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VMware-Übernahme durch Broadcom

Virtualisierung optimieren und Kosten senken

Die immensen Preiserhöhungen für VMware-Lösungen treffen mittelständische Unternehmen hart: Die Virtualisierung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der IT-Infrastrukturen, der nicht einfach so ausgetauscht werden kann.

Virtualisierung optimieren und Kosten senken
Bildquelle: Casimiro PT /Shutterstock.com

Es lohnt sich aber in jedem Fall, darüber nachzudenken. Wie lassen sich die Kosten für die Virtualisierung senken? Fünf Fragen helfen dabei, Optimierungspotenziale und alternative Lösungen zu finden.

Seit der US-Technologiekonzern Broadcom den marktbeherrschenden Virtualisierungsspezialisten VMware übernommen hat, sehen sich die Kunden vielen Veränderungen in der Produkt- und insbesondere der Preispolitik gegenüber. Vor allem Broadcoms Lizenzpolitik stößt immer wieder auf Kritik: Waren früher einmal gekaufte Einzellizenzen (Perpetual Licenses) üblich, bei denen lediglich der Support immer wieder verlängert werden musste, wurde nun auf Abo-Modelle (Subscriptions) umgestellt. 

Die Folgen für die Unternehmen reichen von ärgerlich bis katastrophal: Zum einen verursachen die Lizenzen nun regelmäßig Kosten. Zum anderen können viele Funktionen, wie zum Beispiel Virtualisierung, Storage, Netzwerk- und Management-Funktionen nicht mehr einzeln lizenziert werden. Einzelprodukte wurden durch umfassende Bundles, wie zum Beispiel die VMware Cloud Foundation und die VMware vSphere Foundation ersetzt. Broadcom selbst begründet diesen Schritt damit, das Angebot vereinfachen zu wollen. Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind jedoch dadurch gezwungen, mehr zu buchen, als sie benötigen. Zudem gelten Mindestmengen für die Anzahl an zu lizensierenden Cores. Alles zusammen führt zu teilweise gravierenden Kostenerhöhungen und überdimensionierten Lizenzverträgen.

Gerade mittelständische Unternehmen, die meist knapper mit IT-Budget, Fach-Know-how und Zeit für IT-Migrationen ausgestattet sind, stellt die Situation vor Herausforderungen. Verlängerungen alter Verträge sind nicht mehr möglich und so laufen viele in den nächsten ein bis zwei Jahren aus. Das alles fällt in eine Zeit, in der Hardware so teuer geworden ist, dass weniger Virtualisierung oder Inhouse-Übergangslösungen keine kostengünstige Alternative darstellen. 

Den Anbieter wechseln? Nicht so einfach.

Obwohl es aus technologischer Sicht nicht unbedingt notwendig wäre, bleibt Unternehmen jetzt nichts anderes übrig, als ihre Virtualisierungsstrategie zu überdenken. Die steigenden Kosten machen ein Management-Thema daraus und die Frage nach Alternativen ist aus diesem Blickwinkel berechtigt. Das Problem: Die Virtualisierungs-Technologie ist ein entscheidendes Zahnrad im IT-Getriebe mit zahlreichen Abhängigkeiten innerhalb der gesamten IT-Infrastruktur. Ein einfacher Produktwechsel ist deshalb kaum möglich.  

Die durch Broadcom erzwungene Situation ist zugleich aber auch eine Chance, die eigene Virtualisierungsstrategie zu hinterfragen, zu modernisieren und Abhängigkeiten von Herstellern zu reduzieren. Viele manuelle Prozesse lassen sich automatisieren, virtuelle Maschinen (VMs) konsolidieren und manche Anwendungen mit Containern statt VMs ausführen. Mit Blick auf die derzeit hohen Server-Preise kann zudem eine hybride Cloud-Strategie sinnvoll sein, insbesondere um Übergangslösungen aufzubauen ohne eigene Hardware anschaffen zu müssen.

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Was Unternehmen jetzt tun sollten

Die VMware-Lösungen sind so teuer geworden, dass wohl kaum ein Unternehmen darüber hinweg sehen kann. Die folgenden fünf Fragen helfen dabei einzuordnen, ob die vorhandene Virtualisierungslösung wirklich so weiterbetrieben werden sollte oder ob es Optimierungspotenziale gibt und sich ein Blick auf kostengünstigere Alternativen lohnt.

Welche Funktionen von VMware werden tatsächlich gebraucht?

Die Funktionalitäten von VMware sind umfangreich. In der täglichen Praxis nutzen IT-Administratoren jedoch nur einen Bruchteil davon, abhängig davon, wie die IT-Infrastruktur insgesamt aufgebaut ist. Wie werden neue VMs bereitgestellt und wer darf das tun? Auf Basis dieser Informationen kann ein Experte bereits gut beurteilen, ob und welche Alternativen zu VMware es gibt.

Wie sieht der Application Stack aus?

Welche Anwendungen werden im Unternehmen genutzt und wie sind sie technisch aufgebaut? Dabei sollte geprüft werden, ob sich einzelne Applikationen für den Betrieb in Containern eignen und dadurch klassische virtuelle Maschinen ersetzen oder ergänzen können. Wichtig ist zudem, ob die Anwendungen für den Betrieb auf anderen virtuellen Umgebungen zertifiziert sind.

Funktioniert die Backup-Lösung auch mit anderen Virtualisierungslösungen?

Es ist keine Seltenheit, dass die vorhandene Backup-Lösung für die Arbeit mit VMware optimiert ist. Vor Projektstart sollte klar sein, ob eine neue Backup-Lösung eingeführt oder die vorhandene weiter betrieben werden kann.

Was lässt sich am Betriebsmodell und den Prozessen optimieren?

Weniger Cores, Übergangslösungen und Automation sind Stellschrauben für eine schlankere Virtualisierung. Auch Verschiebungen im Betriebsmodell, etwa beim Sourcing oder den Verantwortlichkeiten für bestimmte Aufgaben, können für mehr Effizienz und Sicherheit sorgen.

Welches Know-how ist Inhouse vorhanden? 

Nicht nur für eine Migration wird Virtualisierungs-Know-how gebraucht, auch der künftige Betrieb mit einer neuen Lösung muss fachlich abgesichert sein. Externe Berater oder der IT-Dienstleister des Vertrauens können hier wertvollen Input liefern.

Gute Vorarbeit mindert Migrationsrisiken

Am Ende ist es vor allem eine Kosten-Nutzen-Abwägung. Die vorhandene Lösung beizubehalten, ist die sichere Variante, aber im Vergleich zu Zeiten vor der Broadcom-Übernahme kostenintensiver. Eine Migration auf einen neue Virtualisierungslösung kostet Zeit und Ressourcen, braucht Experten-Know-how und führt zu weiteren Veränderungen innerhalb der IT-Infrastruktur – Risiko und Chance auf Optimierung zugleich. Mit guter, analytischer Vorarbeit lassen sich diese Risiken minieren und mittelfristig Kosten sparen.

Broadcoms Produkt- und Preispolitik macht einmal mehr klar, wie unangenehm die Abhängigkeit von einem Hersteller oder Dienstleister sein kann. Wer heute IT-Infrastrukturen aufbaut oder erweitert, sollte immer auch an die eigene digitale Souveränität denken. Offene Standards sowie portable Daten und Workloads gehören ebenso dazu, wie die Möglichkeit, den Anbieter flexibel bei Bedarf wechseln zu können. Das stärkt die Verhandlungsposition und die Resilienz.

Autor: Sebastian Scheuring, CEO, Bitbone

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