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Homeoffice

Wer hätte das gedacht, dass ein Virus weltweit Heerscharen von Mitarbeitern ins Homeoffice schickt und vielfach sogar Wirtschaftszweige lahmlegt? Dieser Lock-Down beziehungsweise teilweise auch Shut-Down ist einmalig in der Weltgeschichte.

Wichtig hierbei ist es, aus dieser Krise zu lernen und den unternehmerischen Blick nach vorne zu richten – aber trotzdem nicht die Belange innerhalb der Firma zu vergessen.

Wie geht es meinen Team-Kolleginnen und Kollegen? Funktioniert die Kommunikation vom Management zu den Mitarbeitern? Sind sie darüber informiert, wie sich gegebenenfalls ihre Aufgabengebiete verändert haben?

Homeoffice in Tagen von Corona kann für viele auch belastend sein, manche betrachten den ungewollten Verbleib in den eigenen vier Wänden gar als Gefängnis. Neben der beruflichen Tätigkeit in heimischer Umgebung gibt es wenig Fluchtpunkte, die man zum Ausgleich aufsuchen kann. 

Nachdem auch die letzten Laptops für die Mitarbeiter eingerichtet und übergeben wurden, die Netzwerkverbindung steht, eine Videokonferenz etabliert ist, sollten die Mitarbeiter auch regelmäßig kontaktiert werden.

Wie war das im ‚normalen‘ Büroalltag? Regelmäßige Meetings, im Team oder Face-to-Face, auch das kann in der digitalisierten Arbeitswelt beibehalten werden.

Die gewohnten Rituale sollten gerade jetzt aufrechterhalten werden, damit kein Schwebezustand entsteht, der die Mitarbeiter verunsichert. Forecast am Freitag, Jour-Fix am Montagvormittag, Team Meeting Mittwochmittag – der ganz normale Wochenkalender hilft, die Arbeitsstruktur im Homeoffice beizubehalten. Was nicht vergessen werden sollte, sind klare Meeting Regeln, besonders in großen Telefon Sitzungen mit sechs, acht oder mehr Teilnehmern. Agenda aufsetzen, Redezeiten beachten, jeden Mitarbeiter nach seiner Meinung fragen (und zwar explizit), weil der physische Kontakt fehlt. 

Wie geht ein Unternehmen damit um, wenn selbst die Spezialisten nicht ausgelastet sind? Welche Ziele gilt es in der veränderten Situation zu erreichen? Gibt es online Schulungsangebote, die die Mitarbeiter als Weiterbildungsmaßnahme wahrnehmen können, um nach der Krise gestärkt und mit neuem Wissen voranschreiten zu können?

Sind womöglich noch Resturlaubstage oder angesparte Überstunden auf dem Konto, die die Team-Mitglieder nun abbauen können? Auch hier gilt: Kommunikation ist wichtig. Mitarbeiter, denen die extrem schwierige Situation des Unternehmens verdeutlicht wird, sind meist zu vielen Kompromissen und solidarischen Aktionen bereit, da sie meistens das Unternehmen unterstützen wollen. Selbst ohne das Angebot von günstigen All-Inclusive Flügen in beliebte Urlaubsregionen sind viele Mitarbeiter bereit, die Zeit zu nutzen. Für Familienausflüge, für ein wirklich dickes Buch, für den Garten oder Waldspaziergänge. Entschleunigung ist de facto das Zauberwort, das Mitarbeitern mit Zeit (und wenig Arbeit) hilft, sich selbst oder die Familie neu zu entdecken und Kraft für die Zeit nach Corona zu sammeln.

Fazit:

Homeoffice heißt nicht strukturloses Arbeiten. Ein etwaig entstehendes Schwebegefühl sollte den Mitarbeitern erspart bleiben: Regelmeetings, Rituale und auch Zielvorgaben sind wichtig, damit der ‚Motor‘ in Bewegung bleibt und nicht zum Stillstand kommt. Weniger Stress im Homeoffice darf nicht dazu führen, dass der Mitarbeiter ineffizient wird, weil er keinen ‚Kontrolleur‘ hat. Ein Arbeiten in heimischer Umgebung hat viel mit Vertrauen zu tun – in beiden Richtungen. Wenn jedoch faktisch keine Arbeit anliegt, sollte das Unternehmen mit den Mitarbeitern offen reden, ob auch größere Zeiträume privat genutzt werden. Oftmals sind solche Phasen der Entschleunigung gut für die Mitarbeiter … und später dann auch für das Unternehmen.
 

Martin Krill, Geschäftsführer
Martin Krill
Geschäftsführer, Hager Unternehmensberatung

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