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Data center

2021 verspricht für die Third-Party Maintenance-Branche und insbesondere für einen ihrer führenden Vertreter ein spannendes Jahr zu werden. Vor wenigen Monaten hat sich die Technogroup IT-Service GmbH der Evernex angeschlossen. Gemeinsam bilden sie den neuen europäischen Marktführer für Drittwartung im Rechenzentrum. 

Die Technogroup bietet aus einer Hand Service-, Dienstleistungs- und Consultingangebote für alle entscheidenden IT-Systeme an mit dem Ziel, Hardwareausfälle zu vermeiden, zu beheben und die Nutzungsdauer und die Nutzungsdauer von IT-Systemen kostengünstig und nachhaltig zu verlängern. 

CEO Klaus Stöckert erklärt im Interview mit Ulrich Parthier, Herausgeber it management, warum er gerade im Jahr 2021 für die Drittwarwartungsbranche Potenzial sieht.

Herr Stöckert, das Jahr 2020 geht zu Ende. Wie schauen Sie auf dieses Jahr zurück? 

Klaus Stöckert: Ohne Zweifel wird das Jahr 2020 in die Lehr- und Geschichtsbücher eingehen. Covid-19 stellt Wirtschaft und Gesellschaft vor bis dato unbekannte Herausforderungen – und das weltweit. Die Pandemie wird uns auch im nächsten Jahr und deren wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Folgen in den kommenden Jahren begleiten und beinflussen.

Für die Technogroup ist das Jahr 2020 aber gleichzeitig in positiver Hinsicht etwas Besonderes. Wir haben unser 30-jähriges Firmenjubiläum gefeiert und  dabei auf eine sehr erfolgreiche Firmengeschichte zurückgeblickt. Gleichzeitig haben wir einen entscheidenden Schritt in die Zukunft gemacht, indem wir uns mit Evernex zusammengeschlossen haben. 

Die Technogroup war Die Technogroup war Marktführer im D/A/CH-Raum für Drittwartung in Rechenzentren. Jetzt ist sie mit Evernex der neue Marktführer in ganz Europa. Was bedeutet diese neue Rolle für die Technogroup? 

Klaus Stöckert: Durch den Zusammenschluss mit Evernex als global tätiges Unternehmen stärken wir als Technogroup unsere internationale Präsenz und eröffnen neue Wachstumschancen. Wir bündeln unsere Kräfte und können unsere Expertise und unseren Service nun noch mehr Unternehmen zur Verfügung stellen und unser Angebot erweitern. Als Mitglied der Evernex bieten wir unseren Kunden ein weltweites Netzwerk mit echter globaler Abdeckung. Evernex ist in über 160 Ländern tätig. Gemeinsam haben wir rund 850.000 Ersatzteile in über 350 Logistikstützpunkten weltweit. Trotz dieser globalen Ausrichtung bewahrt sich die Technogroup die Vorteile eines Mittelständlers. Wir sind nah an unseren Kunden und kennen die Bedürfnisse des Mittelstandes genauso gut wie die großer Konzerne.

Der Markt für Drittwartung oder Third-Party Maintenance (TPM) ist noch relativ unbekannt. Wie wird sich das 2021 entwickeln? 

Klaus Stöckert: Nicht jedem ist Drittwartung ein Begriff, aber der Bekanntheitsgrad ist gestiegen. Das zeigen unsere Studien. 2019 war 43 Prozent der Studienteilnehmer das Konzept Drittwartung bekannt, 2020 waren es fast 63 Prozent. Wir sind davon überzeugt, dass die Bekanntheit 2021 weiter steigen wird. Das hat drei Gründe: Erstens, die Digitalisierung nimmt an Bedeutung zu, das sehen wir gerade jetzt in Zeiten der Pandemie. Und in diesem Prozess spielt das Rechenzentrum und dessen Hochverfügbarkeit eine entscheidende Rolle. Zweitens, die IT-Landschaften der Unternehmen werden aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung immer komplexer. Und drittens, die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen ist momentan aufgrund der Wirtschaftskrise herausfordernd und wird dies auch 2021 sein.

Welche Konsequenzen haben die Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen gezogen? 

Klaus Stöckert:  Diese Frage haben wir uns in unserer diesjährigen Studie mit über 350 Teilnehmern auch gestellt. Diese ist noch nicht veröffentlicht, aber einige signifikante Zahlen kann ich hier schon einmal nennen. Demnach haben die Pandemie und die damit einhergehende Wirtschaftskrise auf fast drei Viertel der befragten Unternehmen negative Auswirkungen. Um den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise zu begegnen, verschieben 60 Prozent der Unternehmen Investitionen, die Hälfte kürzt die Budgets und zwei Drittel versuchen, ihre Prozesse zu optimieren. Gerade jetzt ist es für Unternehmen wichtig, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und ihre Kapazitäten strategisch zu nutzen. Daher gehen wir davon aus, dass sich der Trend Managed Services zu nutzen im nächsten Jahr fortsetzen wird.

Und diese Wege der wirtschaftlichen Herausforderung zubegegnen, schlagen sich auch auf die Strategien und Maßnahmen in der IT und im Rechenzentrum nieder?

Klaus Stöckert: Richtig. Laut unserer Umfrage suchen drei Viertel der Befragten nach Möglichkeiten, die Kosten für den Betrieb ihres Rechenzentrums zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität des IT-Betriebs aufrechtzuerhalten. Hierbei kann die Umorientierung von der Wartung durch den Hersteller hin zur Drittwartung eine Möglichkeit bieten. Das Analystenhaus Gartner nennt in einem Bericht ein Einsparpotential in der IT-Wartung von bis zu 70 Prozent durch den Einsatz herstellerunabhängiger Drittwartung.

Laut Ihren Zahlenwollen Unternehmen Investitionen nicht nur streichen, sondern verschieben. Was hat das mit Drittwartung zu tun?

Klaus Stöckert: Eine ganze Menge. Hersteller bieten ihren Hardware-Support oft nur für wenige Jahre an. Unsere Studie von 2019 hat aber gezeigt, dass 31 Prozent der befragten Unternehmen ihre Server und Data-Center-Hardware zwischen sieben und zehn Jahren im Einsatz haben, weitere 28 Prozent sogar mehr als zehn Jahre. Drittwartung ermöglicht die Nutzung von Hardware über den End-of-Service-Life hinaus. Das schafft Unternehmen den nötigen Spielraum, kostenintensive Neuanschaffungen zu verschieben, ohne Sicherheits- oder Performanceverluste befürchten zu müssen.

Ein weiteres unterschätztes Einsparpotenzial ist refurbished Hardware. Durch den Einsatz technisch einwandfreier, geprüfter Geräte aus zweiter Hand können Unternehmen bis zu 50 Prozent der Kosten gegenüber Neuware sparen, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen. Auch diese Hardware kann ein TPM-Anbieter warten. 

Sie sagen, ein Grund Sie für das Wachsen des TPM-Marktes sei die zunehmende Komplexität der IT-Landschaften. Können Sie das erläutern?

Klaus Stöckert: In unserer Studie aus dem vergangenen Jahr haben 47 Prozent der Befragten angegeben, Geräte von fünf oder mehr Herstellern im Einsatz zu haben. Bei der Wartung durch
den OEM heißt das, dass man fünf oder mehr unterschiedliche Vertragskonditionen und Ansprechpartner hat. Macht man die Wartung nach dem EOSL inhouse, bedeutet es, dass die IT-Abteilung über breites Fachwissen zu sämtlichen Geräten aller vertretenen Hersteller parat haben und up to date halten muss. Angesichts der oft fehlenden Ressourcen ein schwieriges Unterfangen. Übernimmt ein TPM-Dienstleister die Wartung, hat das Unternehmen nur einen Ansprechpartner, der 24/7 bereitsteht, über die entsprechende Fachkompetenz verfügt und Störungen sehr schnell beheben kann.

Hinzu kommt, dass der Hersteller bei der Wartung nur die eigenen Produkte im Blick hat. Bei Technogroup handhaben wir es so, dass Techniker-Teams die IT-Landschaft unserer Kunden ganzheitlich betrachten. Das erleichtert nicht nur die Wartung, sondern schafft die Grundlage für eine fundierte Beratung. Wir sehen uns nicht als austauschbarer Dienstleister, sondern als Partner unserer Kunden und starke Partnerschaften helfen allen Beteiligten in dieser herausfordernden Zeit.

Herr Stöckert,  wir danken für dieses Gespräch.

 

Klaus Stöckert, CEO
Klaus Stöckert
CEO,
CEO, Technogroup IT-Service GmbH; Managing Director, Region Central, Eastern & Northern Europe, Evernex

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