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Acronis Cyberthreats Update Oktober 2026

Weniger Malware, dafür mehr schädliche URLs

Die weltweite Malware-Erkennungsrate ist im September 2026 zum fünften Mal in Folge gesunken.

Weniger Malware, dafür mehr schädliche URLs

Gleichzeitig nahm die Zahl der Angriffe über schädliche URLs international zu, während neue Erkenntnisse zu gemeinsam genutzten Exploit-Kits die Risiken für Unternehmen verdeutlichen.

Ransomware-Gruppen wechseln an der Spitze

Die monatliche Auswertung der Acronis Threat Research Unit (TRU) zeigt deutliche Veränderungen bei den Aktivitäten von Ransomware-Gruppen. Im September wurden The Gentleman mit 104 Opfern am häufigsten registriert. Qilin folgte mit 73 Fällen, Akira kam auf 36. Im August hatte Qilin mit 164 Opfern noch an der Spitze gelegen, The Gentleman verzeichnete damals 112 Fälle. Akira verdrängte zudem Clop aus den drei führenden Gruppen.

Die Zahlen machen deutlich, wie schnell sich die Aktivitäten und die Rangfolge der Ransomware-Akteure verändern können. Rückläufige Opferzahlen einzelner Gruppen bedeuten daher nicht automatisch eine Entspannung der Gesamtlage.

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Weniger Malware-Erkennungen weltweit

Laut Acronis sank die globale Malware-Erkennungsrate im September gegenüber dem Vormonat von 4,9 auf 4,3 Prozent. Damit erreichte sie den niedrigsten Wert seit Februar. Im April hatte die Rate mit 6,8 Prozent ihren bisherigen Höchststand im betrachteten Zeitraum erreicht.

Bei schädlichen URLs entwickelte sich die Lage hingegen unterschiedlich. Weltweit stieg die Erkennungsrate gegenüber August um 0,7 Prozentpunkte. In Deutschland ging sie dagegen von 9,1 auf 8,5 Prozent zurück. Auch Indien und Australien verzeichneten niedrigere Werte: Dort sank die Rate von 10,2 auf 9,4 beziehungsweise von 8,0 auf 7,4 Prozent.

Bei den am häufigsten erkannten Schadprogrammen dominierten im September Fernzugriffstrojaner. AsyncRAT, Remcos und XWorm ermöglichen Angreifern, infizierte Systeme aus der Ferne zu steuern.

BlueMoon zeigt Risiken durch gemeinsam genutzte Exploits

Als besonderen Vorfall des Monats hebt Acronis die Aktivitäten rund um das Exploit-Kit BlueMoon hervor. Ab Ende August nutzten innerhalb von zwölf Tagen vier verschiedene staatlich unterstützte Spionagegruppen dasselbe Werkzeug. Es kombiniert laut Bericht drei Zero-Day-Schwachstellen in Chrome und Windows, um Schadcode auszuführen und weitreichende Systemrechte zu erlangen.

Der Fall verdeutlicht, wie mehrere Angreifergruppen dieselben Schwachstellen unabhängig voneinander ausnutzen können. Besonders kritisch ist dies, wenn noch keine Sicherheitsupdates zur Verfügung stehen.

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Datenschutzverletzungen und regionale Unterschiede

Im September wurden laut Bericht mehr als 848 Datenschutzverletzungen gemeldet. Im August waren es noch 1.165 gewesen.

Die höchste normalisierte Malware-Erkennungsrate verzeichnete erneut Palästina mit 37,4 Prozent. Dahinter lag der Irak mit 27,5 Prozent. Vietnam belegte mit 22,3 Prozent den dritten Platz und verdrängte damit Bangladesch aus den Top drei.

Markus Fritz, General Manager DACH bei Acronis, bewertet die sinkenden Erkennungsraten vorsichtig. Sie seien zwar positiv, bedeuteten aber keine generelle Entwarnung. In den meisten untersuchten Ländern sei die Zahl der Erkennungen schädlicher URLs sogar gestiegen.

Unternehmen müssen Schutzmaßnahmen aktuell halten

Acronis empfiehlt Unternehmen, Sicherheitsupdates zeitnah einzuspielen und E-Mail-Schutz sowie URL-Filter gegen Phishing und andere Social-Engineering-Angriffe einzusetzen. Verhaltensbasierte Erkennungsverfahren können zusätzlich helfen, verdächtige Aktivitäten auf Endgeräten aufzuspüren.

Weitere Maßnahmen betreffen den Umgang mit Zugangsdaten und Fernzugriffssoftware. Unternehmen sollten starke, individuelle Passwörter und einen Passwortmanager verwenden sowie Fernzugriffswerkzeuge auf das notwendige Maß beschränken. Auch signierte Installationsdateien sollten nicht allein anhand ihrer Signatur bewertet werden, sondern zusätzlich auf auffällige Konfigurationsdaten geprüft werden.

Ergänzend empfiehlt der Sicherheitsanbieter automatisierte Wiederherstellungsverfahren für verschlüsselte oder manipulierte Dateien, verschlüsselten Cloud-Speicher für vertrauliche Daten und ein konsequentes Patch-Management. Mehrschichtige Schutzlösungen, die verhaltensbasierte Verfahren sowie KI- und ML-gestützte Erkennung kombinieren, sollen die Abwehr aktueller Bedrohungen unterstützen.

(red/Acronis)

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