Drei von vier Beschäftigten in der EU sind am Arbeitsplatz auf verdächtige Mails, Nachrichten oder Links gestoßen. Deepfakes erkennt nur knapp die Hälfte.
Eurobarometer: 75 Prozent erleben Cyberbedrohungen im Job

Drei von vier Beschäftigten in der Europäischen Union sind am Arbeitsplatz auf verdächtige E-Mails, Nachrichten oder Links gestoßen. Das zeigt eine neue Eurobarometer-Umfrage, die die EU-Kommission zum Auftakt des Europäischen Monats der Cybersicherheit veröffentlicht hat. Befragt wurden zwischen dem 27. April und dem 8. Mai 2026 insgesamt 25.747 Personen in allen 27 Mitgliedstaaten.
Eurobarometer: Phishing an erster Stelle
39 Prozent der Beschäftigten berichten von betrügerischen Nachrichten oder Websites, mit denen Daten gestohlen oder unbefugter Zugriff erlangt werden sollte. 18 Prozent nahmen Versuche wahr, persönliche Daten zu stehlen, 17 Prozent Angriffe mit Schadsoftware, 16 Prozent Versuche, Passwörter abzugreifen, und 15 Prozent KI-generierte Betrugsversuche. Nur 18 Prozent gaben an, dass es in ihrer Organisation nach ihrem Wissen keinen Cybervorfall gegeben hat.
Wissen und Verhalten klaffen auseinander
83 Prozent der Befragten sehen in Cyberangriffen ein Risiko. 72 Prozent trauen sich zu, Phishing-Mails zu erkennen, aber nur 54 Prozent prüfen vor dem Klick auf einen Link den Absender. Etwa die Hälfte sperrt den Rechner, wenn sie den Arbeitsplatz verlässt. 48 Prozent geben an, Deepfake-Videos erkennen zu können.
Die meisten Beschäftigten halten ihre Organisation für wirksam gegen Cyberangriffe geschützt. Laut Umfrage hat aber nur die Hälfte der Organisationen zentrale Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, ein Viertel plant dies.
Großes Interesse an Schulungen
60 Prozent der Beschäftigten haben im vergangenen Jahr eine Schulung zur Cybersicherheit erhalten. 85 Prozent sind daran interessiert, ihre Kenntnisse zu verbessern.
„Phishing, KI-generierte Betrugsversuche und andere Cyberbedrohungen können Unternehmen, öffentlichen Diensten und dem Vertrauen in die digitale Wirtschaft ernsthaft schaden. Die Kommission arbeitet daran, Kompetenzen zu stärken, die Vorbereitung zu verbessern und stärkere Cybersicherheitsmaßnahmen in ganz Europa zu unterstützen.“
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie
Grundlegende Regeln wie starke Passwörter, das Prüfen von Absendern vor dem Öffnen von Links und das Melden verdächtiger Nachrichten müssten Teil des Arbeitsalltags werden.
(red)




