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Breitbandtechnologie

Bei der Glasfaserversorgung in der Fläche hängt Deutschland in Europa auf einem hinteren Platz fest. Die Bundesregierung hat 2015 Förderrichtlinien für den Breitbandausbau beschlossen, um die Internetverbindung auf dem Land zu verbessern.

In diesem Geschäftsfeld agiert innogy TelNet – vor allem in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Das Unternehmen ist eine Tochter des Energieunternehmens innogy SE und betreibt dort das Breitbandgeschäft. Das Unternehmen betreibt ein eigenes Glasfasernetz, übergibt den Datenverkehr im Reseller-Geschäft und vermietet Infrastruktur an regionale Netzbetreiber. Zudem nimmt die innogy TelNet an öffentlichen Ausschreibungen für FTTH (Fiber-to-the-Home)- und FTTC (Fiber-to-the-Curb)-Projekte von Städten und Gemeinden teil.

Zugang über MSAN für 500.000 potenzielle Kunden geschaffen

„Wir brauchen ein Access-Netzwerk, das Teilnehmer über Kupferdoppelader oder zukünftig verstärkt über Glasfasern anbindet und via Switche auf Ethernet oder MPLS-Ebene den Verkehr aggregiert. Auf die Weise lassen sich Daten weiterverarbeiten oder an Reseller übergeben. Zudem können wir eigene Highspeed-Dienste für Telefonie, Internetzugang und für innogy TV anbieten“, schildert Reinhard Pollak, TK-Netzplanung bei innogy TelNet. MSAN (Multi Service Access Nodes) kommen als Access Systeme zum Einsatz. Das Gerät sammelt den FTTH- und FTTC-Datenverkehr der Endkunden und leitet ihn an einen regionalen Breitbandserver weiter. Im Durchschnitt werden alle MSANs einer Kommune an einen Switch angeschlossen, über den innogy TelNet den Bitstrom der Kunden sammelt und an die Übergabepunkte zu den Resellern überträgt.

Für Konzeption und Installation der Technik sucht sich der Breitbandnetzbetreiber Partner – so auch für dieses Projekt. 2012 gewann Axians die innogy TelNet-Ausschreibung für einen Fünf-Jahres-Rahmenvertrag, der die Aktivtechnik MSAN beinhaltete. Ende 2017 wurde dieser Vertrag um ein Jahr und Mitte 2019 erneut um drei Jahre verlängert. Seit Beginn der Kooperation hat sich die Anzahl der eingerichteten Hausanschlüsse pro Jahr deutlich erhöht. ICT-Spezialist Axians trat mit den Tochtergesellschaften Axians Networks & Solutions und Axians GA Netztechnik in der Ausschreibung an und erstellte ein Konzept sowie die Architektur. Die Experten setzten dabei auf zukunftsfähige Technologie des Herstellers Nokia. „Diese Technik enthält Next Generation Access und kommt bereits in Asien zum Einsatz, um die dortige, riesige Bandbreite voll zu nutzen. innogy setzt also jetzt schon auf eine Technologie, die bei uns erst übermorgen Standard sein wird“, betont Volker Ofer, Key Account Manager bei Axians Networks & Solutions, die Zukunftsfähigkeit der Lösung. Service vor Ort, Installation und Inbetriebnahme aller Geräte leistete Axians GA Netztechnik.

Reinhard Pollak betont: „Access und Aggregation funktionieren zuverlässig. Sowohl Nokia als Systemhersteller als auch Axians als Systemintegrator unterstützen uns, damit der Netzbetrieb reibungslos funktioniert und im Störungsfall schnell reagiert wird.“ 

Einführung von FTTH und permanente Erhöhung der Bandbreiten

Gewinnt innogy TelNet eine Projektausschreibung für den Breitbandausbau in einer ländlichen Region, wird Axians Networks & Solutions neben anderen Netzwerkspezialisten angefragt. Axians erstellt verschiedene Konzepte und berät, wie sich der Netzausbau technologisch sinnvoll und zukunftsfähig im betreffenden Projekt angehen lässt. Gegeneinandergestellt wird dann beispielsweise, ob ein Backbone 10 oder 100 Gigabit Bandbreite liefern soll. Die Antworten auf die Fragen, wie lange eine 10G-Bandbreite ausreicht und was 10 Gigabit im Verhältnis zu 100 Gigabit kosten, führen zur Entscheidung. Nach der Abstimmung, was genau gebraucht wird, erfolgt die Bestellung der Technikkomponenten, um deren Lagerung sich Axians Networks & Solutions kümmert. „In der Regel umfasst ein Projekt 50 bis 200 MSAN, welche wir innerhalb von zwei, drei Monaten montieren, konfigurieren und freischalten“, berichtet Joachim Umhof, BU-Leiter bei Axians GA Netztechnik.

Derzeit befinden wir uns in der Übergangsphase von der Nutzung der vorhandenen Kupfer-Anschlussleitungen zum Kunden hin zur Neuverlegung von Glasfasern bis zum Kunden (FTTH, Fiber To The Home).  Die Fasern für FTTH werden optisch gesplittet, was derzeit mit GPON (Gigabit Passiv Optical Network) erfolgt. Bei einer Kommune, die 1.000 Haushalte umfasst, wird beispielsweise drei Technikschränke mit MSAN-Geräten und Splittern installiert. Eine dieser Verteilstationen versorgt dann durchschnittlich 333 Anschlüsse.

Die heutige GPON-Technologie ermöglicht 2,5-Gigabit/s je Glasfaser-Ausgang. Die nächste Ausbaustufe Next Generation PON wird 10 Gigabit/s je Port erlauben. „DSL, also der Einsatz der herkömmlichen Telefonleitungen, wird eine immer kleinere Rolle spielen. Fast alle unsere Ausbauprojekte setzen wir künftig nur noch als FTTH um. Es ist eine Anforderung, dass uns unser Technikpartner diese Evolution ermöglicht.“, betont Carsten Lagemann, Geschäftsführer innogy TelNet.

Regina Groß, freie Redakteurin aus München

www.innogy.com


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