre finanzielle Entwicklung erstellen. Die drei wichtigsten Finanzberichte sind die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und die Kapitalflussrechnung. Letztere ist für Gründer und Jungunternehmer besonders relevant. Denn wenn das Startkapital nicht ausreicht, um die täglichen Ausgaben zu decken, müssen die ein- und ausgehenden Geldmittel genau geplant werden. Dabei sind die Modalitäten der Buchführung gesetzlich exakt festgeschrieben: Die handelsrechtliche Buchführungspflicht ist im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelt. Die steuerliche Buchführungspflicht ergibt sich aus der Abgabenordnung (AO). 

Die manuelle Cashflow-Verwaltung – etwa mithilfe von Excel – ist aufwändig und fehleranfällig. Immer mehr Unternehmer nutzen daher elektronische Möglichkeiten. Mit moderner Buchhaltungssoftware beispielsweise lassen sich Transaktionen automatisch abrufen und die Ein- und Ausgaben in Echtzeit überwachen. Für Gründer und Jungunternehmer, die oft mehrere Disziplinen gleichzeitig meistern müssen, ist eine solche Software besonders hilfreich.

6. Unternehmenssteuern verwalten

Wichtig ist auch, die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer im Blick zu behalten. Einzelunternehmer und Personengesellschaften sind zur Zahlung von Einkommensteuer verpflichtet. Dabei geht es um Einkünfte aus nicht-selbstständiger und selbstständiger Arbeit, aus Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft sowie aus Kapitalvermögen und Vermietung. Kapitalgesellschaften zahlen dagegen Körperschaftsteuer. Hier wird das zu versteuernde Einkommen durch ein spezielles Rechenverfahren aus dem erwirtschafteten Jahresüberschuss ermittelt. Unternehmen müssen für jedes verkaufte Produkt und jede Dienstleistung zudem Umsatzsteuer beim jeweiligen Kunden erheben und an das Finanzamt abführen. Kleinunternehmen und Firmen, die die Voraussetzungen nach § 19 UStG erfüllen, sind von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Gewerbesteuer muss jeder Betrieb abführen, der im Inland tätig ist. Sie wird von der jeweiligen Kommune oder Gemeinde erhoben und an das Finanzamt abgeführt. Die gezahlte Gewerbesteuer ist in der Steuererklärung aber auf die Einkommensteuer anrechenbar.

7. Mit gezielten Maßnahmen das Geschäft ausbauen

Wer seine Käufer und ihre Bedürfnisse kennt, kann auf Basis dieser Informationen effektive Verkaufsstrategien erarbeiten. Hilfreich ist dabei vor allem das Kunden-Feedback, das sich über Fragebögen, Feedback-Calls oder auch über soziale Plattformen wie Linkedin und Facebook einholen lässt. Sinnvoll ist zudem, Bestandskunden über neue oder verbesserte Artikel zu informieren, die zu ihren bisherigen Käufen passen – idealerweise mit einem personalisierten Newsletter. Generell kommt es bei Marketing- und Vertriebskampagnen darauf an, dass sich die Kunden nicht belästigt fühlen. Ziel sollte sein, solide und langfristige Partnerschaften aufzubauen – und nicht einmaligen Gewinnen hinterherzujagen.

Mit Rabatten und Sonderangeboten lässt sich der Absatz zwar vorübergehend erhöhen. Entscheidend ist aber, zu wissen, welche Kunden den meisten Umsatz erwirtschaften. Auch mit gezielten Kostensenkungsmaßnahmen lässt sich der Gewinn steigern. Dazu zählen unter anderem Verhandlungen mit Lieferanten über Rabatte. Bei entsprechend geeigneten Produkten und Dienstleistungen sollten Gründer über die Einführung eines Abo-Modells nachdenken. Denn es bietet klare Cashflow-Vorteile. Und wer seinen Cashflow-Kreislauf anhand von Verkaufsreports im Blick behält, kann die Gewinnspannen erhöhen und frühzeitig auf mögliche Probleme reagieren. 

„Professionelle IT und fundierte Beratung müssen Hand in Hand gehen“

Heino Erdmann, Vice President Finance & Operations Central Europe und Geschäftsführer der Sage GmbH, fasst zusammen: „Wir empfehlen Neugründern, sich für die finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten auf jeden Fall professionelle Unterstützung zu holen. Um die Planung von Anfang an im Griff zu haben, bietet sich zusätzlich der Einsatz einer Cloud-basierten Buchhaltungssoftware mit umfassenden Automatisierungsfunktionen an. Damit behalten Jungunternehmer den Überblick über ihre Ein- und Ausgaben und andere wichtige Entwicklungen. Ihnen bleibt so mehr Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, nah am Kunden zu sein und ihr Geschäft voranzutreiben. Professionelle IT und fundierte Beratung müssen vor diesem Hintergrund Hand in Hand gehen.“

www.sage.com


Artikel zu diesem Thema

Startup
Aug 10, 2021

Wer in der Politik am meisten für Startups tut

Politikerinnen und Politiker haben bei Startups einen schweren Stand. Auf die Frage,…
Digitalisierung
Jul 31, 2021

Digitalisierung, Transparenz und Compliance im Finanzwesen

Angesichts des Umsatzeinbruchs während des Lockdowns und den Störungen in der Lieferkette…
Mär 08, 2021

Mit Hilfe von Buchhaltungssoftware Zeit sparen und Kosten senken

Der Trend der Digitalisierung ist in der Buchhaltung angekommen. Zu Recht versuchen immer…

Weitere Artikel

Outsourcing

Das kleine Sechsmalsechs des Sourcing-Projekterfolgs

Outsourcing-Projekte haben eine große Fallhöhe: Unternehmen erwarten schnelle Ergebnisse mit relativ wenig Aufwand. Der Teufel aber steckt im Detail, und scheinbare Nebensächlichkeiten können das Sourcing in Schieflage bringen.
Home Office

Fünf Fragen an die hybride Arbeitswelt

Die heutige Arbeitswelt schafft bereits neue Wege dafür, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter entwickeln und unterstützen können, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dennoch verkompliziert ein hybrides Umfeld nach der Pandemie diese Realitäten zusätzlich.
Bundestagswahl

Politik in der Kritik: Freelancer setzen auf FDP und Grüne

Mit 94 Euro bleibt der durchschnittliche Stundensatz der Freelancer trotz Corona-Pandemie unverändert zum Vorjahr. Beim Blick auf die Politik und die bevorstehenden Bundestagswahlen 2021 sind sich die Freiberufler laut Freelancer-Kompass einig: Jeder Zweite…
Home Office

Produktivität im Homeoffice? Oft wird nicht in Lösungen investiert!

Mehr als 18 Monate, nachdem die Pandemie Deutschland erreicht und Unternehmen ins Homeoffice gezwungen hat, haben nur zwei Fünftel der Unternehmen nach eigenen Angaben die erforderlichen Werkzeuge und Technologien bereitgestellt, um die…
Businesspeople

Führung und Teamwork jetzt neu zu kalibrieren

In jeder Krise stecken Chancen. Denn sie fordert auf, sich zu besinnen und neu auszurichten. Das alles kann fruchten – muss es aber nicht. Die Möglichkeiten bieten sich zwar an, packen muss man sie schon selber. „Einfach so“ geht auch nach der Krise nicht.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.