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Wahl - Weg

Der Erfolg eines Online Shops hängt maßgeblich vom gewählten Shopsystem ab. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Unternehmen genau abwägen, für welche technische Basis sie sich entscheiden.

In Betracht kommen dabei meist die zwei Riesen Shopware und Magento, die sich seit über zehn Jahren ein Duell am deutschen Markt liefern. Vergleicht man allein die Suchanfragen in Google miteinander, so beherrschte vor zehn Jahren noch mit Abstand Magento den deutschen Markt. 2017 wendete sich dann das Blatt und das Interesse an Shopware überholte das Interesse an Magento und hat sich bis heute gehalten.

Quelle: Google Trends

Ein schnelles Urteil darüber zu fällen, welches System das Bessere ist, ist dennoch unmöglich. Die wichtigste Frage, die sich Unternehmen bei der Entscheidungsfindung stellen müssen, lautet: „Welche Anforderungen habe ich an mein potenzielles Shopsystem?“.

Anforderungen an ein Shopsystem

Um die Anforderungen zu definieren, welche ein künftiges Shopsystem erfüllen sollte, ist es lohnenswert, sich zunächst über die eigenen Ziele im Klaren zu werden. Wen soll der Shop erreichen und welche Vorstellungen haben die eigenen Wunschkunden? Ist es zudem gewünscht, den eigenen Mitarbeitern eine möglichst unkomplizierte oder doch eher individuelle Bedienung zu ermöglichen? Wichtige Überlegungen sind zudem, welche technischen Voraussetzungen das System im Hinblick auf die eigenen Produkte oder Dienstleistungen erfüllen muss und welches Budget zur Verfügung steht.

Die Anforderungen an ein potenzielles Shopsystem orientieren sich also im Wesentlichen an den folgenden Punkten mit zugehörigen Kernfragen:

  1. Die eigene Zielgruppe wird perfekt abgeholt und kann den Shop einfach handhaben 

  • Welche Zielgruppe steht im Fokus? Ggf. hilft hier die Erstellung von Buyer Personas zur Konkretisierung
  • Wo hält sich die eigene Zielgruppe auf? Welche Märkte sollen erreicht werden? (national oder international, Marketplaces…)
  • Welche Funktionen erwarten die Nutzer?
  1. Das eigene Sortiment kann optimal in Szene gesetzt werden 

  • Was genau wird angeboten?
  • Welchen Umfang hat das Sortiment und welche Entwicklungen sind geplant?
  1. Unter Einsatz des verfügbaren Budgets können die gewünschten Umsätze erzielt werden

  • Wieviel Budget steht zur Verfügung?
  • Bestellungen/ Umsätze in welcher Höhe werden angestrebt?
  1. Das System ist den Unternehmenszielen entsprechend anpassungs- und zukunftsfähig

  • Wo soll der eigene Shop in ein paar Jahren stehen?
  • Sind genaue Analysen und Reportings von großer Bedeutung?
  • Liegen regelmäßige Updates vor?
  1. Das System entspricht in der Handhabung den Fachkenntnissen der eigenen Mitarbeiter

  • Wie viele Mitarbeiter sollen auf das Shopsystem zugreifen und welche IT-Kenntnisse liegen vor?

Durch die Beantwortung der jeweiligen Fragen lassen sich die eigenen Anforderungen an das zukünftige Shopsystem gut definieren. Mit diesen Anforderungen im Hinterkopf können nun beide Shopsysteme genauer betrachtet werden.

Magento im Überblick

Das Online-Shopsystem Magento wurde im Jahr 2008 von der Varien Inc. in den USA entwickelt und ist seit 2018 Teil der Adobe Systems. Die erste Ur-Version von Magento, die am 1. März 2008 auf den Markt kam, ist seit Juli 2020 Geschichte. Aktuell verfügbar ist Magento 2 – seit 2015 mit überarbeiteter Softwarestruktur im Einsatz.

In seinen Ursprüngen ist Magento eine kostenfreie Open-Source E-Commerce Plattform und auch heute noch gratis verfügbar. Neben der kostenlosen Community Edition steht aber auch eine kostenpflichtige Commerce Edition zur Verfügung. Diese bietet neben einem professionellen Support durch den Entwickler verschiedene, exklusive Features wie die Cloud-basierte Bereitstellung sowie eine Gewährleistung der Funktionalität. 

Zudem sind bei Magento verschiedene Zusatzmodule erhältlich, welche die Software-Funktionalität nach Bedarf erweitern. Eine API ist vorhanden, sodass Schnittstellen zu einer Vielzahl von Systemen, wie Akeneo, SAP oder Sage bereitstehen. Magento punktet außerdem mit tausenden Extensions und zahlreichen Templates. Die Unterstützung vieler SEO-Features ist ein weiterer Vorteil des Magento Systems und macht sich in der Suchmaschinenoptimierung mehr als bezahlt. Front- und Backend sind bei Magento clean gestaltet, dennoch ist das System hochkomplex und spezielle Anpassungen erfordern fundierte PHP-Kenntnisse. Auch die Hardwareanforderungen sowie die Set-Up-Aufwände sind vergleichsweise hoch.

Vor- & Nachteile von Magento zusammengefasst

Vorteil Nachteile
Zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten durch Extensions, Templates & API Komplexe Handhabung im Backend
Mehrsprachigkeit/ Internationalität – weltweit im Einsatz Nicht alle rechtlichen Bestimmungen in Deutschland werden vom original Magento Shop erfüllt > einige (teils kostspielige) Anpassungen notwendig
Kostenfreie Community Edition verfügbar Kein Support in der Community Edition, Support in der Enterprise Edition ausschließlich auf Englisch
Multishop-Fähigkeit Hohe Hardwareanforderungen
Umfangreiche SEO-Features Hohe Set-Up-Aufwände
Umfangreiche Features im Bereich Marketing, Promotion und Social Media Großer Aufwand in der Einarbeitung, für viele Funktionen sind fundierte IT-Kenntnisse erforderlich
Unbegrenzte Produkt- und Kategorieanzahl Server-Hosting verursacht teils hohe Kosten


Shopware im Überblick

Bei Shopware handelt es sich, auch wenn der englische Name anderes vermuten lässt, um ein in Deutschland entwickeltes System. Im Jahr 2004 wurde es durch die Hamann-Media GmbH im westfälischen Schöppingen auf den Markt gebracht. Sein Entwickler Stefan Hamann gründete das Unternehmen mit gerade einmal 16 Jahren und ist heute gemeinsam mit seinem Bruder Sebastian Geschäftsführer eines echten Erfolgs-Business. Aktuell verfügbar ist die Version Shopware 6.

Durch seinen Ursprung in Deutschland ist Shopware nicht im gleichen Maße wie Magento auf den weltweiten Markt ausgerichtet. Ein Einsatz innerhalb Europas ist allerdings unproblematisch. Der Pluspunkt: die landesspezifischen, gesetzlichen Voraussetzungen in Deutschland werden bei Shopware von Grund auf berücksichtigt. 

Auch Shopware ist in der „einfachen“ Community Edition kostenfrei erhältlich. Wer technischen Support und weitere Features wünscht, kann auf die kostenpflichtige Professional Edition oder Enterprise Edition zurückgreifen.

Dank API ermöglicht Shopware verschiedene Schnittstellen zu anderen Systemen, die allerdings programmiert werden müssen. Auch Templates und Erweiterungen sind im Shopware Store vorhanden, wenn auch in geringerer Anzahl als bei Magento. Nützliche SEO Tools und eine einfache Handhabung runden die Vorteile des Shopsystems ab.

Vor- & Nachteile von Shopware zusammengefasst

Vorteile Nachteile
Kostenfreie Community Edition + Deutschsprachiger Support in der Enterprise Edition Vergleichsweise hohe „Nebenkosten“ – die Community Edition ist zwar kostenfrei, aber die Kosten für Zusatz-Features im Webshop sind verhältnismäßig hoch
Erweiterungsmöglichkeiten durch Plugins, Templates & API vorhanden Spezielle Schnittstellen müssen programmiert werden
Perfekt auf den deutschen Markt ausgerichtet Im weltweiten Einsatz noch nicht so verbreitet
Unbegrenzte Produkt- und Kategorieanzahl, Multishop-Fähigkeit Geringere Anzahl an Plugins und Templates (im Vgl. zu Magento)
Einige Features im Bereich Marketing, Promotion und Social Media Social-Media-Features sind kostenpflichtig
Einfache und intuitive Handhabung + Setup Einzelne Features und die Installation selbst erfordern tiefergreifende Kenntnisse


Fazit: Individuelle Anforderungen bestimmen die bessere Software

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Magento, als auch Shopware exzellente Shopsysteme für den Online-Handel sind. Es hängt von den individuellen E-Commerce-Bedürfnissen des einzelnen Unternehmens ab, welche Software besser geeignet ist. Denn grundsätzlich haben beide relevante Vor- und Nachteile. 

Einer der großen Vorteile von Magento 2 aus Programmiersicht ist, dass die Community und Entwicklerzahl um ein Vielfaches größer ist – das national wie international. Dadurch erhalten Shopbetreiber schneller Hilfe und kommen bei Problemen oder Entwicklungen – auch mit externen Dienstleistern – schneller voran, als bei Shopware 6.  Denn Shopware ist größtenteils auf den deutschsprachigen Markt beschränkt, was wiederum auch Vorteile bringen kann.

Wer sich also vor allem auf dem deutschen Markt etablieren und auf eine unkomplizierte Handhabung im Backend setzen möchte, sollte sich Shopware genauer ansehen. Bewegen sich die eigenen Zielgruppen perspektivisch im internationalen, sogar weltweiten Raum und besteht ein hoher Bedarf an umfänglichem Support durch die Community sowie speziellen Erweiterungen für den Shop, ist Magento sicher eine Überlegung wert.

Felix Kohl, Head of Development
Felix Kohl
Head of Development, clicks digital
Felix Kohl ist Head of Development bei clicks digital. Die Performance Marketing Agentur mit Hauptsitz in Dresden und Projektbüros in Berlin, München und Köln ist seit mehr als zwölf Jahren Spezialist im Online Marketing. Nationale wie internationale Unternehmen unterschiedlichster Branchen vertrauen den Marketing-Experten und setzen auf die umfassenden Leistungen von clicks digital. Hierzu gehören neben Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenwerbung und E-Commerce- & Onlineshop-Lösungen auch Content-Marketing, Social-Media-Marketing, E-Mail-Marketing sowie Webanalyse und Conversionoptimierung.

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