KI wandert auf den Arbeitsplatz

Welche Aufgaben künftig lokal erledigt werden und warum die Cloud dennoch bleibt

KI am Arbeitsplatz

Künstliche Intelligenz wird zunehmend direkt auf dem Arbeitsplatzrechner verfügbar. Microsoft, Nvidia und weitere Hersteller statten neue Computer mit speziellen KI-Prozessoren (nvidia RTX Spark) aus, sodass zahlreiche Anwendungen künftig ohne permanente Verbindung zu Cloud-Diensten ausgeführt werden können.

Damit verändert sich nicht nur die technische Architektur, sondern auch die Art, wie Unternehmen KI im Arbeitsalltag einsetzen. An die Stelle komplexer Cloud-Anbindungen tritt bei vielen Standardaufgaben die lokale Verarbeitung. Das reduziert den Datenaustausch mit externen Rechenzentren und eröffnet neue Möglichkeiten für Unternehmen, die sensible Informationen verarbeiten oder bislang vor den laufenden Kosten cloudbasierter KI-Lösungen zurückgeschreckt sind.

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Neue Hardware macht lokale KI zum Standard

Die aktuelle Entwicklung folgt einem bekannten Muster der Computerbranche. Neue Chipgenerationen erscheinen zunächst mit maximaler Leistung, bevor energieeffizientere Varianten den Weg in Notebooks und Arbeitsplatzrechner finden.

Mit Systemen wie der Nvidia DGX Spark wurde bereits gezeigt, dass sich große Sprachmodelle auf vergleichsweise kompakter Hardware ausführen lassen. Die nächste Generation integriert entsprechende KI-Beschleuniger direkt in handelsübliche Computer. Dadurch wird Rechenleistung verfügbar, die bislang spezialisierten Systemen vorbehalten war.

Viele Büroaufgaben lassen sich künftig direkt auf dem Gerät erledigen

Von dieser Entwicklung profitieren vor allem alltägliche Arbeitsabläufe. So können E-Mails automatisch verarbeitet, Excel-Dateien ausgewertet oder Informationen zwischen verschiedenen Anwendungen übertragen werden. Ebenso unterstützt KI beim Bereinigen und Strukturieren von Daten oder beim Verstehen fachlicher Zusammenhänge – und das direkt auf dem eigenen Rechner.

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Besonders relevant ist dieser Ansatz für Branchen mit hohen Datenschutzanforderungen. Versicherungen könnten Policen oder Anfragen lokal analysieren, während Arztpraxen künftig Arztberichte oder Gutachten mit KI-Unterstützung erstellen, ohne Patientendaten an externe Cloud-Dienste übertragen zu müssen. Da die Verarbeitung auf dem Endgerät erfolgt, entfallen für viele dieser Anwendungsfälle zugleich laufende Kosten für cloudbasierte KI-Abfragen.

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Weniger Speziallösungen, mehr Standardsoftware

Mit der Verbreitung leistungsfähiger KI-PCs dürfte sich auch der Softwaremarkt verändern. Bislang erfordern viele KI-Anwendungen eigene Infrastruktur, spezialisierte Hardware und entsprechendes Fachwissen. Künftig können Softwarehersteller ihre bestehenden Produkte direkt um KI-Funktionen erweitern und dafür standardisierte Schnittstellen der Betriebssysteme und Prozessoren nutzen.

Für Unternehmen bedeutet das einen geringeren technischen Aufwand. Intelligente Funktionen werden Bestandteil der gewohnten Anwendungen, anstatt als separate KI-Projekte eingeführt und betrieben werden zu müssen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen könnten dadurch einfacher von Automatisierungslösungen profitieren.

Rechenzentren behalten eine zentrale Aufgabe

Trotz der zunehmenden Verlagerung auf den Arbeitsplatz bleibt die Cloud ein wichtiger Bestandteil der KI-Infrastruktur. Das Training neuer Sprachmodelle erfordert weiterhin enorme Rechenkapazitäten und wird auch künftig in großen Rechenzentren stattfinden.

Verändern dürfte sich jedoch die eigentliche Nutzung der Modelle. Während deren Entwicklung zentral erfolgt, können viele alltägliche Anfragen künftig direkt auf dem lokalen Rechner beantwortet werden. Ein wachsender Teil der Rechenleistung wandert damit vom Rechenzentrum auf den Arbeitsplatz.

Mit jeder neuen Hardware-Generation steigt zudem die Leistungsfähigkeit der Geräte, während moderne Open-Source-Modelle gleichzeitig effizienter werden. Dadurch dürfte der Anteil lokaler KI-Anwendungen in Unternehmen weiter wachsen und KI Schritt für Schritt zu einer selbstverständlichen Funktion moderner Arbeitsplatzrechner werden.

Alexander Nichau, niologic GmbH

Alexander

Nichau

Geschäftsführer

niologic GmbH

Dr. Alexander Nichau ist Geschäftsführer der niologic GmbH und Experte für Künstliche Intelligenz. Seit 2015 unterstützt er Unternehmen bei der Integration von KI in bestehende Systemlandschaften und Aufbau eigener KI-Teams. Niologic zählt weltweit zu einem illustren Kreis von Google Cloud Specialized Partner for AI, also den Spezialberatungen, die von
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