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Roger Graf & Marco Eberhard

Quelle: Promet AG

Manchmal zwingen die Umstände ein Unternehmen dazu, eine neue Firmensoftware zu implementieren. Macht man bei der Auswahl des neuen ERP-Systems alles richtig, kann man auch zehn Jahre später technologisch auf einem aktuellen Stand sein und allen firmentypischen Unternehmensprozessen und Marktanforderungen wie Industrie 4.0 genügen.

Die Promet AG mit Hauptsitz in Kirchberg in der Schweiz und einem Produktionsstandort im deutschen Neutraubling bei Regensburg ist ein führender Spezialist im Engineering von Lösungen für die Energie- und Steuerungstechnik. Die Produkte, die hauptsächlich aus Kupfer und Aluminium gefertigt werden, finden weltweit ihre Abnehmer in der Solar- und Windenergie, in Wasserkraftwerken und der E-Mobility, bei der Batteriefertigung und im Maschinen- und Anlagenbau. Von kleinen flexiblen Kupferverbindungen, die in der E-Mobility in Batterien zum Einsatz kommen, bis zu 2 Tonnen schweren Baugruppen, die in Windkraftanlagen oder Umrichtern eingesetzt werden, stellt das Unternehmen mit seinen 95 Mitarbeitern sämtliche Teile mit einer höchstmöglichen Automatisierung her.

Zudem unterstützt Promet seine Kunden in der Konstruktion und der Planung von Verdrahtungssystemen, Stromschienen sowie elektromechanischen Baugruppen und deren automatisierter oder teilautomatisierter Montage mit Roboteranlagen. Zum Angebot gehören weiter die Fertigung vom Prototyp bis zur Serie sowie die Erstellung und Ausführung der Endprüfung einschließlich Abnahme und Protokollierung. Die Beschaffung sämtlicher relevanten Teile sowie die Beschichtungen gehören ebenfalls zum Leistungsumfang. Der Vertrieb ist über Partnerfirmen, die sogenannten Solution Provider organisiert. Jede Partnerfirma muss im Vorfeld ihre Kompetenzen nachweisen. Anschließend wird der Solution Provider nach strengen globalen und einheitlichen Kriterien zertifiziert. Systematische Schulung und Förderung sind Teil des Programms, dabei zählen dieselben Maßstäbe, die auch für Promet-Mitarbeiter gelten.

IT stößt an ihre Grenzen

Als man im Jahr 2011 im US-amerikanischen Denver, Colorado, einen Produktionsstandort aufbaute, gelangte die damalige Firmen-IT an ihre Grenzen. „Unsere IT-Systeme waren nicht mehrsprachenfähig und die Anforderungen an unser ERP-System erhöhten sich markant. Die zunehmende Komplexität und Abwicklung von Produktionsaufträgen veranlassten uns eine Evaluation für ein neues ERP-System zu starten. Dabei lag der Fokus vor allem auf der Produktionsplanung und -steuerung“, erinnert sich Roger Graf, CEO der Promet AG. Der starke Fokus auf die Produktionssteuerung war vor allem dem außerordentlich hohen Automatisierungsgrad in der Fertigung geschuldet.

 

In der ersten Evaluation prüfte man anhand einer ausgeklügelten Anforderungsmatrix zehn ERP-Anbieter. Nach diesem ersten Test blieben vier Anbieter im Rennen, deren Lösungen intensiv getestet wurden. Dazu gehörte neben der Bewertung nach der Matrix auch der Besuch von Referenzbetrieben, die jeder Softwarehersteller nennen musste. Dort konnte man die Systeme im Echtbetrieb erleben und die Erfahrungen der Anwender bei der Auswahl berücksichtigen. „caniasERP hat sich klar als Nummer eins herausgestellt, der ERP-Standard konnte unsere Bedürfnisse mit Abstand am besten abdecken“, erzählt Graf  (im Bild) und nennt noch eine ganz individuelle Anforderung: „Wir sind in einer sehr kleinen Nische zuhause und dürften in Europa einer der größten Kupferverarbeiter sein. Kupfer ist an der Börse sehr volatil, das müssen wir in der Abwicklung mit unseren Kunden absichern. Auftretende Börsen-Differenzen müssen wir den Kunden berechnen. Sinkt der Börsenkurs, bekommt der Kunde eine Gutschrift. Diese Berechnungen konnten wir selbständig mit dem offenen Quellcode, der mit caniasERP ausgeliefert wird, automatisieren. Von den anderen Softwareherstellern hatte zu diesem Zeitpunkt niemand eine entsprechende Lösung.“ So wird der Kupferpreis jetzt täglich einmal wie bei den Währungen aus dem Internet gezogen und bei der Erstellung der SALBelege mit einberechnet.

Flexibler, individueller Standard

Der ERP-Standard caniasERP der Karlsruher Industrial Application Software GmbH (IAS) hat sich aber neben dem offenen Source Code auch aus anderen Gründen durchgesetzt. „Ein großer Vorteil ist die Übersichtlichkeit und Transparenz der Fertigungsaufträge. Heute gehen bis zu 300 unterschiedliche Fertigungsaufträge täglich in unsere Produktion. Sämtliche Arbeitsschritte werden in Echtzeit mit Scannern zurückgemeldet. So konnten wir die Lieferzeiten für unsere Kunden erheblich optimieren und es gibt weniger Teillieferungen und weniger interne Hektik“, weiß Marco Eberhard, der IT-Verantwortliche. Ebenso nennt er die Rückverfolgung, die für jedes einzelne Produkt über den Fertigungsauftrag, die Chargennummer des eingesetzten Rohmaterials bis zur Erz-Mine zu 100 Prozent sichergestellt werden kann.

Nutzt ein weltweit erfolgreiches Unternehmen seit bald zehn Jahren dieselbe ERP-Software, kann man das eher als Ausnahme und nicht als Regel ansehen. CEO Graf weiß, dass sich wettbewerbsfähige Unternehmen heute ständig neuen Marktbedürfnissen anpassen müssen und das ERP-System dabei zu den wichtigsten Instrumenten gehört. „Fehlleistungen im Innendienst können wir uns nicht erlauben, deshalb sind wir stetig daran, Optimierungen durchzuführen, insbesondere innerhalb der Software-Prozesse. IAS unterstützt uns in diesem Bereich vorbildlich und kann sich gut in unsere Abläufe hineinversetzen und diese entsprechend umsetzen“, so Graf. Ermöglicht wird dies durch den von IAS mitgelieferten Quellcode und die von IAS eigens entwickelte Programmiersprache und Entwicklungsumgebung TROIA. „Mit der Zeit verändern sich in jedem Unternehmen immer wieder Herausforderungen und Prozesse. Die Software in so einem Fall rasch und ohne Komplikationen firmenindividuell selbst anpassen zu können, ist ein echtes Highlight und verleiht der Lösung eine große Flexibilität“, fügt Eberhard hinzu.

Fit für Gegenwart und Zukunft

Zudem bietet die modular aufgebaute Software bereits im Standard die Möglichkeit, branchenaffine ERP-Lösungen aufzubauen und mit den entsprechenden Updates aktuell zu halten. „Wir mussten nicht jedes Update mitnehmen, trotzdem sind wir heute mit der aktuellen Version canias4.0 up to date“, schmunzelt der IT-Verantwortliche. Und Roger Graf stellt fest: „Als Schweizer Unternehmen ist für uns Industrie 4.0 schon länger ein prioritäres Thema. Unsere Roboter und vollautomatischen Fertigungszellen produzieren im 24-Stunden-Betrieb busbars aus Kupfer und Aluminium, ohne das auch nur ein Mitarbeiter anwesend sein muss. Die Aufträge und Artikel werden in canias4.0 einmal erfasst und anschließend mit Maschinen, die die Software über Sensoren steuert, mannlos hergestellt. In Verbindung mit canias4.0 zelebrieren wir Industrie4.0.“

So wird die IAS-Software inzwischen in allen Bereichen eingesetzt. Der Vertrieb arbeitet mit CRM und dem Vertriebsmodul, im Einkauf nutzt man die Rechnungsprüfung und in der Produktion die Produktions- und Kapazitätsplanung sowie die mitlaufende und Nachkalkulation. Materialwirtschaft, Rechnungswesen und Dokumentenmanagement erledigt man ebenfalls mit dem Karlsruher ERP-System. „Dazu kommt eine hohe Mitarbeiter-Akzeptanz. Das System funktioniert und wird als ausgesprochen benutzerfreundlich angesehen. Selbst neue Mitarbeiter bestätigen das nach kurzer Zeit“, so Eberhard (im Bild). Und auch der CEO weiß konkrete Vorteile zu schätzen: „Durch die sehr hohe Transparenz sehen wir relativ früh, wie sich der Auftragseingang im Verhältnis zur Kapazität in der Produktion entwickelt. So haben wir genug Möglichkeiten, um zum Beispiel personelle Verstärkung einzusetzen und die Rohmaterialien zu planen. Und mit unseren Fertigungsmöglichkeiten à la Industrie 4.0 können wir uns auch gegen chinesische Wettbewerber gut behaupten.“ Die Möglichkeit, durch den offenen Quellcode selbst eine einfache, individuelle Anpassung der Software an die Geschäftsprozesse vorzunehmen, gibt zudem die Sicherheit, immer rasch auf Veränderungen reagieren zu können. „Die kundenfreundliche und stets lösungsorientierte Zusammenarbeit mit unseren IT-Partnern von IAS und unsere erfolgreiche Arbeit mit dem ERP-System festigt unsere Überzeugung, dass wir vor zehn Jahren mit caniasERP die richtige Wahl getroffen haben“, resümiert CEO Roger Graf.

Volker Vorburg


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