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IBM-LinuxONE-RockhopperIBM hat diese Woche eine signifikante Erweiterung seiner Großrechner/Mainframe-Strategie bekanntgegeben: Dabei geht es um einen umfassenden Einsatz von Open-Source-basierten Technologien und die Kooperation mit Open-Source-Communities. 

Das Ziel: Linux-Großrechner-Kunden sollen mit hochsicheren (1) Werkzeugen ausgestattet werden für die kommende Computing-Ära. Dort können Mainframes zunehmend Basis für unternehmensweite Analytik und hybride Clouds werden aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften. Das Unternehmen setzt damit in großem Stil auf Open Source in Unternehmen:

  • Vorstellung hochsicherer Linux-Server: IBM kündigt zwei neue Linux-Mainframe-Server unter dem Namen LinuxONE an. Diese sind die branchenweit derzeit leistungsstärksten (2) und sichersten Enterprise-Server, die für moderne Softwareanwendungen und hybride Clouds zur Verfügung stehen.
  • Ausweitung des Open-Source-Software-Einsatzes: IBM wird wesentliche Open-Source- und Branchenwerkzeuge und Software auf z Systems-Großrechnern verfügbar machen, um Kunden mehr Auswahlmöglichkeit und Flexibilität für ihre hybriden-Cloud-Lösungen zur Verfügung zustellen. Zu den Werkzeugen gehören Apache Spark, Node.js, MongoDB, MariaDB, PostgreSQL, Chef und Docker. SUSE, Anbieter einer wichtigen Linux-Distribution für den Mainframe, unterstützt jetzt KVM, so dass Kunden eine neue Hypervisor-Option erhalten. Canonical und IBM kündigen auch Pläne an, eine Ubuntu-Distribution für LinuxONE und z-Systeme zu erstellen. Canonical bringt Ubuntu Scale-out- und Cloud-Know-how auf die IBM z Systems-Plattform und erweitert damit die Möglichkeiten des Mainframes mehr denn je.
  • Bisher größter Einzelbeitrag an Mainframe-Code für die Open-Source-Community: Der Code, den IBM zugänglich macht, enthält Technologie und Know-how aus dem Mainframe-Bereich, mit dem Unternehmen ungewöhnliche Systemvorgänge und eventuelle Normabweichungen oder sich abzeichnende Ausfälle rechtzeitig erkennen können, bevor sie geschehen. Damit steigt die Leistung auch quer über Systemplattformen. Eine bessere Integration mit der Cloud wird möglich.

IBM-LinuxOne-Emperor-small

Bild: LinuxONE Emperor („Kaiserpinguin") basiert auf dem IBM z13-Großrechner und ist laut Hersteller das derzeit technologisch am weitesten fortgeschrittene Linux-System. 

„Vor fünfzehn Jahren überraschte IBM die Branche mit dem Schritt, Linux auf dem Mainframe einzuführen. Heute nützen mehr als ein Drittel der IBM Großrechnerkunden Linux", sagt Tom Rosamilia, Senior Vice President, IBM Systems. „Wir vertiefen unser Engagement mit der Open Source-Community und kombinieren das Beste aus der offenen Welt mit dem derzeit fortschrittlichsten Computersystem auf dem Markt. Damit helfen wir Kunden, neue Mobile- und Hybrid-Cloud-Workloads zu realisieren. Mitf dieser erfolgreichen Kombination schieben wir die Grenzen der Möglichkeiten weiter hinaus - weit jenseits der Fähigkeiten von x86-Commodity-Systemen, die nicht für extrem hohe Sicherheits- und Leistungsanforderungen entwickelt wurden."

LinuxONE - die derzeit branchenweit modernste Enterprise-Linux-Plattform

IBM kündigt LinuxONE an, ein neues Portfolio an Hardware, Software und Services. Damit stehen zwei neue, dedizierte Linux-Systeme für große und mittelständische Unternehmen zur Verfügung. LinuxONE Emperor („Kaiserpinguin") basiert auf dem IBM z13-Großrechner und ist das derzeit technologisch am weitesten fortgeschrittene Linux-System. Außerdem verfügt es über den derzeit schnellsten Prozessor in der Branche.

Das System ist geeignet zur Analyse von Transaktionen in „Echtzeit" und kann dabei unterstützen, eventuelle Betrugsversuche über IT-Systeme direkt zu verhindern. Das System kann auf bis zu 8.000 virtuelle Maschinen oder Tausende von Containern skalieren - mehr als bei jedem anderen derzeitigen Linux-System.

Das kleinere System LinuxONE Rockhopper („Felsenpinguin") ist gedacht für mittelgroße Kunden oder Einsatzbereiche in Schwellenländern, bei denen Geschwindigkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit eines Großrechners verlangt werden, jedoch in einem kleineren Leistungspaket.

IBM LinuxONE-Systeme werden ab sofort verfügbar sein. Sie sind derzeit auch die wahrscheinlich sichersten Linux-Systeme durch ihre erweiterten Verschlüsselungsfunktionen in Hardware und Software. Damit helfen sie dabei, daß Kundendaten und Transaktionen vertraulich und sicher bleiben können. Das Werkzeug „Protected-key", das auf LinuxONE verfügbar wird, stellt dabei eine deutlich erhöhte Sicherheit gegenüber Clear-Key-Technologie zur Verfügung und ermöglicht eine um das achtundzwanzigfache (!) bessere Leistung gegenüber Standard-Secure-Key-Technology (3).

Neue offene Software und Branchenwerkzeuge für den Großrechner

Die Optionen zum Softwareeinsatz auf dem Mainframe haben sich für Unternehmen deutlich erweitert: IBM ermöglicht jetzt den Einsatz von wichtigen Open-Source- und Branchenlösungen für LinuxONE und IBM z Systems, darunter Apache Spark, Node.js, MongoDB, MariaDB, PostgreSQL, Chef und Docker. Diese Technologien arbeiten so reibungslos auf dem Mainframe wie auf anderen Plattformen, nutzen aber die Leistungsvorteile des Mainframes. Das Beste: Für ihren Betrieb auf dem Großrechner werden keine speziellen plattformspezifischen Fähigkeiten benötigt - ein Riesenvorteil in der Administration.

IBM war ein Pionier der Virtualisierung auf dem Großrechner (seit 1972 mit VM!) und bietet jetzt noch mehr Möglichkeiten für das Thema: Die neuen LinuxONE- Systeme können als virtuelle Maschine durch den auf offenen Standards basierenden KVM-Hypervisor zur Verfügung gestellt werden. SUSE als einer der wichtigen Distributoren von Linux liefert dazu die Unterstützung von KVM für den Mainframe.

Canonical und IBM haben darüber hinaus eine Initiative angekündigt, um den Einsatz von Ubuntu Linux auf z Systeme zu ermöglichen. Canonical plant, Ubuntu für LinuxONE und z-Systeme bereit zu stellen als eine dritte Linux-Distribution für den Mainframe neben SUSE und Red Hat. Canonical plant auch, KVM für den Mainframe zu unterstützen.

Open Mainframe Project: IBM beteiligt sich an neuem Projekt der Linux Foundation aufgrund wachsender Nachfrage nach Mainframes in der Open-Source-Community

Der aktuelle Beitrag von IBM Mainframe-Hochverfügbarkeitstechnologien ist der bisher größte Einzelbeitrag von Mainframe-Code zur Open-Source-Community. Ein wesentlicher Teil davon ist vorhersagende IT-Analysesoftware, die ständig Ausschau nach ungewöhnlichem Systemverhalten hält und rechtzeitig davor bewahrt, dass Softwareprobleme zu eventuellen Systemausfällen werden können. Der Code kann von Entwicklern verwendet werden, um ähnliche Analyse- und Reaktionssysteme auf anderen Plattformen zu realisieren.

Diese Beiträge unterstützen das neue "Open Mainframe Project" der Linux Foundation. Dabei handelt es sich um eine Non-Profit-Organisation, die sich der Förderung des Einsatzes von Linux und dem Thema kollaborative Entwicklung widmet. In Zusammenarbeit mit der Linux Foundation wird IBM das Open Mainframe Project unterstützen, das auf einer Initiative von fast einem Dutzend Organisationen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung beruht. Ziel ist die Entwicklung und weitere Verbreitung von Linux auf dem Mainframe.

„Linux auf dem Mainframe hat mittlerweile eine kritische Masse erreicht, so dass Anbieter, Nutzer und die Wissenschaftscommunity ein neutrales Forum benötigen, in dem sie zusammenarbeiten können, um Linux-Tools und -Technologien voranzubringen und die Innovationen im Unternehmen zu beschleunigen", sagt Jim Zemlin, Linux Foundation Executive Director. „Das Open Mainframe Project ist eine direkte Antwort auf die Anforderungen der Linux-Anwender und des unterstützenden Open Source-Ökosystems, um die besonderen Eigenschaften und Anforderungen rund um Mainframes für Sicherheit, Verfügbarkeit und Leistung zu adressieren."

Zugriff auf die LinuxONE Developer Cloud ohne Kosten

Mit der heutigen Ankündigung wird IBM auch einen kostenfreien Zugang für Entwickler zum Mainframe bereitstellen, um Innovationen zu fördern, die aus der Open-Source-Community kommen. IBM stellt dazu die LinuxONE Developer Cloud vor. Sie ermöglicht einen offenen Zugang für die Entwickler-Community. Die Cloud fungiert als virtueller Entwicklungsmotor für die Erstellung, Prüfung und Erprobung von neuen Anwendungen, einschließlich Test-Verbindungen zu Systemen, Mobile-Anwendungen und Hybrid-Cloud-Anwendungen.

Das Marist College und die School of Information der Syracuse University (beide USA) planen, Clouds zur Verfügung zu stellen, die Entwicklern Zugriff auf ein virtuelles IBM LinuxONE ohne Kosten ermöglichen. Im Rahmen des Programms wird IBM auch eine spezielle Cloud für Softwareanbieter (ISVs) bereitstellen, die an den IBM Standorten Dallas, Peking und Böblingen gehostet wird. Damit haben diese Anbieter von Anwendungen Zugang zu LinuxONE-Ressourcen, um neue Anwendungen für die LinuxONE- und z-Systems-Plattform zu portieren, zu testen und zu benchmarken.

Neue Finanzierungsmodelle für das LinuxONE-Portfolio bieten Flexibilität bei der Preisgestaltung und bei Ressourcen. Dies ermöglicht es Unternehmen, nur für genutzte Ressourcen zu bezahlen, aber schnell zusätzliche Leistung zu erhalten, wenn ihr Geschäft es verlangen sollte.

Wichtige Beiträge aus dem deutschen IBM Entwicklungslabor Böblingen

Wesentlichen Anteil an der aktuellen Ankündigung hat das deutsche IBM Entwicklungslabor: Die Entwicklungshauptverantwortung für KVM for IBM z Systems liegt bei IBM Böblingen, das ein weltweites Team an Entwicklern orchestriert. IBM Entwicklung sieht KVM for IBM z Systems als eine Lösung, die speziell für Kunden interessant sein kann, die bisher keine Großrechner betreiben, aber die Notwendigkeit für eine Konsolidierung ihrer verteilten Linux-Infrastruktur sehen. Übrigens war auch die Portierung von Linux auf den Großrechner vor über 15 Jahren in wesentlichen Teilen in den Händen der IBM Entwickler aus Böblingen.

Weitere Informationen über die IBM LinuxONE-Systeme.

Fußnoten (in englischer Sprache):

(1) Based on Common Criteria EAL5+ security rating for z Systems mainframe, U.S. National Vulnerability Database, Solitaire CX Study and ITIC Study.

(2) Based on IBM tests that showed LinuxONE can perform 30 billion RESTful web interactions/day with Dockerized Node.js and MongoDB, driving over 470K database read and writes per second.

(3) Based on IBM tests of the LinuxONE system compared to standard secure-key technology.
 

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