Anzeige

VR

In Sachen Digitalisierung hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher. Die Gründe dafür sind vielfältig: Mal ist es der mangelnde Netzausbau, mal die komplizierte Förderpolitik, manchmal sind es aber auch Gründe, die längst keine mehr sind.

Mythen, mit denen man aufräumen muss, um nicht endgültig den Anschluss zu verlieren. Im Anlagen- und Maschinenbau beispielsweise gibt es gleich fünf weit verbreitete Mythen, die den Einsatz innovativer Technologien, wie Virtual Reality (VR) verhindern.

Auf dem Weg zur Industrie 4.0 brechen sich eine Vielzahl an innovativen Tools Bahn. Insbesondere VR-Meetings erfahren gerade – nicht zuletzt wegen Facebook (bzw. Meta) – einen rapiden Hype. In digitalen Arbeitsräumen sollen Kolleg:innen als Avatare miteinander interagieren und zusammenarbeiten – so die Vorstellung. Doch die Digitalisierung in der Industrie geht indes langsam voran. Auf einer Skala von 1 (ganz am Anfang) bis 10 (vollständig digitalisiert) sehen sich die von Bitkom und TCS befragten Unternehmen aktuell bei einem Wert von 5,9 und damit genau im Branchendurchschnitt. Woran liegt es also, dass der Maschinen- und Anlagenbau bislang nur wenig auf digitale Lösungen wie VR zurückgreift? Die Antworten darauf sind vielfältig, doch gehen sie mit allerlei Mythen einher. Ob diese Hemmnisse zum Beispiel in Bezug auf den Einsatz von Virtual Reality auch begründet sind, weiß der Berliner VR-Softwareentwickler WeAre. Das Unternehmen vertreibt ein VR-Konferenzsystem, das sich explizit an den Maschinen- und Anlagenbau richtet.

„Häufig wird uns im Erstkontakt von Interessenten die Frage gestellt, welchen Vorteil ein VR-Konferenzsystem im Vergleich zu einem Videokonferenztool bietet. Schon diese Frage zeigt zum einen, dass wir mit allerlei Mythen aufräumen müssen. Zum anderen ist der Sinn und Zweck eines VR-Tools heute eben noch nicht selbsterklärend. Schließlich geht es nicht um einen Ersatz von Tools, sondern um eine Erweiterung der bestehenden digitalen Infrastruktur im Unternehmen“, so der Gründer und CEO der WeAre GmbH, Max Noelle. Ein Ziel müsse es nach Noelle sein, diese Wissenslücken zu schließen, um Vorurteile aufzulösen und den Weg für Virtual Reality zu ebnen.

Im Folgenden hat der Berliner VR-Spezialist WeAre fünf gängige Mythen zusammengefasst und räumt mit ihnen auf: 

Mythos 1: „Wir haben keine Verwendung für VR“ (Use Cases)

Einer der Hauptgründe, weshalb der Maschinen- und Anlagenbau bislang keine VR-Anwendungen nutzt, ist das fehlende Wissen über mögliche Anwendungsszenarien. So gebe es schlichtweg keine Einsatzbereiche für Virtual Reality. Während es heute noch fraglich erscheinen mag, ob für ein klassisches Gesprächsmeeting nun ein VR-Tool eklatante Mehrwerte bringt, bietet sich insbesondere den produzierenden Branchen ein hohes Innovationspotenzial. Ein VR-Meetingtool kann entlang der Wertschöpfungskette ressourceneffizient und gewinnbringend eingesetzt werden: Ob im Marketing und Sales, der Konstruktionsphase oder letztlich beim Bau – Workflows in VR helfen bei komplexen Abstimmungsprozessen, Begehungen von Anlagen und ermöglichen Bearbeitungen und Verkaufsgespräche direkt am 3D-Objekt. Dabei gehen die Funktionen weit über die eines klassischen Videokonferenztools hinaus. So stehen zahlreiche Werkzeuge wie Lineale, X-Rays sowie bewährte Kollaborationstools wie Whiteboards und Speech Notes zur Verfügung und gewährleisten eine interaktive Zusammenarbeit.

Mythos 2: „VR erfüllt nicht unsere Sicherheitsstandards“ (Sicherheit)

Immer wieder werden Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Implementierung neuer digitaler Tools geäußert. Besonders die unternehmensinternen IT-Abteilungen sind in puncto Sicherheit kritisch eingestellt. Unternehmen stellen immer höhere Anforderungen an den Datenschutz, dem auch VR-Produktlösungen gerecht werden müssen. Doch worauf gilt es zu achten? Zum einen empfiehlt es sich, nach Lösungen „made in Germany“ zu schauen, die neben Sicherheitsstandards wie einer ISO 27001 und DSGVO-Konformität auch ihre Server innerhalb der EU betreiben. Zudem ist es sinnvoll, in den offenen Austausch mit den VR-Lösungsanbietern zu gehen, um restriktive Vorgaben z. B. in Bezug auf IT-Richtlinien abzustimmen. Denn auch wenn Lösungen „out of the box“ eine einfache und schnelle Implementierung gewährleisten, können individuelle Anpassungen helfen, mögliche Hürden gemeinsam zu nehmen.


Weitere Artikel

Intelligente Automatisierung

Intelligente Prozessautomatisierung in Deutschland

Im Verlauf der Coronapandemie ist der Reifegrad der Geschäftsprozessautomatisierung deutlich gestiegen. Zu den wichtigsten Entwicklungsschritten zählt der Aufbau von Kompetenzzentren, in denen Anwenderunternehmen die Ressourcen ihrer Automatisierungsprogramme…
Roboter Menschen

Bis 2040 verliert Europa 12 Mio. Arbeitsplätze durch Automatisierung

Eine alternde Bevölkerung, ein verschärfter Wettbewerb und Produktivitätsverluste durch die Pandemie beschleunigen den Einsatz von Automatisierung in Europa.
Automatisierung

Fünf Trends für die Prozessautomatisierung im Jahr 2022

In den letzten Jahren haben Unternehmen die digitale Transformation in einem noch nie dagewesenen Tempo vorangetrieben – teilweise bedingt durch die Pandemie, zum großen Teil aber durch veränderte Kundenerwartungen und Marktanforderungen.
2022

Industrie 4.0 im Jahr 2022

Neue Erfahrungen aus jüngster Zeit machen nur allzu deutlich, wie wichtig es für die deutsche Industrie ist, die Digitalisierung voranzutreiben, um das Ziel Industrie 4.0 schnellstmöglich zu erreichen.
Logistik digital

DHL möchte Intralogistikflotte bis 2030 um bis zu 30 Prozent automatisieren

Rainer Schulz, Geschäftsführer der sysmat GmbH, schätzt das selbst gesteckte Ziel der DHL ein, ihre Intralogistikflotte bis 2030 um bis zu 30 Prozent zu automatisieren.
2022 Supply Chain

Was bringt das Jahr 2022 für die Supply Chain?

Die letzten zwei Jahre waren ein Lehrstück für die Macht von Ereignissen, die die sorgfältig kalibrierte Maschinerie des Welthandels ins Chaos stürzen können. Anfang 2020 waren es Covid und die damit verbundenen weltweiten Stromausfälle, die die…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.