Öffnet in einem neuen Tab
Gesetzlicher Schutz gefordert

Ungewollte Software-Upgrades kosten 28 Prozent des Budgets

95 Prozent der befragten IT-Leiter zahlten in drei Jahren für Upgrades, von denen sie schlechtere Leistung erwarteten. Auftraggeber ist ein Wartungsanbieter.

Ungewollte Software-Upgrades kosten 28 Prozent des Budgets

Große Unternehmen geben nach eigenen Angaben durchschnittlich 28 Prozent ihres Softwarebudgets für Upgrades, Migrationen und Lizenzänderungen aus, für die sie sich nicht aktiv entschieden hätten. Das zeigt der Bericht „The Software Tax” des irischen Unternehmens Origina, der gemeinsam mit der Managementplattform Thinkers50 veröffentlicht wurde.

Das Marktforschungsinstitut Censuswide befragte dafür 2.018 CIOs und IT-Entscheider ab Direktorenebene in den USA und Großbritannien. Ihre Unternehmen haben einen Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde US-Dollar oder mindestens 10.000 Beschäftigte. Origina bietet unabhängige Wartung für Unternehmenssoftware etwa von IBM und VMware an und profitiert davon, wenn Kunden Upgrades der Hersteller nicht mitmachen.

Upgrades trotz erwarteter Nachteile

95 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen in den vergangenen drei Jahren für ein vom Hersteller vorgegebenes Upgrade, eine Migration oder eine Lizenzänderung bezahlt hat, von dem es eine schlechtere Leistung erwartete. Im Schnitt kostete solche Veränderungen laut Bericht 12,87 Millionen Dollar. 76 Prozent sehen kaum Verhandlungsspielraum gegenüber ihren großen Softwareanbietern, 80 Prozent erwarten bei einem Anbieterwechsel erhebliche Störungen im Betrieb.

„Wenn die Alternative zu einem ungewollten Upgrade der Verlust des Supports für Systeme ist, auf denen das Geschäft läuft, ist ein Ja oft eine rationale Reaktion.”
Tomás O’Leary, CEO und Gründer von Origina und Mitautor des Berichts

Anzeige

Funktionierende Hardware ausgemustert

Die Folgen reichen laut Bericht über die Software hinaus. 91 Prozent der Befragten haben in den vergangenen drei Jahren funktionsfähige Hardware ausgemustert, nur um Support-Fristen der Softwarehersteller einzuhalten. Im Schnitt gingen dabei 1,65 Jahre Nutzungsdauer verloren. 84 Prozent sagen, dass erfahrene Entwickler immer oder häufig mit vom Hersteller veranlassten Upgrades beschäftigt sind, statt neue Fähigkeiten aufzubauen. 90 Prozent geben an, dass solche Kosten zumindest teilweise dazu beigetragen haben, dass KI- oder Datenprojekte verzögert, pausiert oder gestoppt wurden.

Rufe nach gesetzlichem Schutz

91 Prozent der Befragten befürworten gesetzliche Regeln, die Kunden von Unternehmenssoftware einen ähnlichen Schutz bieten wie langjährigen Mietern von Wohnraum. 82 Prozent unterstützen Vorgaben zur Softwarewartung nach dem Vorbild der EU-Regeln zur Reparierbarkeit von Hardware.

Ähnliche Klagen gibt es seit der Übernahme von VMware durch Broadcom. In einer Umfrage im Auftrag des Support-Anbieters Rimini Street gaben 90 Prozent der VMware-Kunden an, wegen gestiegener Lizenzkosten Alternativen zu prüfen.

(red)

Anzeige
Anzeige