Nach dem ersten Wachstumsrückgang seit zehn Jahren verlieren Beschäftigte ihre Stelle oder müssen umziehen. Betroffen sind 1.271 Personen.
Canva: Umbau betrifft 22 Prozent der Belegschaft

Der australische Anbieter von Design-Software Canva baut sein Unternehmen um. Betroffen sind 1.271 Beschäftigte, rund 22 Prozent der Belegschaft. Für einen Teil von ihnen ändern sich die Aufgaben, andere sollen in zentrale Standorte umziehen, wieder andere verlieren ihre Stelle. Wie sich die Zahl auf Entlassungen, neue Rollen und Umzüge verteilt, hat Canva nicht mitgeteilt. Das gab Mitgründerin und CEO Melanie Perkins in einer Mitteilung an die Beschäftigten bekannt, die das Unternehmen auch auf seiner Website veröffentlichte.
„Dies ist ohne Zweifel der schwierigste Moment in unserer 13-jährigen Geschichte.”
Melanie Perkins, Canva-CEO
Es sei das bislang härteste Jahr des Unternehmens gewesen, das Wachstum habe sich zum ersten Mal seit zehn Jahren verlangsamt.
Sydney wird Zentrum für Produktteams
Canva will die Bereiche Produkt, Wachstum und Plattform zusammenlegen, um Abstimmungsprobleme zu verringern. Sydney soll zum Hauptstandort für weitere Produktteams werden. Ab dem kommenden Jahr sollen hybrid arbeitende Beschäftigte zwei bis drei Tage pro Woche im Büro sein. Bislang setzte Canva vor allem auf Remote-Arbeit. Das Unternehmen hat Beschäftigte in 37 Ländern. Betroffene erhalten mindestens sechs Monatsgehälter einschließlich gesetzlicher Ansprüche sowie ein Jahr lang weiterhin Krankenversicherungsleistungen. Für den 10. November ist eine Mitarbeiterversammlung geplant.
Bewertung gesunken
Anfang des Jahres hatten die Canva-Investoren Blackbird Ventures und Airtree die Bewertung des Unternehmens laut Berichten von 60 Milliarden australischen Dollar Ende 2025 auf rund 49 Milliarden australische Dollar gesenkt, umgerechnet rund 35 Milliarden US-Dollar. Canva steht zunehmend im Wettbewerb mit KI-Start-ups und Chatbots wie ChatGPT und Gemini, mit denen sich Poster und Präsentationen ebenfalls schnell erstellen lassen. Perkins verwies in ihrer Mitteilung darauf, dass neue Technologien verändern, was Menschen erstellen, und kleine Anpassungen nicht ausreichten. Ausdrücklich auf den Einsatz von KI hat Canva den Umbau nicht zurückgeführt.
Canva wurde 2012 in Sydney gegründet und hat sich mit Übernahmen wie Affinity und Leonardo.Ai sowie eigenen KI-Werkzeugen breiter aufgestellt. Auch andere Tech-Unternehmen bauen derzeit Stellen ab. Apple hat seit August laut Berichten mehr als 400 Stellen gestrichen.
(red)




