Cyberkriminelle versuchen bei Ransomware-Angriffen zunehmend, nicht nur produktive IT-Systeme zu verschlüsseln, sondern auch vorhandene Datensicherungen unbrauchbar zu machen.
So machen Cyberkriminelle Datensicherungen unbrauchbar

Ohne funktionierende Backups wird die Wiederherstellung erheblich erschwert, wodurch der Druck auf betroffene Unternehmen steigt, Lösegeld zu zahlen.
Manipulationen bleiben oft unbemerkt
Nach Angaben von Dell Technologies gehen Angreifer häufig systematisch vor: Sie verschaffen sich zunächst einen Überblick über die IT-Infrastruktur und suchen nach Backup-Servern, Speicherorten und Administrationszugängen. Dabei geraten auch Sicherungskopien in der Cloud oder an externen Standorten ins Visier, wenn diese aus der kompromittierten Umgebung erreichbar sind.
Eine Möglichkeit besteht darin, Backups direkt zu löschen oder zu verschlüsseln. Da dabei große Datenmengen verändert werden, können Sicherheitslösungen solche Aktivitäten unter Umständen erkennen. Deshalb setzen Angreifer mitunter auf subtilere Methoden. Sie verändern einzelne Bestandteile einer Sicherung, sodass diese beschädigt wird, ohne dass der Vorgang sofort auffällt.
Sperrfristen und Zugriffsrechte als Angriffspunkte
Viele Unternehmen schützen ihre Datensicherungen durch Aufbewahrungsmechanismen wie Data Lock, Object Lock oder Retention Lock. Diese Funktionen sollen verhindern, dass Daten innerhalb eines festgelegten Zeitraums verändert oder gelöscht werden. Sind sie nicht ausreichend abgesichert, können Angreifer unter Umständen versuchen, die Schutzmechanismen zu umgehen. Dell nennt unter anderem die Manipulation der Systemzeit als mögliche Angriffsmethode.
Auch Berechtigungen von Dienstkonten sind ein mögliches Ziel. Über diese Konten greifen Backup-Lösungen auf die zu sichernden Systeme und Datenbanken zu. Werden ihnen die erforderlichen Rechte entzogen, können geplante Sicherungen fehlschlagen.
Manipulierte Backup-Software verschleiert Ausfälle
Ein weiteres Risiko ist der direkte Angriff auf die Backup-Software. Gelangen Cyberkriminelle an Administrationszugänge oder nutzen sie Schwachstellen aus, können sie Sicherungsdienste deaktivieren, Zeitpläne verändern oder Warnmeldungen unterdrücken. Dadurch bleiben fehlgeschlagene Backups möglicherweise länger unentdeckt.
Besonders problematisch ist es, wenn Angreifer die festgelegten Sicherungsquellen verändern. In diesem Fall kann ein Backup-Prozess scheinbar erfolgreich abgeschlossen werden, obwohl wichtige Geschäftsdaten gar nicht enthalten sind. Unternehmen bemerken den Fehler dann möglicherweise erst bei einem Wiederherstellungsversuch.
Backups müssen regelmäßig überprüft werden
Regelmäßige Sicherungen allein reichen nach Einschätzung von Dell Technologies nicht aus. Tobias Krause, Data Protection Solutions Software Specialist bei Dell, empfiehlt deshalb Schutzmechanismen, die Änderungen an kritischen Einstellungen erschweren. Dazu gehören etwa ein Vier-Augen-Prinzip für sensible Konfigurationsänderungen, eine abgesicherte Systemzeit sowie regelmäßige Prüfungen der Integrität und Wiederherstellbarkeit sämtlicher Backups.
Ergänzend sollten Unternehmen ihre Angriffsfläche reduzieren, verdächtige Aktivitäten frühzeitig erkennen und kompromittierte Systeme schnell isolieren können. Sebastian Theile, Data Protection Solutions Software Sales Specialist bei Dell, verweist außerdem auf die Bedeutung eines getrennten Cyber-Vaults. Darin werden wichtige Daten so aufbewahrt, dass Angreifer aus der regulären IT-Infrastruktur möglichst keinen Zugriff darauf erhalten. Eine zusätzliche Überwachung soll helfen, verdächtige Vorgänge frühzeitig zu erkennen.
Entscheidend ist damit nicht nur, dass Sicherungskopien vorhanden sind. Unternehmen müssen auch sicherstellen, dass diese vor Manipulation geschützt sind und sich im Notfall tatsächlich wiederherstellen lassen.
(red/Dell Technologies)







