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People at Round TableEnterprise Resource Planning als Kernsystem von Fertigungsunternehmen spielt bei internationaler Expansion eine zentrale Rolle. Denn nur eine durchgängige Steuerung der Unternehmensprozesse über Landesgrenzen hinweg gewährleistet, dass die strategischen Vorteile von Produktions- und Vertriebsstandorten im Ausland auch voll ausgeschöpft werden können.

Der Erfolg internationaler Expansion ist nicht zuletzt abhängig von der Leistungsfähigkeit der unterstützenden IT-Systeme – im Falle von Fertigungsunternehmen steht dabei Enterprise Resource Planning (ERP) im Mittelpunkt. Es ist essenziell, um transparent die Wirtschaftlichkeit des Gesamtunternehmens erfassen, um Wachstum voranzutreiben und Schwachstellen identifizieren zu können. Um nicht Gefahr zu laufen, dass die ERP-Implementierung am Standort im Ausland zum Hemmschuh wird, sollte sich die IT-Abteilung vorab kritischen Fragen stellen. Wolfgang Verheyen, Senior Director Consulting Central & Eastern Europe, Epicor Software, hat aus seiner Erfahrung mit internationalen ERP-Projekten die sechs wichtigsten Kriterien identifiziert:

Kriterium 1: Breites Funktionsspektrum – und vorbereitet auf Integrationen

Zumeist planen Unternehmen, das bestehende ERP-System auf internationale Standorte auszuweiten, sofern es in der nötigen Sprachvariante zur Verfügung steht. Dies allein genügt aber nicht. Zumeist sind funktionale Besonderheiten erforderlich – vor aufgrund rechtlicher und steuerlicher Vorgaben – die vom ERP-Anbieter branchenspezifisch vorgesehen sein sollten. Zum anderen ist in vielen Fällen die Einbindung von Spezialsoftware – etwa aufgrund lokaler Standards oder neuer Anforderungen an Logistik- oder Zollabwicklung – unumgänglich. Von Vorteil ist dabei eine ERP-Software-Architektur, die auf eine einfache Integration von Drittsoftware ausgerichtet ist.

Kriterium 2: Schlanke Installation – und ausgerichtet auf Wachstum

Anfangs genügt an neuen Produktions- oder Vertriebsniederlassungen eine schlanke, in den Funktionen abgespeckte ERP-Installation. Diese sollte mit entsprechend reduzierten Lizenz- und Betriebskosten verfügbar sein – allerdings mit der Fähigkeit, bei Bedarf im Funktionsumfang einfach erweitert werden zu können. Dieser Aspekt führt direkt zum nächsten Kriterium:

Kriterium 3: Variabel in den Implementierungsoptionen – und flexibel, diese zu verändern

Ob im eigenen Rechenzentrum, in der Cloud oder als Managed Service- bzw. Hosting-Modell – je nach Land sowie Größe und Art des Standorts können unterschiedliche Implementierungsoptionen von Vorteil sein. Wichtig ist dabei, dass die verschiedenen Betriebsarten einfach verändert und auch in Kombination genutzt werden können, dabei aber stets eine einheitliche ERP-Umgebung gewährleisten. Daran schließt sich das folgende Kriterium an:

Kriterium 4: Zentrale Datenhaltung – und optimiert für internationale Prozesse

Für eine effiziente Zusammenarbeit ist eine für alle Standorte gemeinsame, zentrale Echtzeit-Datenhaltung ebenso wichtig wie die übergreifende Prozesssteuerung mit automatisierten Workflows. Empfehlenswert ist bei der Konzeption des erweiterten ERP-Systems, die Fachabteilungen einzubinden. Sie können helfen, von Anfang organisatorische und operative Anforderungen optimiert in der IT abzubilden, Leistungsindikatoren zu definieren und dadurch effizient die strategischen Ziele der Expansion zu realisieren. Denn: Die internationale Erweiterung des ERP-Systems verstärkt mögliche bestehenden Schwächen in Prozessen und Datenhaltung oder – umgekehrt – kann bislang funktionierende Prozesse beeinträchtigen.

Kriterium 5: Partner für internationalen Roll-Out – und Chance interner Mitarbeiterentwicklung

Vom technischen Design über das Projektmanagement bis hin zur interkulturellen Zusammenarbeit – internationale Rollouts haben ihre ganz eigenen Anforderungen. Fehlt im Unternehmen die Erfahrung damit, sollte der Software-Anbieter bzw. dessen Partner auch vor Ort Unterstützung und Schulung bieten. Ziel ist dabei nicht nur, das System zum Laufen zu bringen. Teams mit internationaler ERP-Projektkompetenz wissen um typische Stolper- und Kostenfallen und wie diese im Vorfeld zu vermeiden sind. In der Zusammenarbeit mit dem externen Partner sollte zudem die Chance genutzt werden, eigene IT-Mitarbeiter weiterzuentwickeln.

Kriterium 6: ERP-Modernisierung – und gleichzeitige Vorbereitung auf Erweiterung

Ist das bestehende ERP-System schon etwas in die Jahre gekommen, sollte vor der internationalen Erweiterung kritisch geprüft werden, ob nicht vorab eine Modernisierung Sinn macht. Ein ERP-System auf dem neuesten Stand, mit bereinigten Daten, aktualisierten Prozessen und flexiblen Collaboration-Methoden vereinfacht die internationale Erweiterung. Zudem könnten parallel nötige Vorkehrungen für den neuen Standort umgesetzt werden, wie etwa Systemmodifikationen, Bereitstellung von Schnittstellen für lokale Speziallösungen, Modellierung von Prozessen oder Abbildung organisatorischer Veränderungen.

Generell gilt: Planen Fertigungsunternehmen ERP-Rollouts in mehreren Ländern, sollten im Zuge des ersten Projektes übertragbare Standards und Templates entwickelt und dokumentiert werden. Die damit verbundene systematische Projektmethodik macht sich bei Folgeprojekten bezahlt, stellt eine durchgängige Qualität des internationalen ERP-Systems sicher und vereinfacht die spätere Wartung und Pflege des Gesamtsystems aufgrund seiner einheitlichen Struktur.

www.epicor.com
 

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