Digitale Souveränität

Unternehmen fordern deutsche Cloud-Lösungen

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Bildquelle: KI-generiert mithilfe von Shutterstock AI

Laut eines Bitkom-Berichts halten 85 Prozent der deutschen Unternehmen die Wirtschaft für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern. Viele würden Nachteile in Kauf nehmen.

Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von ausländischen IT-Infrastrukturen rückt zunehmend in den Fokus von Unternehmen. Nach dem Cloud Report 2026 des Digitalverbands Bitkom bewerten 85 Prozent der befragten Betriebe ab 20 Beschäftigten die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern als zu hoch. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 78 Prozent. Zudem äußern 80 Prozent den Wunsch nach leistungsstarken europäischen oder deutschen Alternativen zu den globalen Marktführern. Infolge der politischen Entwicklungen in den USA sehen sich 64 Prozent der Cloud-Nutzer veranlasst, ihre bestehende Strategie zu überdenken. Für die repräsentative Studie wurden insgesamt 603 Unternehmen in Deutschland befragt.

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„Die Cloud ist eine zentrale Infrastruktur für die deutsche Wirtschaft. Angesichts der großen geopolitischen Veränderungen rücken jetzt Fragen der Souveränität und des Abbaus einseitiger Abhängigkeiten in den Fokus.“

Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident

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Bereitschaft zu funktionalen und finanziellen Abstrichen

Die Anbieterlandschaft weicht stark von den Präferenzen der Wirtschaft ab. Während 71 Prozent der Unternehmen derzeit US-amerikanische Angebote nutzen, würden dies im Idealfall nur 8 Prozent bevorzugen. Umgekehrt verhält es sich bei deutschen Anbietern: Diese werden von 53 Prozent genutzt, aber von 91 Prozent präferiert. Allerdings sehen 43 Prozent der Unternehmen aktuell keine gleichwertigen europäischen Alternativen zu den großen US-Hyperscalern auf dem Markt.

Um Daten vollständig in Deutschland und geschützt vor ausländischem Zugriff zu verarbeiten, zeigt sich eine wachsende Bereitschaft, operative Nachteile in Kauf zu nehmen. Der Anteil der Unternehmen, die solche Kompromisse eingehen würden, stieg von 27 Prozent im Vorjahr auf 37 Prozent. Im Einzelnen akzeptieren die Befragten folgende Einschränkungen für eine souveräne Lösung:

  • 25 Prozent würden längere Wartezeiten auf neue Produktfunktionen hinnehmen.
  • 17 Prozent akzeptieren eine schlechtere Bedienbarkeit oder einen verminderten Service.
  • 14 Prozent würden auf einzelne Funktionen verzichten.
  • 12 Prozent nähmen einen um 10 bis 20 Prozent höheren Preis in Kauf.

IT-Sicherheit und künstliche Intelligenz als treibende Faktoren bei Cloud

Der Anteil der Unternehmen, die Cloud-Dienste nutzen, liegt bei 86 Prozent. Davon setzen 64 Prozent auf eine Private Cloud und 53 Prozent auf eine Public Cloud, wobei viele Betriebe hybride Modelle oder Multi-Cloud-Ansätze kombinieren. Das primäre Motiv für die Migration in die Cloud ist die IT-Sicherheit. 75 Prozent der Nutzer wollen damit ihre Sicherheit erhöhen, was einen Zuwachs um 18 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024 bedeutet.

Ein wesentlicher Treiber für das künftige Wachstum im Cloud-Sektor ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und die Verfügbarkeit von Daten. Aktuell beziehen 42 Prozent der Unternehmen KI-Dienste über die Cloud. In den kommenden fünf Jahren soll dieser Anteil voraussichtlich auf 69 Prozent ansteigen. Auch bei Datenbanken und Sicherheitssoftware wird mit einer deutlichen Verschiebung hin zu Cloud-Infrastrukturen gerechnet. Gleichzeitig steigen jedoch die Kosten: 64 Prozent der Betriebe verzeichneten im vergangenen Jahr höhere Betriebskosten, und eine Mehrheit stellt sich auch für das laufende Jahr 2026 auf weiter anziehende Ausgaben ein.

(Bitkom/red)

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