Orchestrierung mit Substanz

Wie europäische Unternehmen digitale Komplexität beherrschbar machen

Orchestrierung

Während globale Analysten für das Jahr 2026 erneut eine Flut an Buzzwords prophezeien, zeigt sich in der europäischen Unternehmensrealität ein anderer Trend: Entscheider suchen nicht nach dem nächsten Technologiesprung, sondern nach stabilen, sicheren und steuerbaren IT-Architekturen.

Die Kombination aus historisch gewachsenen Systemen, zunehmender Regulierung und dem Druck zur Digitalisierung zwingt Unternehmen dazu, Technologien nur dort einzusetzen, wo sie nachweislich Wert erzeugen. Aus Gesprächen im Markt und Projekterfahrungen kristallisieren sich vier Entwicklungsfelder heraus, die 2026 für mittelständische und große europäische Organisationen prägend sein werden.

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Die IT/OT-Konvergenz verschärft die Sicherheitsanforderungen.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung industrieller Produktionsumgebungen wächst die Abhängigkeit von vernetzten OT-Landschaften. Viele dieser Systeme sind jedoch nicht für eine vernetzte Welt konzipiert und werden oft seit Jahrzehnten eingesetzt.

Durch die Kopplung von IT und OT entstehen neue Verwundbarkeiten, mit denen klassische Sicherheitsarchitekturen überfordert sind.

Im Jahr 2026 rücken daher folgende Aspekte in den Fokus:

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  • Integration industrieller Protokolle in moderne SOC-Strukturen
  • Automatisierte Abwehrmechanismen für hybride IT/OT-Netze.
  • Zero-Trust-Modelle für Produktionsumgebungen.
  • Segmentierte Campus-Architekturen als Sicherheitsgrundlage

Die europäische Industrie steht vor der Herausforderung, die OT-Sicherheit von einer Randdisziplin zur Kernkompetenz zu entwickeln.

KI wird kleiner und spezialisierter und damit produktiver

Der Markt verabschiedet sich zunehmend vom generischen KI-Hype. Unternehmen fragen nicht mehr nach dem größten Modell, sondern nach spezialisierten KI-Systemen, die klar definierte Aufgaben in Fachprozessen übernehmen können.

Relevante Trends:

  • Vertikale KI-Modelle, die auf spezifische Domänen trainiert sind.
  • Edge-basiertes Inferenz-Computing für mehr Souveränität und geringere Latenz
  • KI-gestütztes Wissensmanagement zur Sicherung von Expertenwissen

Damit gewinnt der Übergang von „experimenteller KI“ zu „betrieblicher KI“ an Bedeutung. Europas Unternehmen investieren vor allem dort, wo KI messbare Effizienz- oder Qualitätsgewinne liefert.

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GreenOps und FinOps verschmelzen zur strategischen Steuerungsschicht

Mit dem zunehmenden Energiebedarf durch KI und Edge-Architekturen steigen der Druck und die Anforderungen an Transparenz. Gleichzeitig sind hybride IT-Landschaften ohne konsequente Wirtschaftlichkeitskontrolle kaum zu beherrschen.  Für das Jahr 2026 gilt also: Der Energieverbrauch und die CO₂-Bilanz werden prüf- und steuerpflichtig. Workloads müssen dynamisch dorthin migrieren, wo sie sich ökologisch und wirtschaftlich am sinnvollsten betreiben lassen. FinOps entwickelt sich zu einem zentralen Steuerungssystem für hybride Umgebungen. Dadurch werden GreenOps und Hybrid-Cloud-FinOps zu wesentlichen Bestandteilen der europäischen IT-Governance.

Managed Services als Betriebssystem für hybride IT

Der Betrieb heterogener IT-Landschaften – von On-premise über Multi-Cloud bis Edge Computing – ist für viele Unternehmen nicht mehr allein zu bewältigen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Souveränität, insbesondere im Umgang mit sensiblen Daten oder regulatorischen Vorgaben.

Wesentliche Anforderungen an Managed Services im Jahr 2026:

  • konsistente Governance über alle IT-Schichten
  • Automatisierte Betriebsprozesse zur Reduzierung manueller Eingriffe
  • Integration von IT- und OT-Welten in einheitliche Betriebsmodelle.
  • transparente Architekturentscheidungen statt Vendor-Lock-in.

Dadurch entwickeln sich Managed Services von einem ausgelagerten Betrieb hin zu einem strategischen Orchestrierungsmodell für komplexe digitale Ökosysteme

2026 wird das Jahr der operativen Reife

Für europäische Unternehmen markiert das Jahr 2026 den Übergang von einer breiten technologischen Exploration hin zu echter operativer Reife. Nicht mehr die Vielzahl eingesetzter Technologien ist entscheidend, sondern die Fähigkeit, deren zunehmende Komplexität souverän zu beherrschen. Im Mittelpunkt stehen dabei die sichere Kopplung von IT und OT, der produktive Einsatz spezialisierter KI, nachhaltige und zugleich wirtschaftliche Betriebsmodelle sowie die souveräne Orchestrierung hybrider Systemlandschaften. Der tatsächliche Mehrwert entsteht somit nicht durch die Technologie an sich, sondern durch ihre kontrollierte, effiziente und sichere Integration in die zentralen Wertschöpfungsprozesse.

Roidl

Frank

Roidl

Senior Key Account Manager

Getronics

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