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Quantensicherheit

Post-Quanten-Kryptografie: BSI-Leitlinie für Deutschland

BMI, BMDS und BSI setzen die EU-Roadmap national um. Hochrisiko-Anwendungen sollen bis Ende 2030 quantensicher sein, der Rest weitgehend bis 2035.

Post-Quanten-Kryptografie: BSI-Leitlinie für Deutschland

Das Bundesministerium des Innern (BMI), das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben eine gemeinsame Leitlinie zur Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie (PQC) veröffentlicht. Sie setzt die EU-Roadmap für eine koordinierte Umstellung auf quantensichere Kryptografie in Deutschland um. Die Empfehlungen dafür hatten die EU-Mitgliedstaaten gemeinsam vorgelegt.

Fristen 2030 und 2035

Die Leitlinie richtet sich vor allem an Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen sowie an Organisationen und Unternehmen, darunter Betreiber kritischer Infrastrukturen. Sie bestätigt die Zeitpläne der europäischen Roadmap. Anwendungen mit hohem Risiko sollen so früh wie möglich auf quantensichere Verfahren umgestellt werden, die Migration soll für diese Systeme spätestens Ende 2030 abgeschlossen sein. Bis 2035 soll die Umstellung insgesamt weitgehend abgeschlossen sein.

Hintergrund ist die Sorge, dass künftige Quantencomputer heute verbreitete Verschlüsselungsverfahren brechen könnten. Bereits jetzt abgefangene und gespeicherte Daten ließen sich dann nachträglich entschlüsseln.

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Verantwortlichkeiten und Lieferketten

Empfohlen werden unter anderem klare Verantwortlichkeiten und verbindliche Fristen für die Umstellung, der Einsatz von Post-Quanten-Kryptografie nach dem Stand der Technik, eine systematische Bewertung des Quantenrisikos und dessen Verankerung im Risikomanagement sowie die frühzeitige Einbindung von Herstellern und Lieferketten.

Kryptoagilität als Grundsatz

Besonders wichtig ist laut den Behörden die sogenannte Kryptoagilität. Systemarchitekturen, Beschaffungsprozesse und Risikomanagement sollen so gestaltet sein, dass sich kryptografische Verfahren oder deren Parameter wie Schlüssellängen bei neuen Erkenntnissen oder veränderten Bedrohungen schnell und kontrolliert austauschen lassen. Das gewinne auch angesichts der Entwicklungen bei künstlicher Intelligenz an Bedeutung, die laut BSI zunehmend auch Methoden für Angriffe auf kryptografische Verfahren beschleunigt.

Wie schnell sich die Einschätzung einzelner Verfahren ändern kann, zeigte zuletzt ein Hinweis des BSI vom 1. Oktober. Darin rät das Amt wegen Fortschritten in der Kryptoanalyse davon ab, das Post-Quanten-Verfahren Classic McEliece für Neuentwicklungen einzusetzen. Die Leitlinie steht auf der Website des BSI als PDF zum Download bereit.

(red)

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