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Enterprise

Enterprise Architekten können zum Gesicht der digitalen Transformation werden. Moderne EA-Lösungen holen die Enterprise Architektur aus ihrem Elfenbeinturm. Diese Tools ermöglichen den Wandel von einer reinen Bestandsaufnahme der IT-Landschaft hin zur Schaffung von datenbasierten und strategischen Entscheidungsgrundlagen für das Management. 

Die COVID-19-Krise stellt IT-Verantwortliche in Unternehmen vor große Herausforderungen: Sie müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter auch im Home Office den Zugang zu allen relevanten Software-Anwendungen haben, um die Fortführung des Geschäftsbetriebs zu gewährleisten. Auch die Minimierung technologischer Risiken rückt in Krisenzeiten verstärkt in den Fokus. Der steigende Kostendruck durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie erfordert aber nicht nur, das bestehende Geschäftsmodell robuster zu machen. Er verstärkt auch die Notwendigkeit, vorhandene IT-Kosten zu überprüfen und durch geeignete Maßnahmen zu senken. 
 

Die IT-Landschaft im Business-Kontext verstehen 

Wie unter einem Brennglas wird in der Krise deutlich, wie wichtig eine zentrale und jederzeit aktuelle Datenbasis ist, die unmittelbar mit den Geschäftsfertigkeiten und Produkten des Unternehmens verknüpft ist. Denn nur so lassen sich schnelle datengetriebene Entscheidungen treffen, die alle unternehmensrelevanten Zusammenhänge mit einbeziehen. Genau hier setzen moderne Lösungen für Enterprise Architecture an, die einen kollaborativen Ansatz verfolgen und alle Stakeholder im Unternehmen einbinden. Auf diese Weise können Enterprise Architekten die benötigten Informationen auf Knopfdruck zur Verfügung stellen – und übernehmen deshalb eine entscheidende Rolle in der aktuellen Situation. 

Wie schnell Enterprise Architekten mit Hilfe eines modernen EA-Tools agieren können, verdeutlicht das aktuelle Beispiel des global agierenden Bergbau-Unternehmens Vale Industries aus Kanada. Die IT-Verantwortlichen standen in der COVID-19-Krise vor der Herausforderung, alle Prozesse entlang der Lieferkette trotz der Standort-Schließungen aufrecht zu erhalten. Innerhalb kurzer Zeit standardisierte das EA-Team alle relevanten Software-Anwendungen und entwickelte für die weltweit 150.000 Mitarbeiter einen Katalog mit 20 Applikationen, um die Geschäftskontinuität zu sichern. 
 

Notwendigkeit zur Optimierung des Anwendungsportfolios 

Unternehmen stehen einer extrem komplexen, sich dynamisch verändernden IT-Infrastruktur gegenüber. Es passiert häufig, dass neue Anwendungen schnell eingeführt werden, wenn sie gerade von bestimmten Teams benötigt werden. Das führt zu einer IT-Landschaft voller Applikationen mit sich überschneidenden Funktionen und unterschiedlichen Lebenszyklen, die zum Teil nur von wenigen Mitarbeitern oder gar nicht mehr genutzt werden. Experten schätzen, dass dies in den meisten Unternehmen mehr als 20% der Anwendungen betrifft. 

Eine zentrale Aufgabe von Enterprise Architekten ist deshalb nicht nur die Erstellung des Anwendungsinventars, sondern auch dessen Nutzenbewertung im Hinblick auf die Eignung der einzelnen Applikationen für die relevanten Geschäftsfertigkeiten des Unternehmens. Dank einfacher Visualisierungen lassen sich nicht geeignete Anwendungen schnell erfassen: 

 

Screenshot einer technischen Nutzenbewertung aus der Enterprise Architecture Suite von LeanIX

 

 

Kosten senken durch Rationalisierung von Applikationen 

Unkontrolliert wachsende IT-Landschaften kosten Unternehmen viel Geld. Enterprise Architekten können mit einer Anwendungsrationalisierung einen wichtigen Beitrag leisten, um Kosten zu senken und Kapital für Investitionen frei zu machen. Ergebnisse können eine Optimierung von Software-Lizenzen sein – mit einem Einsparpotenzial von bis zu 30% (Gartner), die Beseitigung von Redundanzen und die Außerbetriebnahme von Applikationen, die Optimierung von Servern und Datenspeichern, Projektrationalisierung oder die Standardisierung gemeinsamer Technologieplattformen. 

Zur Identifikation erfolgskritischer Applikationen müssen Business und IT miteinander in Einklang gebracht werden. EA-Lösungen wie die Enterprise Architecture Suite von LeanIX ermöglichen es mit einer einfachen Usability, alle Stakeholder schnell in diesen Prozess zu involvieren. Mitarbeiter erhalten so den Zugang zu Informationen in einem nachvollziehbaren Kontext und können auf datenbasierte Entscheidungen des Unternehmens vertrauen. 

Die Kosten für eine Anwendungsrationalisierung stehen dabei in einem positiven Verhältnis zu möglichen Einsparungen einerseits und der Zunahme von Innovationen andererseits: 

Kosten vor und nach einer Rationalisierung von Anwendungen

 

Technologische Risiken minimieren 

Ob IT-Ausfälle oder Datenverluste: Veraltete Technologien, Sicherheitslücken oder Compliance-Probleme können extrem teuer werden. Schätzungen gehen davon aus, dass Vorfälle auf Grund nicht unterstützter Technologie-Komponenten Unternehmen im Durchschnitt 600.000 Euro kosten. Enterprise Architekten behalten Risiken mit Hilfe von EA- Tools im Blick und können zu jedem Zeitpunkt die Abhängigkeiten zwischen Software, Servern und Anwendungen darstellen. Besondere Bedeutung kommt dem End-of-Life Management zu, denn durch das Auslaufen einer Applikation können zahlreiche Probleme entstehen: von Integrationsproblemen über begrenzte Funktionalitäten bis zur fehlenden Unterstützung durch Anbieter. Der unternehmerische Wert einer Applikation sinkt zu ihrem Lebensende rapide: 

 

Lebenszyklus einer Applikation / Verhältnis von Geschäftswert und Risiko 

 

Das wohl bekannteste Beispiel eines vernachlässigten End-of-Life Managements ist das der US-Bundessteuerbehörde, die 2015 auf Grund versäumter Windows-Aktualisierungsfristen von Wirtschaftsprüfern der US-Regierung lahmgelegt wurde. Zusätzliche Supportverträge mit Microsoft mussten daraufhin abgeschlossen werden – Kosten, die mit einem konsequenten Risiko-Management gar nicht erst entstanden wären. 
 

Bedeutung von Enterprise Architecture nimmt zu 

Die Zeiten sind vorbei, in denen Enterprise Architekten in Unternehmen ein Nischen-Dasein führten: Moderne EA-Tools verknüpfen die IT-Infrastruktur direkt mit Geschäftsfertigkeiten und Produkten und wirken wie ein Katalysator beim Wandel einer Projekt- in eine Produktorganisation. Ebenso können sie die Migration von on-premise hin zu cloud-nativen IT-Infrastrukturen planen, steuern und überwachen und somit einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens leisten. Die Bedeutung von Enterprise Architekten wird deshalb weiter zunehmen – sie haben die Chance, das Gesicht der digitalen Transformation zu werden.

 

 
André Christ, CEO und Mitgründer
André Christ
CEO und Mitgründer, LeanIX

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