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Daten Transparenz

„Gott vertrauen wir. Alle anderen müssen Zahlen vorlegen.“ So lautet ein Zitat des amerikanischen Statistikers W. Edwards Deming. Es unterstreicht die Relevanz von Messungen und Analysen für die Überprüfbarkeit von Fakten. Da das Datenvolumen jedoch exponentiell wächst, wird dieser Anspruch immer schwerer umzusetzen.

Wie Unternehmen die Relevanz ihrer Daten steigern, zeigt der folgende Beitrag.

Grassierende Fake News in den sozialen Netzwerken sind für Menschen oft nur schwer zu erkennen und können Basis für falsche Vermutungen und Handlungen sein. Auch Mitarbeiter in Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Wenn sie missbräuchlich genutzte, erfundene oder mehrdeutige Daten verwenden, kann dies Fehlentscheidungen, Reputationsschäden und Gesetzesverstöße mit erheblichen Geldbußen zur Folge haben. Seit dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist dieser Aspekt immer wichtiger geworden, denn die Gesetzgebung hat die Unternehmen noch stärker in die Pflicht genommen, den Überblick darüber zu behalten, welche Daten sie wo speichern und ob die Nutzung dieser Daten im Einklang mit gesetzlichen Anforderungen erfolgt.

Im Gegensatz zu „echten“ Fake News, die die öffentliche Meinung beeinflussen sollen oder in satirischer Weise verwendet werden, sind Falschinformationen, die in Unternehmen verwendet werden, nicht unbedingt durch böse Absicht entstanden. In einem geschäftlichen Kontext kann es beispielsweise durchaus sein, dass Entscheidern schlichtweg unzureichende Daten zur Verfügung stehen, es ihnen an der erforderlichen Kompetenz zur Bewertung von Informationen mangelt oder sie voreingenommen sind, weil sie eine bestehende Hypothese nachweisen wollen. Solche Fehler lassen sich mit einem Konzept beheben, das drei Komponenten umfasst: Moderation, Management und Transparenz.

Organisation benötigen neue Funktionen, wie die eines Datenkurators sowie einen Datenschutzbeauftragten (DSB). Der Datenkurator arbeitet ähnlich wie ein Museumskurator, indem er aus einer Masse von Exponaten und Informationen die wichtigen und bedeutenden herauszieht, um eine Geschichte zu erzählen. Daten müssen so kuratiert werden, dass sich auf ihrer Grundlage die richtigen geschäftlichen Entscheidungen treffen lassen. Der DSB sorgt ergänzend für Governance. Heute – im Zeitalter von DSGVO und einer datengestützten Geschäftswelt – sind es die Unternehmen, die Verantwortung für die von ihnen gespeicherten Daten und deren Verwendung tragen müssen.

Transparenz steigern

Nach DSGVO müssen Unternehmen gegenüber ihren Kunden Transparenz zeigen. Auf Anfrage müssen sie Auskunft darüber geben, welche Daten über den Antragsteller sie warum gespeichert haben und wie sie diese nutzen. Deswegen ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, die Metadaten zur Herkunft der Dateien stets auf dem aktuellen Stand zu halten. So können die Unternehmen jegliche Änderungen katalogisieren und dabei festhalten, wann und wie Datensätze erstellt oder geändert wurden. Wenn es darum geht, die Integrität der Datenanalyse durch einen eindeutigen Änderungsverlauf zu wahren, ist eine solche Vorgehensweise unverzichtbar.

Dieser Ansatz zeigt sich beispielsweise in der Funktionsweise von Wikipedia. Grundlage dieses Modells ist eine offene Zusammenarbeit mit transparenten Aufzeichnungen darüber, welche Inhalte wann und von wem geändert wurden. Das Ergebnis ist ein sorgfältig dezentralisierter Service, der darauf abzielt, stets zuverlässige und ausgewogene Informationen bereitzustellen. Von einem solchen Ansatz können Unternehmen in ihrem Bestreben, betriebsinterne Verfälschungen und Datensilos zu beseitigen, nur lernen. Am Ende steht eine gemeinsam gepflegte und neutrale Datenplattform.

Daten verantwortungsbewusst verwalten

Doch selbst bei vollkommen transparentem Datenmanagement ist auch künftig eine Datenaufsicht unverzichtbar. Diese Instanz sorgt dafür, dass vorgenommene Änderungen den Strukturen und Regeln in Unternehmen und innerhalb der Branche entsprechen. Hierfür wird ein „Self-Service-Governance-Modell“ benötigt. Dieses ermöglicht es den Benutzern, Inhalte hinzuzufügen, zu nutzen und zu bearbeiten, jedoch nur innerhalb der Grenzen eines festgelegten Regelwerks, das vom Datenkurator beaufsichtigt wird. Anders formuliert: Jeder Benutzer ist dafür zuständig, die Richtigkeit von Daten auf der Mitarbeiterebene zu gewährleisten. In Kombination mit dem Regelwerk des Datenkurators stellt ein solches Konzept sicher, dass die Richtigkeit der Daten gewährleistet wird. Weiterhin lassen sich damit Daten prüfen, denn dies ist gleichermaßen für Datenermittlung wie für Datenanalyse und Datenanreicherung relevant.

Ein weiterer Aspekt: Angesichts der schieren Menge von Informationen, die den heutigen Unternehmen zur Verfügung stehen, wird das Potenzial dieser Daten oft als erdrückende Datenflut wahrgenommen. Angesichts der zunehmenden Dezentralisierung von Informationen müssen Mitarbeiter oft auf mehrere Informationskanäle zurückgreifen, die effektiv verwaltet und zusammengestellt werden müssen, damit sie genutzt werden können. Der Datenkurator ist ein wesentlicher Akteur in diesem Prozess.

Die Anforderung der DSGVO an größere Unternehmen, einen Datenschutzbeauftragten zu benennen, festigt diese Abläufe innerhalb der eigenen Organisation. Weiterhin steht so mit dem DSB eine zentrale Anlaufstelle zur Einhaltung des Datenschutzes bereit. Diese zentrale Figur, die dafür zuständig ist, eine auf Dauer konforme Datennutzung zu gewährleisten, ist eine wertvolle Ressource für Unternehmen jeglicher Größe, die auf der Grundlage von Daten zuverlässige und umsetzbare Entscheidungen treffen wollen.

Jean-Michel Franco, Senior Director Product Marketing Data Governance
Jean-Michel Franco
Senior Director Product Marketing Data Governance, Talend

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