71 Prozent wollen binnen eines Jahres agentische KI einsetzen, aber nur 21 Prozent haben dafür eine Governance. Gartner nennt drei Schritte.
Gartner: KI-Risiken wachsen schneller als der Nutzen

Die Risiken durch KI wachsen in vielen Unternehmen schneller als ihr Nutzen. Das berichten CIOs und IT-Verantwortliche dem Marktforschungsunternehmen Gartner. Die Analysten Daryl Plummer und Kristin Moyer stellten die Ergebnisse in der Eröffnungskeynote der Gartner IT Symposium/Xpo in Orlando vor, an der mehr als 7.500 CIOs und IT-Führungskräfte teilnehmen.
„Menschen machen mehr mit KI als je zuvor, und 58 Prozent der Führungskräfte sagen, dass sie aus ihren KI-Initiativen einen gewissen positiven Nutzen ziehen”, sagte Plummer mit Verweis auf eine Gartner-Umfrage unter mehr als 1.000 Führungskräften aus dem zweiten Quartal 2026. Viele Unternehmen könnten Erfolge jedoch nicht zuverlässig wiederholen und im ganzen Unternehmen ausweiten.
Lücke bei agentischer KI
In einer Umfrage unter mehr als 2.000 CIOs und Technologieverantwortlichen aus dem zweiten Quartal gaben 71 Prozent an, innerhalb der nächsten zwölf Monate agentische KI einsetzen zu wollen. Nur 21 Prozent verfügen derzeit über Governance-Strukturen für agentische KI. Laut einer weiteren Umfrage unter 303 CIOs und Verantwortlichen für IT-Risikomanagement aus dem dritten Quartal stimmen nur 25 Prozent der CIOs technologische und geschäftliche Risiken aufeinander ab.
Schwungrad aus Nutzen und Risiko
Gartner empfiehlt CIOs drei Maßnahmen. Die erste ist das sogenannte Value-Risk Flywheel, ein Modell, das darstellt, wie sich Nutzen und Risiko gegenseitig verstärken. Es unterscheidet zwischen Schwung, der Ergebnisse beschleunigt, und Bremswirkung, die sie verlangsamt. Beides kann laut Gartner positiv oder negativ sein. Als Beispiel nennt das Unternehmen die Softwareentwicklung: Da KI inzwischen einen erheblichen Anteil des Codes in produktiver Software erzeugt, gewinnen Entwickler Zeit für Prototypen, Architektur und Produktentwicklung. Das richtige Verhältnis hängt von Strategie und Risikobereitschaft des jeweiligen Unternehmens ab.
„KI-Zentralbank” als Steuerungsebene
Zweitens sollen Unternehmen eine „KI-Zentralbank” einrichten. Gemeint ist eine virtuelle Steuerungsebene für Entscheidungen rund um KI im gesamten Unternehmen. Sie soll Verantwortlichkeiten für Menschen und Maschinen festlegen, die Technologie steuern, die Kosten verwalten und Wissen bündeln. Laut Moyer geht es dabei nicht um Zentralisierung, sondern um Abstimmung und Zusammenarbeit. Risiken beseitige eine solche Einrichtung nicht.
Drittens empfiehlt Gartner, fortgeschrittene KI-Nutzer im Unternehmen gezielt zu fördern. Sie sollen die Freiheit erhalten, Arbeitsabläufe mit KI neu zu gestalten, und dafür belohnt werden. In Europa findet die Gartner IT Symposium/Xpo vom 9. bis 12. November in Barcelona statt.
(red)





