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Wunschzettel

Weihnachten steht vor der Tür, die Zeit der Wünsche. Dieser etwas alternative Wunschzettel ergibt sich aus der Potenzialanalyse Blockchain-Technologie von Sopra Steria Consulting. Er zeigt, was sich Unternehmen von der jungen Technologie noch erwarten, bevor sie aus ihrer Sicht marktreif sind und es für sie attraktiv wird, sie einzusetzen.

Im Juli und August dieses Jahres wurden im Auftrag von Sopra Steria Consulting für die Potenzialanalyse Blockchain-Technologie mehr als 200 Unternehmensentscheider in Deutschland nach ihren Erfahrungen und Kenntnissen befragt. Dabei kam heraus, dass Blockchain bei den meisten Befragten kein Fremdwort ist: 79 Prozent haben schon davon gehört, 48 Prozent wissen sogar genau, um was es sich dabei handelt – um eine Technologie, die es ermöglicht, Daten dezentral abzuspeichern und Programme dezentral auszuführen.

Die technischen Eigenschaften der Blockchain garantieren allen Teilnehmern, dass dabei streng nach gemeinsam festgelegten Regeln vorgegangen wird, so dass niemand den Ablauf manipulieren kann. Das bekannteste Beispiel für angewandte Blockchain-Technologie ist die Kryptowährung Bitcoin. Aber die Blockchain kann viel mehr als Geld transferieren: Es lassen sich Netzwerke ohne zentrale Instanz aufbauen, die zum Beispiel die Identität von Personen und Wertgegenständen wie Diamanten bestätigen. Zudem ist es möglich, dass Personen Verträge miteinander abschließen, die sich nicht kennen.

Viele Experten sehen in der Blockchain-Technologie enormes disruptives Potenzial. Aber dafür braucht es weitere Voraussetzungen. Womit wir bei den Wünschen wären:

1. Praktische Ideen

Die Bekanntheitsquote von 79 Prozent suggeriert, dass sich die Unternehmen auf breiter Front mit der Technologie auseinandersetzen. Um das disruptive Potenzial nutzen zu können, reicht das nicht: Nicht einmal jeder zweite Entscheider (52 Prozent) weiß genau, was Blockchain ist. Jeder Fünfte tut sich schwer damit, sinnvolle Einsatzszenarien zu identifizieren. Hier brauchen Unternehmen noch mehr Orientierung, Best Practices, Use Cases oder zumindest Szenarien, die nicht nur diese Frage beantworten, sondern auch die nach dem möglichen Nutzen. Der Austausch mit Partnern, der Besuch von Veranstaltungen und der konsequente Aufbau von Know-how in den eigenen Reihen sind die Basics, um das Potenzial der Blockchain-Technologie auszuloten.

2. Werkzeuge

Auch wenn es Ideen für Anwendungsfälle gibt: Nur zwölf Prozent der Unternehmen wissen genau, ob Blockchain als Technologie in ihrem Unternehmen sinnvoll ist oder vollkommen ungeeignet. Tipp: Wichtig ist zu prüfen, ob die grundlegenden Bedingungen für den Einsatz der Technologie überhaupt erfüllt sind. Eine von vier zentralen Voraussetzungen ist, dass die konkrete Anwendung den Transfer von Werten (Asset genannt) umfasst. Das Asset kann materiell sein (Auto, Immobilie) oder immateriell (Geld, Patent, Lizenz). Darüber hinaus erfordert jeder Blockchain-Anwendungsfall eine Form von dezentraler Vernetzung, und Unternehmen sollten bedenken, dass die Blockchain-Technologie nicht für unzählig viele Transaktionen pro Sekunde ausgelegt ist.

3. Sicherheit

Unternehmen werden Blockchain nur einsetzen, wenn ihre Daten und die ihrer Kunden und Partner sicher sind. Die Technologie gilt durch ihre Dezentralität und durch die Verschlüsselung allgemein als sicher. Mitteilungen wie die über die Digitalwährung „Tether“ – infolge eines Hackerangriffs wurden 31 Millionen Dollar aus dem System entwendet – verunsichern allerdings. Das gilt gerade, wenn sich Unternehmen mit einer neuen Technologie vertraut machen. Zudem sind die Inhalte einer Transaktion und der Quellcode der Smart Contracts in Netzwerken von Ethereum einsehbar. Vertrauliche Daten sind hier also bestenfalls mäßig geschützt und darüber hinaus für immer in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Es gibt aber abseits dieser öffentlichen Blockchains Varianten, die speziell für die Wünsche von Unternehmen konzipiert sind. Hyperledger Fabric, Quorum oder Corda bieten beispielsweise mehr Geheimhaltung.

4. Standards

Kein Unternehmen investiert gerne in ein technologisch instabiles Geschäftsfeld. Derzeit herrscht noch viel Unsicherheit. Je mehr sich die Blochchain-Technologie verbreitet und je mehr Seitenarme („Forks“) und Weiterentwicklungen auf den Markt kommen, desto wichtiger werden Standards: Mehr als 40 Prozent der Unternehmenslenker bemängeln die Integrierbarkeit von Blockchain und mahnen genau solche Standards an, bevor sie eine Nutzung ins Auge fassen. Diese Mahnung besteht völlig zu Recht und kommt genau rechtzeitig: Blockchain muss sich an die unternehmenseigene IT anpassen und andocken lassen. Hier sind die Anbieter dringend gefragt, Schnittstellen zwischen gängigen Unternehmensanwendungen und Blockchain-Technologien zu schaffen. Darüber hinaus braucht es rechtliche Standards, beispielsweise ob über Blockchain ausgelöste Transaktionen eine Willenserklärung darstellen und wer bei technischen Problemen haftet.

5. Überschaubare Kosten

Blockchain-Anwendungen sind deshalb attraktiv, weil sie häufig eine vermittelnde Instanz einsparen. Unternehmen befürchten allerdings versteckte Kosten. Von einem enormen Energiehunger ist häufig die Rede. Dieser Mythos lebt allerdings von einem bestimmten Anwendungsfall, der Kryptowährung. Dezentrale Netzwerke mit einer begrenzten Job Description sind nicht so energiehungrig. Dazu kommt: Da die Blockchain-Lösung mehreren Teilnehmern anteilig gehört, können durch das Change und Release Management zusätzliche Kosten durch organisatorischen Overhead entstehen. Entscheider wünschen sich hier noch mehr Klarheit und durchgerechnete Business-Pläne.

Die Chancen stehen gut, dass sich die genannten Wünsche der Unternehmen an die Blockchain-Technologie erfüllen lassen – wenn nicht sofort, dann zumindest mittelfristig. Entwickler, Dienstleister, aber auch Wissenschaftler und staatliche Organisationen können sich an dieser Liste orientieren, wenn sie der Technologie zum Durchbruch verhelfen wollen. Ich bin vom disruptiven Potenzial der Blockchain überzeugt und arbeite aktiv mit, es zu heben.

Dr. Stefan KalkowskiDr. Stefan Kalkowski ist Berater bei Sopra Steria Consulting und Kenner der Blockchain-Technologie.

www.soprasteria.de

 

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