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Der DevEx(odus)

KI-Druck belastet Developer Experience in deutschen Unternehmen

Eine Studie von Adaptavist zeigt, dass der zunehmende Druck zur KI-Nutzung die Arbeitsbedingungen von Entwicklerinnen und Entwicklern in Deutschland belastet.

KI-Druck belastet Developer Experience in deutschen Unternehmen

Statt den tatsächlichen Nutzen von KI zu bewerten, setzen Unternehmen demnach häufig auf Nutzungszahlen und Vorgaben, was zu Unsicherheit, zusätzlichem Stress und einer schlechteren Developer Experience führen kann.

Wenn KI-Nutzung zum Selbstzweck wird

Für die Untersuchung wurden 200 Entwicklerinnen und Entwickler in Deutschland befragt. 37 Prozent geben an, KI vor allem einzusetzen, um gegenüber dem Management die Nutzung nachzuweisen. 44 Prozent verwenden die Technologie häufiger als eigentlich notwendig, um den Erwartungen ihres Arbeitgebers gerecht zu werden.

Im internationalen Vergleich fallen die deutschen Werte zwar niedriger aus. Weltweit nutzen 50 Prozent KI vor allem als Nachweis gegenüber dem Management, 52 Prozent setzen sie häufiger als nötig ein. In den USA liegen die Anteile sogar bei 61 beziehungsweise 63 Prozent.

Dennoch zeigt sich auch hierzulande ein deutlicher Zusammenhang zwischen KI-Einsatz und Leistungsbewertung. 39 Prozent der Befragten werden nach eigener Aussage danach beurteilt, wie intensiv sie KI einsetzen, statt nach der Qualität ihrer Arbeit. Für 45 Prozent ist die Nutzung von KI inzwischen selbst zu einer formellen Leistungskennzahl geworden.

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Angst um den eigenen Arbeitsplatz

Der wachsende Druck wirkt sich auch auf das Sicherheitsgefühl der Beschäftigten aus. 38 Prozent der Entwicklerinnen und Entwickler befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn sie keine KI einsetzen.

60 Prozent berichten zudem, aufgrund der Erwartungen an den KI-Einsatz mit weniger Ressourcen mehr leisten zu müssen. Für die Hälfte der Befragten hat dies die Sorgen um die langfristige berufliche Entwicklung verstärkt.

Dabei zeigt sich kaum ein Unterschied zwischen den Karrierestufen. 49 Prozent der Berufseinsteigerinnen und -einsteiger machen sich entsprechende Sorgen, in der mittleren Karrierephase sind es 52 Prozent. Unter erfahrenen Entwicklerinnen und Entwicklern liegt der Anteil mit 43 Prozent zwar niedriger, bleibt aber ebenfalls relevant.

Bei denjenigen, die sich besonders stark zur KI-Nutzung gedrängt fühlen, berichten 53 Prozent von zunehmenden Karriereängsten. 37 Prozent sagen, dass diese Sorgen bereits ihre Arbeitsleistung beeinträchtigen.

Zeit und Autonomie werden wichtiger

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Einführung von KI nicht automatisch zu einer besseren Arbeitsumgebung führt. Für die Befragten bleiben grundlegende Bedingungen einer guten Developer Experience entscheidend.

76 Prozent halten ausreichend Zeit für die gründliche Lösung von Problemen für besonders wichtig. 70 Prozent sind der Ansicht, dass eine gute Developer Experience im Zeitalter von KI sogar wichtiger geworden ist.

Gleichzeitig verändert KI die Wahrnehmung des Berufs. 35 Prozent sagen, dass ihnen Softwareentwicklung durch den Einsatz von KI weniger Freude macht. Bei Entwicklerinnen liegt dieser Wert mit 44 Prozent noch höher. Ein Drittel empfindet den Beruf als stressiger, während 40 Prozent die Softwareentwicklung als Karriereweg inzwischen für weniger attraktiv halten.

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Wachsende Skepsis gegenüber KI

Die zunehmende Belastung schlägt sich teilweise auch in einer grundsätzlichen Ablehnung der Technologie nieder. 39 Prozent der Befragten würden KI-Agenten vollständig aus der Arbeitswelt entfernen, wenn sie darüber entscheiden könnten. 34 Prozent würden sogar KI insgesamt aus der Welt verbannen.

Besonders ausgeprägt ist diese Haltung in der mittleren Karrierephase. Dort würden 45 Prozent KI vollständig abschaffen. Bei erfahrenen Entwicklerinnen und Entwicklern liegt der Anteil mit 23 Prozent deutlich niedriger.

Unternehmen sollten Wirkung statt Nutzung messen

Für Matt Saunders, DevOps Lead bei The Adaptavist Group, liegt ein zentraler Fehler darin, den Einsatz von KI stärker zu bewerten als dessen Ergebnis.

„Eine gute Developer Experience ist nicht nur für das Wohlbefinden der Entwickler selbst entscheidend, sondern auch für Wachstum und Innovation im Unternehmen. Deshalb darf sie nicht durch Einführungsziele, Nutzungskennzahlen oder eine Kultur untergraben werden, die es belohnt, die sichtbare KI-Nutzung höher bewertet als ihren tatsächlichen Nutzen.“

Aus seiner Sicht sollten Unternehmen deshalb stärker darauf achten, welchen konkreten Beitrag KI zur Arbeit leistet. Entwicklerinnen und Entwickler benötigten dafür ausreichend Zeit, Entscheidungsfreiheit und Unterstützung, um die Technologie sinnvoll einzusetzen.

Die Studie deutet damit auf einen Zielkonflikt hin: Unternehmen wollen die Einführung von KI beschleunigen, während Beschäftigte vor allem dann profitieren, wenn sie selbst entscheiden können, wann und wie die Technologie einen tatsächlichen Mehrwert bietet. Eine reine Steigerung der Nutzungszahlen könnte dagegen die Akzeptanz schwächen und die Bindung von Fachkräften zusätzlich erschweren.

(red/Adaptavist)

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