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Digitalisierung

Mit sinkenden Inzidenzzahlen öffnet nach sieben Monaten die Gastronomie in Deutschland wieder ihre Pforten.

Im Interview erklären Klaus Plath, Leiter Vertrieb Mittelstand der Telekom Deutschland GmbH, und Ralf Krippner, Geschäftsführer der Hoffmann + Krippner GmbH, wie digitale Lösungen die Branche während des Lockdowns unterstützt haben und welche Potenziale die Digitalisierung jetzt für die Gastronomie bereithält.

Herr Plath, wie hat die Digitalisierung die Gastronomie während des letzten Lockdowns unterstützt?

 

 Klaus Plath (im Bild): Die Corona-Krise hat der Branche gezeigt, wie wichtig digitale Prozesse und Technologien sind. Während des letzten Lockdowns kämpften viele um ihre Existenz. Mit digitalen Lösungen wie beispielsweise einem Online-Shop konnten sie schnell und einfach einen Internetauftritt auf die Beine stellen. So konnten sie Speisen zur Abholung anbieten oder liefern, ohne einen Abschlag an Lieferdienste zahlen zu müssen. 

 

 

Wie digital ist die Branche denn aktuell?

 Ralf Krippner (im Bild): Viele digitale Lösungen sind bereits etabliert: Die Tischreservierung erfolgt einfach über die Homepage oder per Facebook-Chat. Handheld und Tablet erleichtern die Bestellannahme am Tisch. Und bezahlt wird am Ende kontaktlos am mobilen Lesegerät. Trotzdem schlummert in der Branche noch viel Potenzial für sehr praktische digitale Anwendungen.

 

 

Wo genau liegt das Potenzial?

Klaus Plath: Vor allem bei den internen Prozessen, denn diese binden personelle Ressourcen und sind häufig wenig effizient. Ich spreche von Einkauf, Buchhaltung, Waren- und Lagerwirtschaft, Onlineshop oder Dienstplanung. Hier setzt auch der Smart Coaster von Hofmann + Krippner an, ein intelligenter Bierdeckel.

Wie unterstützt ein smarter Bierdeckel die Betreiber von Kneipen und Restaurants?

Ralf Krippner: Im Grunde genommen wissen die Betreiber sehr wenig über das Konsumverhalten ihrer Kundschaft. Wann trinken sie welche Sorte am liebsten? Oder wie greifen Sonderaktionen und Werbekampagnen wirklich? Der Smart Coaster meldet dem Thekenpersonal automatisch, wenn das Getränk eines Gastes zur Neige geht. Ausgestattet mit einem Foliensensor, erfasst er das Gewicht eines Glases, woraus sich der Füllstand ableiten lässt. Die Daten werden über NarrowBand-IoT bzw. Mobilfunk in die IoT-Cloud gesendet. Diese Informationen können Getränkeherstellern und Gastronomie dann in einem übersichtlichen Dashboard aufbereitet einsehen. So sitzt die Kundschaft nie lange vor leeren Gläsern und der Betreiber steigert seinen Umsatz. 

Klaus Plath: Und die Lösung bietet noch mehr: Korreliert mit Wetterdaten, die zeigen, was die Kundschaft wann trink, ergibt sich eine solide digitale Datenbasis für Einkauf und Personalplanung. Auch Brauereien oder Getränkelieferanten optimieren mit der Lösung Produktion und Logistik: Testprojekte mit dem smarten Untersetzer zeigen, dass sich der Umsatz beispielsweise mit gezielten Sonderaktionen steigern lässt – um zehn bis 20 Prozent. Eine echte Chance für die Branche nach langer Schließung, um zusätzliche Einnahmen zu generieren!

Was raten Sie Unternehmen, die noch zögern, weil ihnen das technische Know-how fehlt?

Ralf Krippner: Zuerst ist entscheidend zu erkennen, welche Möglichkeiten eine Digitalisierung dem Betrieb bieten kann. Großes technisches Know-how ist gar nicht notwendig. Mit Partnerlösungen lassen sich Digitalisierungsmaßnahmen ganz einfach umsetzen. Im Smart Coaster steckt beispielsweise das Know-how von Hoffmann + Krippner. Bei der Entwicklung der Lösung hat uns die Telekom unterstützt.

Klaus Plath: Zum Einsatz kommt der Microsoft Azure IoT-Hub als Back-End-System für die Kommunikation zwischen den vernetzten Geräten. Die Erfahrung besonders aus den vergangenen Monaten zeigt: Digitalisierte Prozesse sind keinesfalls schmückendes Beiwerk, sondern überlebenswichtig für die Zukunft.

Herr Krippner, werden wir in Restaurants und Cafés bald von Robotern bedient?

Ralf Krippner: Nein, die Gastronomie ist und bleibt ein People’s Business. Die Gäste kommen schließlich auch, weil sie sich mit Menschen austauschen möchten. Zum Beispiel ins Stammlokal, um wie bei Freunden zu essen. Restaurants mit Robotern im Service funktionieren aus meiner Sicht eher punktuell, als spezielle Erlebnisgastronomie. Oder in Betriebskantinen, wo vor allem reibungslose Abläufe wichtig sind. Wir freuen uns jetzt, langsam wieder zu den persönlichen Erlebnissen zurückkehren zu können. 

Vielen Dank für das Gespräch!

Klaus Plath, Leiter Vertrieb Mittelstand der Telekom Deutschland GmbH

Ralf Krippner, Geschäftsführer der Hoffmann + Krippner GmbH


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