LinkedIn geht gegen seelenlose KI-Beiträge vor: Der Algorithmus straft generische Texte ab. Die Aufrufe von KI-Spam sanken um 40 Prozent.
Kampf gegen KI-Spam: LinkedIn straft leblose Beiträge ab

Das Karrierenetzwerk LinkedIn zieht Konsequenzen aus der Flut austauschbarer, KI-generierter Texte. Um die Plattform vor seelenlosem „KI-Müll“ zu schützen, straft das Microsoft-Tochterunternehmen uninspirierte Beiträge ab und drosselt deren Sichtbarkeit im Feed.
Nachdem Nutzer monatelang über austauschbare Aufzählungslisten mit Standard-Emojis, B2B-Plattitüden und künstlich aufgebauschten Ratschlägen spotteten, steuert das Netzwerk nun aktiv gegen. Ein Bericht des Analyseunternehmens Pangram hatte im Juli offengelegt, dass über 40 Prozent der längeren LinkedIn-Beiträge rein KI-generiert waren – ein Spitzenwert im Vergleich zu Plattformen wie X (rund 30 Prozent) oder Reddit. Für LinkedIn stellt das ein geschäftliches Risiko dar, da monotone Texte die Verweildauer senken und Nutzer vertreiben.
„Ich weiß, manche denken, mit einer perfekten Aufzählungsliste und dem passenden Aufhänger alles richtig zu machen. Aber was wirklich funktioniert, ist menschlich zu sein.“
Dan Roth, Chefredakteur von LinkedIn
Meldungen und eigene Erkennungs-KI
Gleichzeitig setzt das Netzwerk auf eigene Algorithmen zur Erkennung: Ein internes Team aus Journalisten und Social-Media-Fachleuten trainiert Modelle darauf, inhaltsleere KI-Texte von authentischen Beiträgen zu unterscheiden. Erkennt das System einen Beitrag als minderwertigen KI-Text, wird dessen organische Ausspielung drastisch beschnitten – die Nachricht bleibt dann weitgehend auf die direkten Kontakte des Verfassers beschränkt.
Reichweite für KI-Müll bricht um 40 Prozent ein
Zusätzlich unterstützt ein internes Beraterteam Führungskräfte und Experten dabei, wieder menschlicher zu kommunizieren. Nutzer werden ermutigt, Mut zur Unvollkommenheit zu zeigen – etwa spontane Videobotschaften statt Hochglanz-Produktionen zu teilen –, anstatt Standard-Prompts durch Chatbots wie ChatGPT oder Claude zu jagen.
Die Gegenmaßnahmen zeigen laut Unternehmensangaben bereits messbare Erfolge: Die Zahl der Aufrufe von Beiträgen, die als KI-Müll eingestuft wurden, ging im Vormonat bereits um 40 Prozent zurück. Grundsätzlich verbieten will LinkedIn KI-Hilfen zwar nicht, wer Texte jedoch ungeprüft und unpersönlich übernimmt, muss mit massiven Reichweiteneinbußen rechnen.
(red)




