Öffnet in einem neuen Tab
Engpässe in Fertigung

Nvidia hat 70 Milliarden Dollar Auftragsstau

Trotz US-Sanktionen explodiert die Nachfrage: Nvidia sitzt in China auf unerledigten KI-Chip-Aufträgen über 70 Milliarden Dollar.

Nvidia hat 70 Milliarden Dollar Auftragsstau
Bildquelle: Stock all/Shutterstock.com

Der US-Halbleiterkonzern Nvidia sieht sich im chinesischen Markt mit einer beispiellosen Nachfragewelle konfrontiert. Einem Bericht zufolge hat sich bei den für China angepassten Beschleunigern ein Auftragsberg im Volumen von rund 70 Milliarden US-Dollar aufgestaut. Obwohl Washington den Export von High-End-Hardware stark reglementiert, greifen chinesische Technologiekonzerne massiv bei den verbliebenen, konformen Produktvarianten zu. Nvidias Lieferketten können mit diesem Tempo derzeit kaum Schritt halten.

Chinesische Tech-Riesen decken sich massiv ein

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Hinter dem enormen Auftragsbestand stehen vor allem die großen chinesischen Hyperscaler und Internetkonzerne wie Tencent, Alibaba, Baidu und ByteDance. Um im globalen Wettlauf um generative Künstliche Intelligenz nicht den Anschluss zu verlieren, investieren die Unternehmen Milliardensummen in ihre Rechenzentren. Neben dem akuten Bedarf an Rechenleistung spielt auch strategische Vorratshaltung eine wesentliche Rolle. Viele Firmen befürchten, dass das US-Handelsministerium die Exportauflagen bald weiter verschärfen und künftig auch schwächere Spezialmodelle mit Ausfuhrverboten belegen könnte.

Engpässe in Fertigung und Packaging bremsen Auslieferung

Dass Nvidia die Aufträge nicht zeitnah abarbeiten kann, liegt an anhaltenden Kapazitätsgrenzen in der weltweiten Halbleiterproduktion. Zwar lässt das Unternehmen seine Grafikprozessoren mit Hochdruck fertigen, doch die hochentwickelten Gehäusetechnologien für komplexe KI-Siliziumchips und der weltweite Mangel an schnellen Speicherbausteinen bleiben ein Flaschenhals. Zudem muss Nvidia die weltweite Nachfrage seiner US-amerikanischen und europäischen Großkunden bedienen, was den Spielraum für Lieferungen nach Fernost zusätzlich einschränkt.

Software-Ökosystem CUDA bleibt das Zünglein an der Waage

Zwar drängen chinesische Chiphersteller wie Huawei mit eigenen Prozessoren aus der Ascend-Serie verstärkt auf den Heimatmarkt, doch Nvidia behauptet seine Vormachtstellung. Ausschlaggebend dafür ist die CUDA-Softwarearchitektur, auf der die meisten bestehenden KI-Modelle und Entwicklungs-Pipelines aufbauen.

Ein Umstieg auf alternative Plattformen ist für die Unternehmen mit erheblichem Portierungsaufwand und technischen Risiken verbunden. Solange Nvidia konforme Produkte liefern darf, bleibt der Konzern trotz langer Wartezeiten die erste Wahl für chinesische Großabnehmer.

(red)

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