Kommentar

Ja zur Künstlichen Intelligenz

Das Thema der Künstlichen Intelligenz ist, abgesehen von Net Zero, wahrscheinlich das derzeit am meisten diskutierte Topic in der Rechenzentrumsbranche.

Die Technologie sorgt regelmäßig für aufsehenerregende Schlagzeilen über ihre Auswirkungen auf die Arbeitsplätze (allgemeine Arbeitslosigkeit!) und das Risiko, diese nicht kontrollieren zu können (das Ende der Menschheit!).

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Meine – zugegebenermaßen weniger aufregende – Meinung ist, dass sie uns bei richtiger Anwendung hilft, effizienter zu werden. Und seien wir ehrlich: In Rechenzentren, wo wir mit einem ständig steigenden Kapazitätsbedarf und einem gut dokumentierten Fachkräftemangel konfrontiert sind, ist dies von entscheidender Bedeutung, wenn wir den digitalen Wandel, den die Welt fordert, weiterhin unterstützen wollen.

Schnelle Erfolge

Die kurzfristige Strategie bei BCS besteht beispielsweise darin, Künstliche Intelligenz zur Automatisierung der Projektverwaltung und zur Standardisierung der Abläufe einzusetzen. Dies ermöglicht es den Führungskräften, bis zu 50 % ihrer Zeit in die Entwicklung und Schulung der nächsten Generation von Fachleuten für digitale Infrastrukturen zu investieren. Dies wird als sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Programmen für Auszubildende und Hochschulabsolventen sowie zu Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen betrachtet.

Der Einsatz von ChatGPT für das Verfassen von Berichten und für Recherchen kann die Produktivität steigern. ChatGPT hilft bei der Erstellung von Inhalten, beim Brainstorming von Ideen, bei sprachlicher Verfeinerung und sogar bei der Erkundung verschiedener Perspektiven zu einem bestimmten Thema. Auf den ersten Blick scheinen dies „low hanging fruits“ der KI-Nutzung zu sein. Man muss sich aber der Notwendigkeit bewusst sein, sich mit Fragen rund um das Eigentum an Daten und das Urheberrecht ebenso auseinanderzusetzen wie mit dem Potenzial für Fehlinformationen.

KI bietet sich vor allem an, um sich wiederholende und zeitaufwändige Aufgaben wie Dateneingabe, Sitzungsprotokolle und E-Mail-Sortierung zu automatisieren. Dadurch werden diese Prozesse nicht nur beschleunigt, sondern auch die Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler verringert, was zu genaueren Ergebnissen führt.

Mensch und Maschine

Damit KI wirklich von Nutzen ist, muss die Aussagefähigkeit und Relevanz der Daten gewährleistet sein. Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass die Daten oder Informationen von einer Person eingegeben werden müssen, die mehr zu bieten hat als nur reine Fakten – nämlich Einblicke und Erfahrung. Jedes Unternehmen, welches wenigstens einige Jahre am Markt vertreten ist, verfügt über eine Fülle von Daten, die es mithilfe von KI für die Entscheidungsfindung nutzen und die sogar helfen kann, künftige Trends vorherzusagen.

Dazu sind nach wie vor qualifizierte Berater erforderlich, die das Projekt und die Branche im Allgemeinen verstehen, um die Informationen zu analysieren, und das erfordert Erfahrung. Es geht also keineswegs darum, diese Arbeitsplätze zu ersetzen, sondern lediglich darum, die Effizienz zu steigern und darüber hinaus die Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit in einem sich rasch verändernden Geschäftsumfeld zu verbessern.

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Zusammen das Beste erreichen

Zur optimalen Nutzung von KI gehört auch ein kooperativer Ansatz, der über das eigene Unternehmen hinausgeht. Wir sprechen z.B. mit unseren Partneruniversitäten darüber, wie sie das Konzept der KI in ihre Kurse einführen, um die Technologie in alle Module einzubinden und sicherzustellen, dass die Absolventen zumindest ein grundlegendes Verständnis dessen haben, was auf sie zukommt. Die Vermittlung von Kenntnissen über KI und ihre Anwendung ist heute ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung, nicht nur in unserem Sektor. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen und tauschen Updates und Erkenntnisse aus. Es ist klar, dass wir uns alle in dieselbe Richtung bewegen, aber niemand weiß wirklich, was der Endpunkt ist.

Die Antwort sollte „Ja“ lauten

Das Ziel der KI-Nutzung sollte sein, das gelieferte Ergebnis, die Sicherheit und Effizienz sowie vor allem das Wohlergehen der Mitarbeiter zu verbessern. Wird sie einen besseren Service für unsere Kunden schaffen? Wird sie ein besseres Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter schaffen? Wird sie dazu beitragen, den Fachkräftemangel zu lindern und uns in die Lage versetzen, die digitale Infrastruktur bereitzustellen, die die Welt im Zuge ihrer weiteren Entwicklung braucht? Diese Fragen sollten sich Unternehmen stellen und idealerweise mit „Ja“ beantworten. Das mag nicht so aufregend sein wie das Ende der Menschheit. Ich finde es aber gar nicht so langweilig.

Christopher

Coward

BCS

Director of Project Management

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