CEO Lip-Bu Tan spricht von einer der größten Lieferknappheiten der Geschichte. Die Rechenzentrumssparte wuchs um 78 Prozent, das PC-Geschäft schrumpfte.
Intel verlagert Fertigung von PC- auf Server-Prozessoren

Intel verlagert einen Teil seiner Fertigungskapazität von Prozessoren für PCs auf Server-CPUs der Reihe Xeon. Das hat der Chiphersteller bei der Vorlage seiner Zahlen für das dritte Quartal 2026 angekündigt. Grund ist die hohe Nachfrage von Betreibern von KI-Infrastruktur. CEO Lip-Bu Tan bezeichnete die Lage als eine der größten Lieferknappheiten der Geschichte. Die Nachfrage nach Prozessoren übersteigt laut Intel die eigene Fertigungskapazität.
Rechenzentren wachsen, PC-Geschäft schrumpft
Im dritten Quartal wuchs die Sparte Data Center and AI im Vergleich zum Vorjahr um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden US-Dollar. Das PC-Geschäft, das inzwischen Client Computing and Physical AI heißt, ging um 5 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar zurück. Intel erwartet, dass der PC-Markt in den kommenden Quartalen weiter schrumpft. Belastet wird er vor allem durch die stark gestiegenen Preise für Arbeitsspeicher. Laut IDC sanken die weltweiten PC-Auslieferungen im dritten Quartal um 20,1 Prozent. Die Nachfrage nach Server-Prozessoren dürfte nach Einschätzung von Intel auch 2027 und 2028 hoch bleiben, da KI-Betreiber vermehrt rechenintensive Inferenz und agentische Anwendungen einsetzen, die viel CPU-Leistung benötigen.
18A-Kapazität für Xeon
Konkret zieht Intel einen Teil seiner Kapazität im Fertigungsprozess 18A von den Notebook-Prozessoren der Reihe Panther Lake ab. In Oregon wird ein Teil der 18A-Fertigung auf den Prozess Intel 3 umgestellt, in dem die aktuelle Generation Xeon 6 gefertigt wird.
„Wir sehen die Möglichkeit, mit einem Teil der freigewordenen Kapazität mehr Wafer für Rechenzentren zu produzieren.”
David Zinsner, Intel-Finanzchef
Laut Berichten bedeutet das nicht, dass Panther Lake eingestellt wird. Zudem baut Intel die Fab 24 in Irland für die Xeon-Fertigung aus, zieht die Installation von Anlagen in der Fab 62 in Arizona vor und erweitert seine Kapazitäten für Advanced Packaging in New Mexico und Malaysia.
Engpass auch bei Substraten
Mehr Wafer allein lösen den Engpass nicht. Die Produktion von Xeon-Prozessoren wird laut Intel auch durch die Verfügbarkeit von Substraten begrenzt, auf denen die Chips montiert werden. Hier erwartet das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2027 rund 40 Prozent mehr Kapazität. Bis dahin rechnet Intel mit anhaltend starken Engpässen, vor allem im ersten Halbjahr 2027. Für Käufer von PCs bedeutet das laut Fachleuten, dass sich die Preise für Prozessoren zusätzlich zu den gestiegenen Speicherkosten erhöhen könnten.
(red)




