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In Zeiten von Whatsapp, Signal, Threema und anderen Messaging-Apps wirkt sie fast schon antiquiert: die MMS. Der Multimedia-Dienst ermöglicht den Versand von Handyfotos. Was früher etwas Besonderes war, ist in heutigen Smartphone-Zeiten eine Selbstverständlichkeit.

Vodafone erklärt seinen «Multimedia Messaging Service» (MMS) zum Auslaufmodell. Die einstige Weiterentwicklung der SMS werde zum 17. Januar 2023 eingestellt, teilte das Telekommunikationsunternehmen in Düsseldorf mit. Die Deutsche Telekom hatte bereits vor längerer Zeit den 31. Dezember 2022 als Termin für die MMS-Abschaltung benannt. Möglicherweise werde der MMS-Versand aber doch noch verlängert, sagte ein Firmensprecher.

Im April 2002 startete Vodafone die MMS-Funktion. Damals galt der Service als Innovation. Heute aber weist der Technikchef von Vodafone-Deutschland, Gerhard Mack, darauf hin, dass die Handybilder und Videos längst sicher und mit hohem Tempo über populäre Messenger-Dienste liefen. «Die MMS ist veraltet, ihre Bedeutung gering und der Kundennutzen minimal.» Deshalb gingen Vodafone und die MMS ab 2023 getrennte Wege. Gewissermaßen die ältere Schwester der MMS, die SMS (Short Message Service), bleibt bei Vodafone aber verfügbar.

Nicht mehr zeitgemäß

Die MMS ist schon seit langem aus der Mode gekommen. Denn sie hat gleich mehrere Nachteile: Zum einen ist ihre Größe in Deutschland auf 300 Kilobyte beschränkt, was sehr wenig ist - Handyfotos brauchen in der Regel deutlich mehr Speicherplatz, können aber komprimiert werden. Zweiter Nachteil: Der Versand einer solchen Multimedia-Nachricht kostet extra - üblicherweise fallen 39 Cent an, wenn der Handynutzer kein monatliches Gratis-Kontingent an MMS hat.

Warum man Fotos oder kurze Videos per MMS schicken sollte und nicht über Messaging-Apps, bei welchen der Versand nichts kostet und im Mobilfunk nur einen kleinen Schnipsel des monatlichen Datenvolumens verbraucht, dürfte den allermeisten Verbrauchern schleicherhaft sein. Der Telekom-Sprecher stellt fest: «Was einmal innovativ und hochmodern war, ist heute allerdings nicht mehr zeitgemäß.»

Am meisten genutzt wurde die MMS vor knapp einem Jahrzehnt: Im Dezember 2012 wurden im deutschen Vodafone-Netz rund 13 Millionen MMS verschickt. Zum Vergleich: Im selben Monat waren es 1,5 Milliarden SMS - das verdeutlicht, dass die MMS letztlich nie ein Massenphänomen war.

Der Bedarf sinkt außerdem seit langem. Vergleicht man den Dezember 2012 mit dem Dezember 2021, so liegt die Zahl der im Vodafone-Netz verschickten MMS nur noch bei fünf Prozent von damals. Die Düsseldorfer Telekommunikationsfirma rechnet damit, dass die MMS-Zahl in den nächsten Monaten weiter sinken wird.

Telefónica macht weiter

Immerhin hat die MMS auf Firmenhandys, auf denen keine Apps sein dürfen und die nur zum Telefonieren gedacht sind, noch einen Sinn. Bei Geschäftskunden werde man «im Bedarfsfall individuelle Lösungen anbieten», heißt es hierzu von Vodafone. Auch bei älteren Menschen ist die Nutzung von MMS nachvollziehbar: Viele Senioren haben nur ein Handy und kein Smartphone mit Internet-Funktion für Apps.

Beim dritten deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber, Telefónica mit seiner Marke O2, spielt die MMS zwar ebenfalls eine geringe Rolle, der Stecker wird aber noch nicht gezogen. «Wir bieten den MMS-Dienst weiterhin in unserem O2-Netz an», sagt ein Telefónica-Sprecher. «Derzeit ist keine Einstellung des Services geplant.»

Als großen Verlust dürften nur die allerwenigsten Verbraucher das absehbare Aus für die MMS bei Vodafone und bei der Telekom verstehen. Bei Mobiltelefonen mit Android-Betriebssystem ist die RCS-Technologie («Rich Communication Services») eine modernere Alternative zu SMS und MMS, bei der keine App gebraucht wird und keine Extrakosten anfallen. Das Äquivalent hierzu bei Apple heißt iMessage.

dpa


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