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Dass die Digitalisierung längst jegliche Bereiche der Gesellschaft eingenommen hat, lässt sich nicht mehr abstreiten. Berufs- sowie Privatleben spielen sich weitestgehend im digitalen Raum ab – steigende Erwartungen an die Benutzerfreundlichkeit der immer größeren Auswahl moderner Produkte gehen damit unweigerlich einher.

Missverständnisse erweisen sich dabei vor allem im Berufsleben oftmals als eine äußerst teure Angelegenheit. Was in der Industrie gilt, spiegelt sich ebenfalls im medizinischen Sektor wider. Allerdings bedeuten Fehldeutungen aufgrund missverständlicher sowie benutzerunfreundlicher Interfaces von Medizinprodukten nicht selten eine Gefährdung der Gesundheit von Patientinnen und Patienten.

Nichts ist schlimmer als ein Produkt, das sich aufgrund von Mängeln in der Bedienbarkeit von dem zuständigen Personal nicht verwenden lässt. An dem Punkt gilt es anzusetzen, um dem Nutzer eine optimale User Experience und Usability bieten zu können. Ohne die Mitarbeit der User gelingt es jedoch in keinem Fall, einen Zustand zu erreichen, der alle Parteien zufriedenstellt – Perfektion sowie die Abwesenheit von nicht akzeptablen Risiken setzen gerade in einem derart sensiblen Bereich wie der Medizin den Maßstab.

Den Nutzen erkennen

Damit das medizinische Personal optimal mit jeglichen zur Verfügung stehenden Softwares – die sich auf Strukturebene einer Gesundheitseinrichtung mittlerweile als integraler Teil erweisen – den Arbeitsalltag bestreiten kann, bedarf es des passgenauen Aufbaus von User Interfaces. Benutzeroberflächen von Medizinprodukten müssen sich besonders hohen Herausforderungen stellen. Im Krankenhaussetting sollten diese in erster Linie das Ziel verfolgen, möglichst sicher sowie effizient bedienbar zu sein. Zusätzlich können übersichtlich gestaltete Bedienoberflächen als positiver Nebeneffekt motivierend sowie aktivierend auf das Krankenhauspersonal wirken. Doch in diesem Kontext stellen sich viele berechtigterweise die Frage, wie es gelingt, höchstkomplexe Software möglichst simpel abzubilden und für jeden verständlich zu gestalten.

Es gibt viele Beispiele medizinischer Produkte, die zunächst einmal innovativ erscheinen, sich in der Praxis jedoch als unbrauchbar entpuppen, Prozesse verlangsamen und die Fehlerhäufigkeit durch eine unverständliche Bedienbarkeit erhöhen. Um diesem unbefriedigenden Zustand entgegenzuwirken, verpflichten sich Entwickler von Medizinprodukten dazu, bereits im Vorfeld der Planung eines neuen Produkts die Zielgruppe in den Fokus zu stellen. Verschiedene Nutzungsszenarien, die der Arbeitsalltag mit sich bringt, verlangen dabei eine effiziente Handhabung des Interfaces und sollten sich im Design eines Produktes wiederfinden.

Erleichterungen für den Arbeitsalltag

In Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern herrscht seit Langem ein Mangel an entsprechend qualifiziertem Personal – ein altbekanntes Problem, das sich nicht von jetzt auf gleich ändern lässt. Jedoch kann die Etablierung neuer sowie einfach bedienbarer Medizinprodukte Krankenschwestern und Pflegern Zeitersparnisse in den verschiedensten Alltagssituationen verschaffen. Ob ein Produkt oder eine Anwendung tatsächlich für den alltäglichen Gebrauch in einer beliebigen Einrichtung oder Praxis den hohen Anforderungen gerecht wird, lässt sich durch Usability Testings ermitteln. Bereits kleine Innovationen wie die Neukonzipierung alltäglicher Produkte, die sich in jeder Gesundheitseinrichtung wiederfinden, bewirken hier eine große Arbeitserleichterung. In der Vergangenheit stellten sich beispielsweise die elektrisch betriebenen Handschalter von Pflegebetten, durch die sich die Liegestellung der Patienten auf Knopfdruck verändern lässt, in manchen Situationen als etwas umständlich heraus.

Spezielle Software auf dem Smartphone der Pflegekräfte, die sich automatisch mit den in der Nähe befindlichen Betten verbindet und durch eine ansprechende Benutzeroberfläche diesen manuellen Arbeitsschritt vereinfacht gestaltet, kann hierzu beispielweise eine Alternative darstellen. Eine Symbiose aus gelungener User Experience und optimiertem Interface Design gilt in vielen derartigen Fällen als Erfolgsrezept für die fortschreitende digitale Weiterentwicklung der angewandten Medizintechnik.

Dr. Michaela Kauer-Franz, Gründerin und Geschäftsführerin
Dr. Michaela Kauer-Franz
Gründerin und Geschäftsführerin, Custom Medical

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