Seit 30. September gilt in vier Ländern Googles Entwicklerverifizierung. Hobby-Entwickler kritisieren Gebühr, Ausweispflicht und Testauflagen.
Android: Entwicklerverifizierung stößt auf Kritik

Seit dem 30. September 2026 setzt Google in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand die Android Developer Verification durch. Nutzer zertifizierter Android-Geräte ab Android 7, die Apps aus teilnehmenden Stores installieren, können dort nur noch Apps von verifizierten Entwicklern installieren. 2027 soll die Verifizierung weltweit für alle Apps auf zertifizierten Geräten ausgeweitet werden. Die Regel gilt auch für Apps, die außerhalb von Google Play verbreitet werden.
„Diese zusätzliche Sicherheitsebene soll böswillige Akteure abschrecken und es ihnen erschweren, wiederholt Schaden zu verbreiten.“
25 Dollar Gebühr und Ausweis
Für eine breite Verteilung müssen Entwickler eine Registrierungsgebühr von 25 US-Dollar zahlen und ihre Identität mit einem amtlichen Ausweis nachweisen. Für Apps aus Google Play übernimmt der Play Store die Registrierung laut Google bei 99 Prozent der Apps automatisch. Wer Apps ausschließlich außerhalb von Google Play anbietet, etwa über F-Droid, registriert sich über die Android Developer Console.
Seit August gibt es zudem Konten für eine begrenzte Verteilung. Studierende, Lehrkräfte und Hobby-Entwickler können damit Apps ohne Ausweis und ohne Gebühr auf bis zu 20 bestimmten Geräten installieren lassen. Für erfahrene Nutzer hat Google einen erweiterten Ablauf eingeführt, über den sich auch Apps nicht verifizierter Entwickler installieren lassen.
Kritik von Hobby-Entwicklern
Auf X und Hacker News kritisieren Entwickler die neuen Hürden. Ein Entwickler berichtete, sein Play-Konto sei wegen Inaktivität geschlossen worden. Für eine neue App müsse er nun erneut zahlen und seine Identität bestätigen, obwohl er mit der App kein Geld verdiene. Andere bemängelten, dass Google fertige Apps ohne regelmäßige Updates wie aufgegebene Projekte behandle und Konten deshalb schließe. Ein weiterer Entwickler gab an, Ausweis und private Kontoauszüge eingereicht sowie 25 Euro gezahlt zu haben und dennoch keine Veröffentlichungsrechte erhalten zu haben. Kritisiert wird auch, dass bei Einzelpersonen persönliche Daten zusammen mit der App veröffentlicht werden können.
Einige Entwickler verteidigten das Vorgehen. Plattformen bräuchten Mechanismen, um die Umstellung auf neuere Schnittstellen durchzusetzen und unsichere, verwaiste Software zu verhindern.
Zwölf Tester für 14 Tage
Unabhängig von der Verifizierung gilt in Google Play bereits eine weitere Auflage. Wer nach dem 13. November 2023 ein persönliches Entwicklerkonto angelegt hat, muss vor der Veröffentlichung einen geschlossenen Test mit mindestens zwölf Testern durchführen, die 14 Tage lang ununterbrochen teilnehmen. Ursprünglich hatte Google 20 Tester verlangt. Anschließend prüft Google den Antrag und kann weitere Tests verlangen.
Bei Apple kostet die Mitgliedschaft im Entwicklerprogramm 99 US-Dollar pro Jahr.
(red)




