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Steffen Brehme, Lobster, wirft einen Blick auf die Komplexität der Digitalisierungsaufgaben und begründet, warum mittelständische Unternehmen dringend einen Chief Digital Officer und eine Standard-Software für Datenintegration benötigen.

Als ich 16 Jahre alt war, kursierte ein Schwarz-Weiß-Foto mit einer Gruppe langhaariger Jungs und Mädels, Bierflaschen in der Hand, wild lachend. Darunter stand: „Jeder macht was er will, keiner macht was er soll, aber alle machen mit.“ Wir klebten dieses Foto auf unsere Zimmertüren und Schultaschen. Der Spruch zierte Mäppchen und Schultische. Und an die Tafel geschrieben war er eine herrliche Provokation für autoritäre Lehrer. Wer hätte gedacht, dass dieses alte Ding eine Renaissance erleben würde?

Wer sich heute mit dem Thema Business Integration beschäftigt, hat in vielen Unternehmen das ungute Gefühl, dass gleich die Horde von damals um die Ecke kommt. Dass Digitalisierung irgendwie wichtig ist, hat sich herumgesprochen. Dass IoT und IIoT unser Leben verändern, haben viele gelesen. Dass aber am Ende irgendjemand den freudigen Wildwuchs aus MultiCloud, Bring your own device, best of breed und hybrid data wieder zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfassen muss, das verliert man gerne aus dem Blick.

Komplexität der Digitalisierungsaufgaben

Klar ist: Die flächendeckende öffentliche Diskussion über die Möglichkeiten des Internet of Things hat viele Geschäftsführer und Vorstände dazu veranlasst, in den eigenen Führungskreisen Druck zu machen. Abteilungsleiter waren in den letzten 24 Monaten dazu aufgefordert, konkrete Vorschläge für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Produkten zu erarbeiten. Und die Abteilungen waren fleißig. Neue Maschinen mit Multisensor-Technik für die Produktionsoptimierung, App-fähige Lagermanagementsoftware für automatisiertes Ein- und Auslagern, SCM-Programme mit Track and Trace für den optimierten Weg vom und zum Kunden, eine Cloud-basierte CRM-Lösung für Marketing, Vertrieb und Kundenservice und on premise ein aktuelles ERP-Tool, mit dem Einkauf, Fibu, Controlling, Rechnungswesen und Human Resources unter einen Hut gebracht werden könnten. Hinzu kommen Ideen für ein modernes Produktinformationsmanagement, mit dem Produktdaten über viele Standorte oder Ländergesellschaften hinweg stets für alle aktuell gehalten werden können, eine Website, die von verschiedenen Datenbanken gefüttert und von unterschiedlichen Orten aus gepflegt werden soll und natürlich vernetzte Produkte, die dem Unternehmen regelmäßig Verwendungs- und Verschleißdaten zurückspielen. Und dann wäre es natürlich gut, wenn man Kunden und Lieferanten gleich an die eigenen Systeme anbinden könnte: real time-Zugriff auf Bestellvorgänge, Liefermengen und –zeiten, automatisierte Angebotserstellung unter Einbeziehung von verfügbaren Produktionskapazitäten und aktuellen Materialpreisen.

Wer das alles als Vorstand oder Geschäftsführer auf dem Tisch hat, wird mit Wehmut an die Bierflaschenjungs und -mädels von früher denken. Denn jetzt gilt es, den Wildwuchs in Bahnen zu lenken, die einzelnen digitalisierten Teile geschickt und sinnvoll miteinander zu verknüpfen, alle ins Boot zu holen und auf die gleiche Strategie einzunorden. Das bedeutet zum einen, komplexe Geschäftsprozesse zu durchdenken sowie Strategien und Konzepte zu entwickeln. Und das bedeutet zum anderen, mit einem hohen Maß an IT-Know-how die Verknüpfung von Systemen im Unternehmen und über das Unternehmen hinaus voranzutreiben und so agil wie möglich zu halten.

Zwei notwenige Schritte

Zwei Schritte sind dazu notwendig. Im besten Fall stellt man einen Chief Digital Officer (CDO) ein, der auch etwas von Geschäftsprozessmanagement oder Process Engineering versteht. Und da abzusehen ist, dass sich die Prozesse im Unternehmen in den nächsten Jahren in dauernder Veränderung befinden werden, benötigt man eine intelligente Schaltzentrale, eine Datendrehscheibe, die als Standardsoftware anbieterunabhängig in der Lage ist, Datenflüsse kurzfristig, einfach und über schlichtes Konfigurieren an die jeweilige Situation anzupassen.

Wer durch Motivation und geschickte Kommunikation zudem die Rudelführer und Influencer im Unternehmen für den neuen Weg gewinnen kann, gibt dem Wandel die richtige Dynamik. Dann macht, zum Wohle des Unternehmens, jeder was er will, der CDO was er soll und alle machen mit.

Steffen Brehme, Leiter Software-Entwicklung
Steffen Brehme
Leiter Software-Entwicklung, Lobster GmbH
Steffen Brehme studierte ab 1988 in Tralee (Irland) Informatik. Nach Abschluss war er Anfang der 90er Mitgründer von SimpleWork (Warenwirtschafts-System), das man 96 verkaufte. Anfang 97 wurde er Interims-IT-Leiter bei Maxdata, Ende 97 war er Mitgründer der Beans AG (Shop-System), 2002 Mitgründer der Lobster GmbH (gut 100 MA, 1000 Kunden). Steffen ist Leiter Software-Entwicklung und Geschäftsführer bei Lobster und der geistige Vater des Hauptprodukts Lobster_data, Standard-Software für hybride Datenintegration.

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