Kommentar

Wo bleibt die Innovation in der Logistik?

Logistik, Innovation

Rainer Schulz, Geschäftsführer der sysmat GmbH, kommentiert vermeintlich vorhandene Innovationsdefizite in der Logistik: „Traditionelle Strukturen, Komplexität, regulatorische Herausforderungen und Zurückhaltung bei Investitionen: Stellt sich dem Sprachroboter ChatGPT die Frage nach mangelnder Innovationsfreudigkeit in der Logistik, so gibt er unter anderem diese Dinge als mögliche Gründe an. Im Zuge dessen merkt er an, dass ihm die Beantwortung eher schwerfiel. Und tatsächlich stellt sich auch aus der menschlichen Perspektive heraus, dass sich eine Erklärung nicht pauschal abgeben lässt, sondern vielschichtig ist.

Noch immer halten sich Unternehmen zurück und vertrauen auf das, was bereits seit Jahren funktioniert. Sie scheuen das Risiko und die Kosten, die mit der Implementierung neuer Technologien einhergehen. Das liegt unter anderem daran, dass die Kapitalintensität in der Branche bereits hoch ausfällt und zuständige Personen vor der Hürde stehen, eventuelle Veränderungen zu rechtfertigen. Letzteres gestaltet sich umso schwieriger, wenn Vorteile nicht unmittelbar zu erkennen sind beziehungsweise eher mittel- bis langfristig eintreten. Aufgrund der Komplexität der Logistikprozesse fällt es zudem oft nicht leicht, innovative Ideen auch wirklich in die Tat umzusetzen. Es existieren viele unterschiedliche Akteure mit oftmals variierenden Anforderungen. In Summe zeichnen diese Dinge ein Gesamtbild, das der Logistik schnell den Mut zur Innovation abspricht. Doch in der Betrachtung sollte an dieser Stelle keinesfalls Schluss sein.

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Oft unter Wert

War im oberen Abschnitt noch die Rede von zurückhaltenden Unternehmen, so verkörpern diese nicht die gesamte Branche. Dennoch ist die Wahrnehmung eine andere. Über die Hälfte der Betriebe aber stuft sich selbst als Digitalisierungs-Vorreiter ein – verglichen mit nur knapp einem Drittel in der gesamten Wirtschaft ein durchaus hoher Anteil. Deswegen sollte sich die Logistik nicht verstecken und den eingeschlagenen Weg weitergehen. Entsprechende Technologien und Lösungen stehen längst zur Verfügung, beispielsweise zur Optimierung des Materialflusses. Gleichzeitig gibt es aber auch noch viel Potenzial für weitere Innovationen und Veränderungen. Hier sehen gerade die Verlader Logistikdienstleistungsunternehmen in der Pflicht, Neues zu entwickeln. Das Ziel: mehr Effizienz und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Auch künstliche Intelligenz spielt sich immer mehr in den Vordergrund, gerade die Intralogistik weist die Eigenschaften auf, die für einen Einsatz mit Mehrwert sprechen. Die Frage sollte demnach nicht lauten: Wo bleibt die Innovation? Sondern: Warum setzt die Branche nicht noch mehr auf sie?“

Rainer

Schulz

sysmat

Geschäftsführer

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