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Leadec baut seine IT-Infrastruktur derzeit kräftig um und macht sich fit für die Zukunft. Der globale Industrie-Dienstleister steckt mitten im digitalen Wandel. Er modifiziert weltweit Geschäftsprozesse und verlagert Applikationen und Infrastruktur-Systeme konsequent in die Cloud.

Mit Unterstützung von SPIRIT/21 wurde die erste Phase des IT-Umbaus Ende 2019 erfolgreich abgeschlossen: Innerhalb von sechs Monaten gelang es, alle zentral verwalteten Server-Systeme transparent und ohne „Impacts“ in die AWS Cloud zu migrieren und in die Managed Services-Verantwortung des Böblinger IT-Unternehmens zu übergeben.

Leadec setzt auf Cloud First

„Cloud First“ zählt für viele Unternehmen längst nicht mehr zu den großen Unbekannten. Bei IT-Projekten wird oft zunächst die Realisierbarkeit einer Cloud-Lösung geprüft, bevor andere Alternativen in Betracht gezogen werden. Doch nur wenige Mutige setzen die Strategie auch tatsächlich um. Denn mit einer über die Jahre gewachsenen IT vollständig in die Cloud zu gehen, ist nach wie vor ein großer Schritt und stößt bei den beteiligten Funktionen nicht immer nur auf Begeisterung. Leadec hat den Sprung gewagt und setzt beim Umbau seiner IT-Organisation konsequent auf „Cloud First“.

„Man muss das gesamte Bild betrachten, um zu verstehen, warum wir dieses Thema bei Leadec so radikal angehen“, erklärt Domenico Manzo, Leiter Global IT Operations & Services. Als die Dienstleistungssparte VOITH Industrial Services vor rund vier Jahren aus der VOITH Gruppe herausgelöst und unter dem Namen Leadec selbständig wurde, stand das neue Unternehmen erstmal ohne zentrale Infrastruktur da. Denn diese lag nach wie vor bei der VOITH Group und wurde dort
verwaltet. „Die Applikationen wurden zwar in den lokalen Einheiten gemanaged, aber infrastrukturell gab es bei Leadec nichts. Es gab weder eine Abteilung noch Mitarbeiter. Die Infrastruktur-Organisation war schlichtweg nicht vorhanden“, schildert Domenico Manzo die Situation als er im Juni 2017 bei Leadec einstieg.

Schnell war klar, dass der neue Infrastruktur-Chef die Verantwortung für die Trennung der zentralen IT vom ehemaligen Mutterkonzern übernehmen würde und damit auch die Aufgabe, diese neben dem Carve-Out neu aufzubauen. Drei Ziele standen für ihn von Anfang an fest: Der Aufbau musste schnell gehen, kosten- günstig sein und der Betrieb für die weltweit 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Unterbrechung weiterlaufen. Außerdem sollten innerhalb der neuen Struktur IT-Prozesse hochgradig automatisiert und Skalierungen ebenso wie Modernisierungen einfach und schnell umgesetzt werden können. Und die Systeme, die weltweit an 240 Stand- orten genutzt werden, sollten sehr flexibel und von einer überschaubaren Anzahl an IT-Experten zentral gesteuert werden können. Deshalb kam für das IT-Management nur der Weg in die Cloud infrage.

Seit zwei Jahren läuft der IT-Umbau auf Hochtouren. An mehreren „Streams“ wird parallel gearbeitet. 5.000 Rechner wurden zu Beginn des Projektes auf Windows 10 umgestellt, die Microsoft Office Suite mit Exchange und Teams auf Office 365 „umgeswitched“ und alle zentralen Applikationen aus der On-Premises-Welt in die Cloud gebracht. Um möglichst flexibel und unabhängig von den eigenen IT-Ressourcen agieren zu können, arbeitet Leadec bei vielen Projekten mit Partnern zusammen. Ein wichtiger ist die SPIRIT/21 GmbH.

Der IT-Dienstleister ist seit Anfang 2019 mit an Bord. Mit Unterstützung seines Migrations- und Service Delivery-Teams gelang es, alle Windows und Linux Server-Systeme, die bis dato im VOITH-Rechenzentrum beheimatet waren, innerhalb von sechs Monaten in das Cloud Data Center von Leadec umzuziehen. Dabei ging es u zentrale Systeme wie Active Directory, Citrix, Microsoft Office sowie Data Ware House-, Back Office- und HR-Anwendungen, die hauptsächlich im „Lift-and-Shift“- Verfahren und über „Rebuild“-Migration in die Cloud verschoben wurden.

SPIRIT/21 Cloud Launch Plattform als Basis

Die größte Herausforderung lag für den IT-Dienstleister darin, in der Kürze der Zeit die Cloud Launch Plattform kunden- spezifisch aufzubauen, diese zu testen und zu implementieren sowie sämtliche Migrationen während des laufenden Betriebs durchzuführen. „SPIRIT/21 hat uns bei Konzeption und Umsetzung sehr stark und sehr gut unterstützt“, bestätigt Domenico Manzo. „Obwohl die SPIRIT- Kollegen sehr unter Druck standen, haben sie es geschafft, die Migration ohne Ausfälle innerhalb des extrem sportlichen Zeitplans mit uns gemeinsam umzusetzen. Das war eine großartige Teamleistung. Die flexible und kollegiale Zusammenarbeit hat uns sehr dabei geholfen.“

Im November und Dezember 2019 wurden jeweils freitags bestimmte Gruppen von Servern umgezogen. Das Migrationsteam bestand in der Regel aus zehn bis zwölf Personen - dem Infrastrukturteam und den jeweiligen Applikationsverantwortlichen von Leadec sowie den Transition- und Service Delivery-Teams von SPIRIT/21. Alle arbeiteten aus dem Homeoffice und hatten Wochenend-Rufbereitschaft.

„Aufgrund der komplexen Umgebungen waren die Wartungsfenster sehr großzügig geplant, so dass wir noch den Samstag und Sonntag für Nacharbeiten zur Verfügung hatten“, erzählt Kevin Wildenau, Cloud Consultant Architect, SPIRIT/21 GmbH. „Je nachdem wie kritisch die Applikationen für den Geschäftsablauf waren, gab es das ganze Wochenende über immer wieder Checkpoints, bei denen wir dem Management telefonisch Rückmeldung zum aktuellen Status gegeben haben.“ Auch wenn nicht immer alles 100%ig nach Plan gelaufen sei, habe es das Team gemeinsam geschafft, alle Systeme innerhalb des Wartungsfensters erfolgreich zu migrieren. „Wir sind sehr stolz, dass wir sämtliche Systeme bei der ersten Migration umziehen konnten, ohne auf ein „Rollback-Szenario“ zurückgreifen zu müssen.“

Mit Automatisierung schneller ans Ziel

Um einzelne Arbeitsschritte und damit den Migrationsprozess insgesamt zu beschleunigen, nutzte SPIRIT/21 die AWS Standardsoftware CloudEndure und die Automatisierungswerkzeuge RedHat Ansible und CloudForms, die speziell auf den Einsatz bei Leadec zugeschnitten wurden. Dadurch konnten viele Prozesse während der Migration automatisiert werden. Dazu gehörten der Rollout von Servern, die Anpassung von Systemparametern oder die Deinstallation von Altsoftware. Aber auch Themen, die für den Betrieb von Bedeutung sind - Server Monitoring, Patch Management, Backup und  Security – wurden über Automationsroutinen bereits beim Set-Up berücksichtigt.

Für Automatisierungs-Evangelist Domenico Manzo war von Anfang an klar, dass dieses Projekt nur mit einem Partner umgesetzt werden konnte, der mit den Themen Automation und Konfigurationsmanagement bestens vertraut ist. „Dass SPIRIT/21 hier konsequent mit Open-Source Software arbeitet, war einer der Gründe, warum wir uns für diesen Dienstleister entschieden haben.“ Mit offener Software könne Leadec sehr flexibel agieren. Außerdem sei die Nutzung durch den Wegfall hoher Lizenz- gebühren auch aus Kostengründen attraktiv, fasst der Infrastruktur-Chef die Vorteile zusammen.

Diese Punkte hatten nur wenige Dienstleister bei der Ausschreibung adressiert. So kam SPIRIT/21 zum Zug und wurde schließlich aufgrund der besseren Konditionen im Vergleich zu anderen Anbietern Anfang 2019 als Migrations- und Managed Services-Partner an Bord genommen.

Ab in die Cloud mit AWS

Zu diesem Zeitpunkt war noch offen, mit wem es in die Public Cloud gehen sollte. „Für uns war es nicht wirklich wichtig, welchen Provider wir nehmen“, stellt IT-Leiter Manzo fest. Aus seiner Sicht schenken sich die führenden Cloud-Anbieter nicht viel. „Alle bieten heute solide Cloud-Technologien.“ Das attraktivere Preis-/Leistungsverhältnis war ausschlaggebend, warum Amazon Web Services (AWS) bei diesem Projekt das Kopf-an-Kopf-Rennen gewann.

Mit dem Abschluss des physischen Carve-Outs hat Leadec eine weitere große Etappe seines IT-Umbaus erreicht. Und plangemäß zeigen sich die ersten positiven Effekte: Die zentrale IT kann mit Hilfe verschiedenster Automationsroutinen erheblich schneller agieren. So können einzelne Systeme heute über einige wenige Klicks und innerhalb von Minuten ausgeliefert werden. Damit hat sich für Leadec der Umstieg in die Cloud schon nach we-
nigen Wochen gelohnt.

In der zweiten Phase des Carve-Outs, in der weitere Server in die Cloud verschoben werden, liegt der Fokus nicht nur auf den technischen Aspekten. Hier rücken Themen wie „Change-Management“ und Veränderungen im „Mindset“ in den Vordergrund. Denn in der aktuellen Phase geht es nicht mehr um die zentral verwalteten Systeme, sondern um die Infrastruktur in den Regionen und das bringt neue Herausforderungen mit sich.

Moderne IT-Basis für den Digitalen Wandel

Die eingeschlagene Richtung ist klar. Leadec ist davon überzeugt, dass der digitale Wandel nur mit Hilfe modernster IT-Lösungen zu schaffen ist, die mittelfristig für alle Stakeholder Vorteile bieten – für den einzelnen Mitarbeiter, für Leadec als Unternehmen und insbesondere für seine Kunden.

„Wir bauen gerade das Fundament für die künftige Struktur unseres Unternehmens. Nur über den Weg in die Cloud können wir uns weiterentwickeln, schneller und besser werden und unseren Kunden die Services bieten, die sie künftig von uns erwarten“, davon ist der Leiter der globalen IT überzeugt. „Neue Dienste, die auf der Cloud aufbauen und innovative Services in den Bereichen IoT, künstliche Intelligenz und Big Data ermöglichen, werden uns helfen, als Industrie-Dienstleiter weiterhin die Nummer 1 zu bleiben.“

www.leadec-services.com
www.spirit21.com

 

 


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