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Die Nachfrage nach flexibler Softwarenutzung aus dem Internet steigt rasant. Traditionelle Softwarehersteller sind daher gezwungen, ihre Produkte Cloud-fähig zu machen. Der Marktanalyst Crisp Research hat deutsche Softwarehersteller zum Stand ihrer Cloud-Transformation befragt und ermittelt, welche Rolle Platform-as-a-Service-Lösungen (PaaS) dabei spielen.

Das Gros der deutschen Softwarehersteller hat es bisher versäumt, die eigene Strategie an das kommende Cloud-Zeitalter anzupassen – zu diesem Ergebnis kommen die Analysten in ihrer aktuellen Trendstudie „Platform-as-a-Service – Zukunft der deutschen Software-Industrie“. Bisher verfügt gerade einmal ein Viertel der befragten Softwarehäuser über ein existierendes Cloud Business, rund 16 Prozent der Unternehmen haben sich bisher noch gar nicht mit der IT-Wolke auseinandergesetzt.

Der Grund für die Zurückhaltung ist nachvollziehbar: Der Umstieg vom klassischen Lizenzgeschäft auf ein Software-as-a-Service (SaaS)-Modell ist sowohl technisch als auch organisatorisch gesehen ein komplexes Unterfangen. Noch dazu ist eine Cloud-Transformation mit erheblichen Investitionen verbunden. Das verdeutlicht auch die Befragung unter deutschen Softwareherstellern. Danach scheuen 62 Prozent der Hersteller den hohen Aufwand für den Betrieb einer SaaS- bzw. Cloud-Applikation, knapp 60 Prozent halten die notwendigen Investitionen für die Neuentwicklung für zu hoch.

Doch der Druck steigt: „Die jüngsten Marktentwicklungen zeigen deutlich, dass Softwarehersteller, die an ihrem althergebrachten Softwarelizenzgeschäft festhalten und den Paradigmenwechsel hin zur Nutzung von Anwendungena aus der Cloud ignorieren, nicht zukunftsfähig sind“, warnt Khaled Chaar, Managing Director bei Pironet NDH. Die meisten Hersteller haben das inzwischen erkannt: Rund 28 Prozent der befragten Unternehmen sind aktuell damit beschäftigt, verschiedene Technologien und Plattformen für den Umstieg in die Cloud zu evaluieren. Jeder dritte Hersteller gab sogar an, sich bereits in der strategischen Planungsphase zu befinden.

PaaS liegt im Trend

Um eine bestehende Software-Lösung technisch an die IT-Wolke anzupassen, bieten sich Platform-as-a-Service (PaaS)-Lösungen an. Das sind Entwicklungsumgebungen aus dem Netz, auf denen die Unternehmen ihre Webanwendungen konstruieren können, ohne selbst in teure Plattformen investieren zu müssen. Obwohl solche PaaS-Angebote weltweit hohe Wachstumsraten verzeichnen, werden sie hierzulande erst von 16 Prozent der Befragten genutzt.

Der Grund dafür sind häufig Datenschutzbedenken, denn die meisten PaaS-Umgebungen werden in den Rechenzentren US-amerikanischer Cloud-Anbieter betrieben. Doch auch hier ist der Markt in Bewegung: „Inzwischen werden Technologien wie OpenShift oder das Microsoft Azure Pack auch im hosted Modell von hiesigen Providern angeboten“, erklärt Steve Janata, Crisp-Analyst und Autor der Studie. Einige deutsche Unternehmen, wie Pironet NDH, stellen diese Entwicklungsplattformen in ihren lokalen Rechenzentren zur Verfügung. „Diese Entwicklung macht PaaS-Angebote zunehmend auch für deutsche Unternehmen interessant“, weiß Janata.

Die Ergebnisse der Studie belegen das: Ein Drittel aller befragten Softwarehäuser setzt sich derzeit mit der Evaluierung unterschiedlicher PaaS-Plattformen auseinander. Rund 44 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich dabei aktuell mit der Google App Engine, es folgen die Plattformen Microsoft Windows Azure (knapp 41 Prozent) und die Cloud Application Platform von HP (35 Prozent). Weitere relativ häufig nachgefragte PaaS-Angebote sind Amazon Web Services, IBM Smart Cloud oder die Cloud Platform von Oracle. Aber auch SAP spielt nach wie vor eine große Rolle im deutschen Mittelstand: Immerhin knappein Viertel der befragten Hersteller evaluiert derzeit die relativ neue SAP Netweaver Cloud Platform. 

Auch kleinere PaaS-Anbieter können punkten

Rund zwei Drittel der Firmen haben bisher jedoch noch keine abschließende Entscheidung für oder gegen eine bestimmte PaaS-Lösung getroffen. „Der Kampf um die wichtige Zielgruppe der Softwarehersteller hat gerade erst begonnen“, fasst Janata die Ergebnisse zusammen. Ein Kampf, bei dem auch kleinere Player gute Chancen haben, sich zu etablieren.

Auch Pironet NDH verzeichnet derzeit eine sehr hohe Nachfrage nach seiner deutschen PaaS-Lösung. „Im Gegensatz zu den Großen der Branche punkten wir mit zusätzlichen Support- und Serviceleistungen“, so Khaled Chaar. „Unter anderem begleiten und beraten wir die Softwarefirmen auch bei den organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Aufgaben, die der Transfer ins Cloud-Zeitalter mit sich bringt – angefangen bei der Formulierung von Leistungsdokumentation und Service Level Agreements bis hin zur Anpassung der Abrechnungsmodelle und der Übernahme von Supportdienstleistungen.“

Sicherheit an erster Stelle

Wenn man die Softwareunternehmen nach den zentralen Anforderungen fragt, die ein PaaS-Anbieter erfüllen sollte, wird klar, warum die bisherigen Public Cloud-Modelle für die meisten professionellen Entwickler bisher nicht in Frage kamen: Für fast 80 Prozent der Befragten stehen hohe Sicherheitsstandards und entsprechende ISO-Zertifizierungen an erster Stelle, 75 Prozent halten einen deutschen Rechenzentrumsstandort für unabdingbar. Ein flexibles, wachstumsorientiertes Bezahlmodell ist für 60 Prozent der Unternehmen bei der Wahl eines PaaS-Anbieters ausschlaggebend.

Ob mit oder ohne PaaS: Dass die Cloud in den nächsten Jahren ein zentraler Wachstumstreiber sein wird, davon sind fast zwei Drittel der befragten Softwarehäuser überzeugt. Etwa 28 Prozent sehen in Cloud-basierten Lösungen außerdem eine große Chance, sich Zugang zu neuen Märkten zu verschaffen, sei es geografisch oder innerhalb neuer Kundengruppen. Auch das geplante Neugeschäft der Unternehmen verdeutlicht die Bedeutung der ITWolke: Fast jede fünfte Firma plant in den nächsten drei Jahren, über 50 Prozent der Umsätze im Neugeschäft über Cloud-basierte Modelle zu realisieren.

„Die Kunst besteht für die Softwarehäuser jetzt darin, Cloud Computing und die notwendigen Ressourcen sukzessive neben dem bestehenden Angebot aufzubauen, um langfristig eine Co-Existenz von klassischem Softwarelizenzgeschäft sowie der eigenen Cloud-Sparte zu etablieren“, stellt Janata fest. Wer bei dieser Entwicklung erfolgreich mithält und wer auf der Strecke bleibt, wird sich vermutlich schon bald zeigen.

Silke Kilz

www.business-cloud.de


Mittelstand im Fokus der Studie

Für ihre Studie haben die Analysten von Crisp Research 83 deutsche Softwarehäuser befragt. Der Fokus der Untersuchung liegt auf dem Mittelstand: Etwa zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter. 46 Prozent der Befragten sind Geschäftsführer oder Vorstände, 44 Prozent sind als Chief Technology Officer (CTO) oder Leiter der Entwicklungs- oder Strategieabteilung tätig.


Lesen Sie diesen Artikel auch in it management 09/2014.

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