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CDO

Verfügen Deutschlands Unternehmen über ausreichend kompetentes Personal, um die Datenrevolution zu meistern? Noch nicht – zu diesem Ergebnis kam zumindest die Studie „Chief Data Officers: Die kreativen Herrscher über die Daten“ des Datenbankanbieters Exasol.

Das Nürnberger Unternehmen befragte zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Vitreous World in Deutschland, den UK und den USA Personen, die in der Position des Chief Data Officer (CDO) tätig sind zu ihrem Werdegang und ihrer Rolle im Unternehmen. So sehen beispielsweise mehr als die Hälfte der Befragten Mängel im Bildungssystem als einen Grund dafür an, dass Datenkarrieren für die jüngeren Generationen (noch) nicht attraktiv genug sind.

„CDOs werden mit zunehmender Digitalisierung eine immer wichtigere Schlüsselrolle im Management einnehmen. Uns hat interessiert: Wer verbirgt sich in dieser Gruppe und welche Fähigkeiten braucht die Position? Und warum ist dieses wichtige Berufsbild nicht bekannter“, sagt Mathias Golombek, CTO bei Exasol. In Deutschland ist laut der Studie die Rolle des CDOs ist im Vergleich zu anderen Führungspositionen noch sehr jung und ein fester Karrierepfad hat sich noch nicht etabliert. Der Nutzen von strategisch ausgerichteter „Data Leadership“ hat sich also offensichtlich noch nicht wirklich herumgesprochen. In Sachen Werdegang ist die Linie relativ klar – die entsprechenden Aufgaben eher weniger: Von den Befragten in Deutschland gaben 78 % an, die Ernennung zum CDO war ein natürlicher beruflicher Aufstieg von früheren Aufgaben; 36 % wussten vor der Ernennung nicht, was die Rolle des CDOs mit sich bringt.  Das Interesse an der Stelle entstand meistens durch fortlaufende Weiterbildungen im Bereich Data Analytics.

Der typische CDO: jung und männlich

Insgesamt präsentieren sich CDOs dabei als sehr homogene Gruppe: Der typische CDO in Deutschland ist jung, männlich und kommt aus dem Technologie-Bereich. Fast die Hälfte der Befragten (46 %) ist momentan zwischen 35 und 44 Jahre alt, nur 18 % sind weiblich. Das ist insofern problematisch, als sich diese Uniformität auch bei der Wahl der Mitarbeiter durchzieht: Fast drei von vier CDOs in Deutschland tendieren dazu, ihre Mitarbeiter im technischen Umfeld, wie Coding, Analytics, Ingenieurswesen, Softwareentwicklung, etc., zu suchen. Nur 20 % stellen Mitarbeiter aus dem traditionellen Business-Management-Bereich ein. Die CDOs selbst haben meist einen technologischen Hintergrund (78 %) und waren auch schon vor der Ernennung zum CDO im Datenumfeld tätig.

Das Problem dabei: Für eine optimale Datennutzung brauchen Unternehmen nicht nur Mitarbeiter aus dem technischen Umfeld, sondern auch Kollegen mit Management-Kenntnissen und Soft-Skills, denn optimale Erfolge können nur mit einem möglichst diversen Team erzielt werden. „Ein optimales Datenteam ist wie ein Mosaik: Es besteht aus Mitarbeitern mit den verschiedensten Fähigkeiten und Talenten. Einige Mitarbeiter können die erstaunlichsten Erkenntnisse aus komplexen Daten-Reihen ziehen, während andere Mitarbeiter daraus kreative Geschichten entwickeln und kommunizieren können. Als Einheit, können diese Teams Großes leisten, denn sie ergänzen sich trotz der Unterschiede nahtlos. CDOs sollten dieses Bild selbst verkörpern“, sagt Peter Jackson, Chief Data and Analytics Officer von Exasol.  

Ein CDO braucht Kommunikationsfähigkeiten

Die CDOs selbst sehen zwar eine Affinität für Daten und Zahlen als essenziell für ihren Job an und so nannten 98 % Mathe, 98 % Problemlösung, 96 % Muster-/Anomalien-Erkennung (96%) und 96 % Teamleitung als wichtige Fähigkeiten für die Position. Gleichzeitig stellten aber beispielsweise auch Kommunikationsfähigkeiten für den Großteil eine Kernkompetenz dar, denn die Kommunikation von Erkenntnissen und Daten ist besonders wichtig für deren sinnvolle Nutzung. Ganze 94 % sehen hier Storytelling als bedeutend an. Das Besondere daran: In der USA wird diese Fertigkeit nur von 77 % als wichtig bewertet und in der UK sogar nur von 74 %. In der Hinsicht scheint Deutschland also Vorreiter zu sein, denn die CDOs haben erkannt, dass Data Storytelling entscheidend für den Geschäftserfolg ist und dass sie ihre Erkenntnisse nur mittels Storytelling überzeugend übermitteln können. Dennoch ist Data Storytelling eine Fähigkeit, deren Bedeutung noch nicht wirklich bei allen Unternehmen in Deutschland angekommen ist.

Positive Entwicklung für die Zukunft

Aber gibt es hier einen positiven Trend? Durchaus – so empfindet die Mehrheit der CDOs (82 %) ihre Rolle zwar als herausfordernd, geben aber an, ständig dazuzulernen. Im Gegensatz zu den Unternehmen kennt der Großteil der Befragten (76 %) die Aufgaben seiner Rolle und wie diese mit den allgemeinen Unternehmenszielen verknüpft sind. Der Wille auf Seiten der CDOs, datengesteuert getriebenes Arbeiten voranzutreiben, ist ebenfalls vorhanden. So würden sie häufig gerne Datenbewusstsein in den verschiedenen Abteilungen stärker integrieren – derzeit noch ein mühsamer Prozess. Sie betonen jedoch auch die Fortschritte: 76 % geben trotz der Schwierigkeiten an, als CDO bereits datengesteuerten Mehrwert geschaffen zu haben. Mit den richtigen Maßnahmen können CDOs also die kreativen Datenexperten der Zukunft werden und dabei helfen, ihre Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Dafür müssen jedoch sowohl Unternehmen als auch aktive CDOs bewusst Hindernisse abbauen, Daten für alle transparent und attraktiv machen und die optimalen Rahmenbedingungen für CDOs schaffen.

Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier.

Zur Studie:

Exasol hat gemeinsam mit Vitreous World 250 aktive CDOs befragt, davon 100 in der USA, 100 in der UK und 50 in Deutschland. Der vorliegende Bericht betrachtet die Ergebnisse der befragten deutschen CDOs. Er wirft dabei ein Licht auf die Rolle des CDOs in Deutschland und gibt Ratschläge, wie Unternehmen kreative CDOs gewinnen und mit ihnen das Optimum aus ihren Daten schöpfen können. 

www.exasol.com


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