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Digitale Kugel

Der Markt wird primär von Software-Herstellern und Software-Anbietern dominiert. Hersteller sind primär Unternehmen, die eine Unternehmenssoftware programmiert haben und auf dem Markt anbieten. Der Vertriebsweg kann direkt oder indirekt sein.

Beim direkten Vertriebsweg kauft der Interessent direkt beim Hersteller. Beim indirekten Weg kommen die Anbieter ins Spiel. Sie sind meist Vertriebspartner des Herstellers und übernehmen die Marktbearbeitung. Diese Trennung weicht zunehmend auf.

Jüngst wurde mitgeteilt, dass die drei mittelständischen ERP-Anbieter Step Ahead Software GmbH (ehemals Step Ahead AG), Godesys und Informing zur Step Ahead Group fusioniert sind und die Beteiligungsgesellschaft Elvaston als Investor mit eingestiegen ist. Was hier passiert ist, wird sich in der nächsten Zeit noch öfters wiederholen. Der Zusammenschluss ist strategisch gesehen smart.

Neues europäisches ERP-Powerhouse

Mit dem Zusammenschluss kommen nicht nur 1.800 Kunden mit 65.000 Usern unter ein GmbH-Dach, sondern es entsteht die Möglichkeit einer breiteren Marktbearbeitung. Im ersten Schritt ist natürlich geplant, die Marken eigenständig am Markt agieren zu lassen. Synergie-Effekte werden aber erst entstehen, wenn die Produkte zusammenwachsen oder auf einer gemeinsamen Basis weiterentwickelt werden. Ähnliche Experimente gibt es bereits auf dem Markt.

Ein sichtbarer Effekt ist bereits jetzt aber, dass die neue Step Ahead Group viel aktiver in mehreren Branchen als bisher agieren kann. Auch die Präsenz mit jetzt insgesamt 15 Standorten im DACH-Raum wird im Vertrieb helfen. Weitere Optimierungen werden in den nächsten Jahren kommen.

Konsequenzen für andere Markt-Teilnehmer

Damit geht ein zunehmend rauerer Wind am Markt. Die stärkere Präsenz mit mehr Standorten, aber auch die Cloud, verändern die Spielregeln. Durch die neue Technologie rücken die Hersteller selbst näher zu den Kunden. Sie können Dank der digitalen Nähe über das Internet ihre Produkte einfacher selbst vertreiben. Anbieter sehen sich zunehmend gegenüber den Herstellern in Konkurrenz und müssen um ihre Relevanz als Marktteilnehmer bangen. Gerade Systemhäuser müssen sich hier neu aufstellen.

Die voranschreitende Disruption im EAS-Markt

Viele Marktteilnehmer fühlen sich noch im EAS-Markt sicher. Doch solche Hersteller-Zusammenschlüsse wie Step Ahead, Godesys und Informing oder auch IFS mit Acumatica, werden die Mitbewerber weiter zum Handeln zwingen.
Und wo bleiben die Anbieter? Voraussichtlich werden sie die absoluten Verlierer der Disruption im EAS-Markt werden. Hersteller kaufen jetzt schon ihre Partner, um ihr Angebot vertikal zu erweitern und so als Full-IT-Service-Provider auftreten zu können. Große Systemhäuser halten dagegen, schließen sich zusammen, kaufen sich gegenseitig auf, um ein wenig Macht gegenüber ihren Lieferanten zu behalten. Gerade kleine Anbieter werden verschwinden, wenn sie nicht in Wachstum investieren. Aber auch die großen Anbieter werden gegenseitig mehr in Konkurrenz treten und dann kommen noch die Hersteller, die auch mehr vom Kuchen haben wollen.

Auf was man aufgrund der aktuellen Marktbewegungen bei der Software-Auswahl beachten sollten, gibt es in dieser Checkliste.

3 Tipps, wie sie den richtigen Partner für Unternehmenssoftware und Digitalisierung finden:

Software mit moderner Architektur und Schnittstellen

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, muss die neue Software auf einer modernen Software-Architektur basieren, die eine flexible Anbindung von Fremdsystemen ermöglicht. Als Non-ITler ist das schwierig zu prüfen, daher fragen Sie aktiv nach den Möglichkeiten einer Anbindung und welche Systeme bereits erfolgreich angebunden wurden.

Anbieter mit Branchen-Expertise

Der Erfolg einer Software-Einführung hängt nicht nur von der Software selbst ab. Fehlende Expertise des Einführungspartners hat schon viele Projekte scheitern lassen. Prüfen Sie, wie in einem Bewerbungsgespräch, Ihre Ansprechpartner auf dessen Expertise. So stellen Sie sicher, dass während der Einführung das notwendige Knowhow auf der Gegenseite besteht.

Zukunftsplan des Software-Herstellers

Ein Software-Hersteller ohne Vision wird es in der Zukunft schwer haben mit ihrer Unternehmensentwicklung mitzuhalten. Fragen Sie den Softwarelieferanten aktiv nach der Roadmap des Produktes und des Unternehmens. Prüfen Sie, ob ihre Ziele in der gleichen Richtung liegen, nur dann haben Sie den richtigen Partner gefunden, der Sie lange begleiten kann.


 

 

 

Matthias Weber, Geschäftsführer
Matthias Weber
Geschäftsführer, mwbsc GmbH
Matthias Weber ist Business Development Manager bei Die DIGITAL-WEBER (part of mwbsc GmbH) und ist Experte auf dem Gebiet der Unternehmenssoftware (ERP, CRM und Warenwirtschaft). Mit seinem Beratungsunternehmen mwbsc GmbH unterstützt er als Full-Service-Provider für das Spezial-Thema Unternehmenssoftware mittelständische Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung, sowie Hersteller und Anbieter von Unternehmenssoftware bei der Optimierung deren Geschäftserfolgs. 

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